Sherko Fatah liest aus Ein weißes Land
ausführlich
Nevfel Cumart liest Gedichte
ausführlich
Jenny Erpenbeck kommt nach Bamberg
ausführlich
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
An der Universität 5
96047 Bamberg
Sekretariat: Frau Stopfer (U5/302)
Telefon: 0951 863-2120
E-Mail: friedhelm.marx(at)uni-bamberg.de
Sprechstunde im Sommersemester 2013
Di 10.30 - 11.30 Uhr, Zimmer 303
Anmeldung über Frau Stopfer im Sekretariat, Zimmer 302
Tel. 0951 / 863 - 2120
Do 12:00 - 14:00, MG1/00.04
Im Kontext von Aufklärung und Sturm und Drang avanciert der Begriff des Genies in der deutschsprachigen Literatur zu einer festen ästhetischen Größe, die neue Wertungsmaßstäbe und ein neuartiges dichterisches Selbstverständnis etabliert. Das Verhältnis von Autor und Leser erscheint seither vollkommen neu konfiguriert: In dem Maße, wie dem Dichter Originalität, Schöpferkraft, ästhetische und moralische Autonomie zugeschrieben werden, kommt dem Leser die Rolle quasi-religiöser Verehrung des Genial-Außerordentlichen zu. Die Vorlesung stellt die wichtigsten literarischen und poetologischen Gründungstexte der Genie-Ästhetik vor und verfolgt deren Spuren, Neuformierungen und Krisen vom Sturm und Drang über die Romantik, die Künstlernovellen des Realismus, die Moderne des frühen 20. Jahrhunderts, den von Roland Barthes ausgerufenen „Tod des Autors“ bis zu den (durchaus lebendigen) Autorinszenierungen der Gegenwart.
Auf dem Programm stehen Werke von Lessing, Herder, Goethe, Schiller, Wackenroder, Friedrich Schlegel, E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Eduard Mörike, Stefan George, Hugo von Hofmannsthal, Thomas Mann, Wolfgang Hildesheimer, Roland Barthes, Heiner Müller, Peter Handke und Patrick Süskind.
Das genaue Programm wird zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben. Zur Einführung: Jochen Schmidt: Die Geschichte des Geniegedankens in der deutschen Literatur, Philosophie und Politik 1750-1945. 2 Bde. 3. Auflage. Heidelberg 2004. Andreas Reckwitz: Die Erfindung der Kreativität. Berlin 2012.
Di 14:00 - 16:00, MG1/00.04
Der Einführungskurs vermittelt Grundlagen des Studiums der Neueren deutschen Literaturwissenschaft. Dazu zählen literaturwissenschaftliche Theorien und Methoden, Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens, Fragen der Literaturgeschichtsschreibung, Gattungstheorie, Instrumentarien zur Analyse lyrischer, epischer und dramatischer Texte, die anhand verschiedener Beispiele praktisch erprobt werden.
Folgende Texte stehen auf dem Programm:
Erzähltexte
E.T.A. Hoffmann: Der Sandmann
Franz Kafka: Die Verwandlung
Arthur Schnitzler: Leutnant Gustl
Alfred Döblin: Berlin Alexanderplatz (Auszüge)
Dramen
Johann Wolfgang von Goethe: Iphigenie auf Tauris
Georg Büchner: Woyzeck
Bertolt Brecht: Baal
Die Auswahl von Gedichten vom Barock bis zur Gegenwart wird zu Beginn des Semesters bekannt gegeben.
Zu diesem Seminar sind ein Kurs im Virtuellen Campus und ein Semesterapparat in der Teilbibliothek 4 eingerichtet.
Mi 10:00 - 12:00, M12A/00.14; Einzeltermin am 6.6.2013 10:00 - 12:00, M12A/00.14
Das Seminar begleitet die diesjährige Bamberger Poetikprofessur von Jenny Erpenbeck, einer der profiliertesten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Ihre Erzähl- und Theatertexte zeigen das Individuum im Kontext der Zeitgeschichte, durchleuchten familiäre wie gesellschaftliche und politische Machtverhältnisse. Erpenbecks Texte zeichnen sich dadurch aus, dass der Mensch und die Verhältnisse, in denen er sich bewegt, immer wieder aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden: In Wörterbuch erleben wir eine Diktatur aus der Sicht eines Kindes, im Drama Katzen haben sieben Leben wechseln die Position von Opfer und Täter(in) unablässig, im jüngsten Roman Aller Tage Abend wird das historische Spannungsverhältnis aus Kontingenz und Schicksal anhand alternativer Lebensläufe einer Figur durchgespielt – um nur einige Beispiele zu nennen.
Die abendlichen Poetikvorlesungen Jenny Erpenbecks sind fester Bestandteil des Seminars. Die Autorin wird zudem an drei Seminarsitzungen teilnehmen (eine dieser Sitzungen findet ausnahmsweise am Donnerstag, 6. Juni 2013, statt!) und für Fragen und Debatten zur Verfügung stehen. Auch das wissenschaftliche Kolloquium, das im Anschluss an die Poetikprofessur stattfindet, gehört zum Seminar und bietet die Möglichkeit, Jenny Erpenbecks Texte und Poetologie mit Literaturwissenschaftlern, Journalisten und Literaturvermittlern aus dem In- und Ausland zu diskutieren.
Fr 10:00 - 12:00, MG2/01.02
Im Seminar sollen in der Entstehung befindliche wissenschaftliche Abschlussarbeiten (BA, MA, Diplom, Magister, Dissertation) vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Darüber hinaus bietet es einen Rahmen für die Auseinandersetzung mit jüngeren Positionen der Literaturtheorie. Das genaue Programm wird zu Beginn des Semesters gemeinsam festgelegt.