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Bayerische Akademie des Schreibens

Sherko Fatah liest aus Ein weißes Land
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Unter den Flügeln der Nacht

Nevfel Cumart liest Gedichte
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Poetikprofessur 2013

Jenny Erpenbeck kommt nach Bamberg
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PD Dr. Julia Schöll

An der Universität 5
96047 Bamberg

Sekretariat: Frau Stopfer (U5/302)
Telefon: 0951/863-2118

E-Mail: julia.schoell(at)uni-bamberg.de

 

Sprechstunde im Sommersemester 2013

Mo 09.00 - 10.00 Uhr, Zimmer 301

Anmeldung per Listeneintragung an Zimmer 301 / U5

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2012/13

Vorlesung: Literatur und Holocaust

Mo 12:00 - 14:00, U2/00.25

Die Literatur, die den Holocaust thematisiert, steht insofern vor einer unlösbaren Aufgabe, als sie einen Weg finden muss, das Unsagbare auszusprechen. Wie kann man – so lautet die Frage ästhetischer Theorie und Praxis seit der Zeit des Holocaust – Ereignisse in Worte fassen, die eigentlich unfassbar sind? In der Vorlesung geht es um die Antworten, die theoretische wie literarische Texte auf diese Frage gefunden haben. Gegenstand der Analyse sind Texte der so genannten „Holocaustliteratur“ ebenso wie Texte der Nachgeborenen, der „Second“ und „Third Generation“ des Holocaust, sowie die Theorien, die diese Texte begleiten – von Adornos Diktum: „nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“ (1951) über die modernen Gedächtnistheorien bis hin zu aktuellen Entwürfen des Subjekts. Darüber hinaus geht es um Fragen der Gattung, das Problem der Zeugenschaft als Grundlage von Literatur, um literarische Bildgebungsverfahren sowie um das komplexe Verhältnis von Realität und Fiktion in der Literatur aus dem und über den Holocaust.

 

Hauptseminar/Seminar: Konstruktionen des Holocaust in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Di 10:00 - 12:00, U5/02.22

Gegenstand des Seminars sind zentrale gegenwartsliterarische Texte zum Thema Holocaust, die – bis auf eine Ausnahme – alle im 21. Jahrhundert entstanden: von den Erinnerungen der Holocaustüberlebenden Ruth Klüger (aus dem Jahr 1992) über die Literatur der Kinder („Second Generation“) bis hin zu den Texten der Enkel der Täter und Opfer des Holocaust. Thematisiert wird im Seminar nicht der Holocaust als historisches Phänomen, sondern die literarischen Konstruktionen des Historischen. Neben grundsätzlichen theoretischen Fragen nach der Darstellbarkeit und der ästhetischen Umsetzung der Verbrechen des Naziregimes stehen auch gattungstheoretische Probleme zur Diskussion.

Der Besuch der Vorlesung „Literatur und Holocaust“ ist nicht verpflichtend, wird jedoch empfohlen.

 

 

Seminar/Proseminar: Thomas Manns Roman "Der Zauberberg"

Do 10:00 - 12:00, U5/02.17

Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" entsteht über einen langen Zeitraum hinweg: von einer ersten Arbeitsphase im Sommer 1913 bis zum Abschluss im September 1924. Verschiedene andere Projekte, u.a. der Großessay "Betrachtungen eines Unpolitischen", an dem Thomas Mann vom Herbst 1915 bis zum Frühjahr 1918 arbeitet, unterbrechen und beeinflussen die Entstehung des Romans.

Im Seminar gehen wir den verschiedenen Bedeutungsebenen des Romans nach und versuchen dessen komplexe Verweisstruktur ein wenig zu entwirren. Wir beschäftigen uns u.a. mit der topographischen und zeitlichen Semantik, den mythologischen Referenzen, dem Einfluss Schopenhauers und Nietzsches, der politischen Lesart des Textes, dem psychologischen und parapsychologischen Gehalt, dem Thema Musik sowie dem Kontext von Eros und Thanatos, Geschlecht und Krankheit/Tod. Im Zentrum steht dabei immer die Frage nach der narrativen Konstruktion und Inszenierung des jeweiligen Topos. 

Der Roman umfasst in den meisten Ausgaben mehr als 1000 Seiten und sollte bis Semesterbeginn gelesen sein.

Die Bereitschaft zu weiterer Lektüre literarischer wie essayistischer und philosophischer Texte wird vorausgesetzt.