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Lesung

am 12.6.2012 liest Doron Rabinovici um 20 Uhr aus seinem Roman ANDERNORTS in der U2/025 (An der Universität 2)
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Literatur an der Universität: Doron Rabinovici am 12.6. um 20 Uhr in U2/025

 

Doron Rabinovici schreibt Romane, Essays und Kurzgeschichten, zudem ist er Autor einer historischen Doktorarbeit, die soeben ins Englische übersetzt wird. Die Gattungen, in denen er erfolgreich und mit vielen bedeutenden Literaturpreisen versehen, schreibt, sind vielfältig, auch seine Themen und Interessen sind es, ebenso wie sein politisches Engagement. Am Anfang seiner Karriere als Schriftsteller stand die kleine Prosaform, dort wurde das Schreiben zum „Puzzlespiel der Erinnerung“ (Papirnik). Inzwischen hat Doron Rabinovici, der in Tel Aviv geboren wurde und als Kleinkind nach Wien kam, mehrere erfolgreiche Romane vorgelegt: Die Suche nach M. , Ohnehin und jetzt der auf der Shortlist des deutschen Buchpreises aufgenommene Roman Andernorts. Andernorts erzählt die Geschichte von Ethan Rosen, einem in Wien als Soziologe lehrenden Israeli, der sich erfolgreich durch die globalisierte Welt und ihre Anforderungen und Thematiken bewegt. Einen Bruch erfährt der polyglotte Rosen, als sein Vater schwer erkrankt und man um sein Leben fürchten muss. Rosen reist nach Israel, um bei seinem Vater zu sein. Zusammen mit der neuen Freundin Noa richtet er sich in Tel Aviv wieder ein, ohne das alte Leben in der Diaspora aktiv zu beenden, er meldet sich einfach nicht mehr in Wien. Es beginnt eine Auseinandersetzung mit seiner Herkunft, seiner Familie und seinem jetzigen Leben, als er erfährt, dass sein Vater nicht sein Vater ist.

Wenn Wien New York wäre, dann könnte Doron Rabinovici vielleicht ein jüngerer Bruder Woody Allens sein. Sein Schreiben überschreitet lachend die Normalität und findet neue Formen des jüdischen Witzes. Seine Texte machen Mut, den Dialog zwischen nichtjüdischer und jüdischer Kultur neu zu beginnen. Er zeigt in seinem Erzählen, wie Juden sich  in einer  globalisierten Welt bestens zurechtfinden, weil die Diaspora ihnen seit Jahrtausenden vertraut ist. Und es wird deutlich, wie wichtig die Rolle ist, die eine Stadt wie das moderne Tel Aviv dabei spielt. Die Lesung konfrontiert uns mit den modernen globalisierten Lebensentwürfen unserer Zeit und lässt nachdenken über den Stellenwert, der der eigenen Herkunft zukommt. Witzig und humorvoll bringt Andernorts sicher geglaubte Identitäten ins Wanken. 

 

 

 

Herzlich willkommen auf den Seiten der Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft (Prof. Dr. Iris Hermann)