Universität Bamberg - Logo

News Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Halbzeit für die KulKids!

Das Mentoring-Projekt „Kulkids“ zur Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund hatte am 11.04.2013 in der Schule Gaustadt „Halbzeit-Treffen“
ausführlich

Zeitungsartikel zu DiDaZ in der dds (Die Demokratische Schule) vom März 2013

Von Kul-Kids, Alpha-Kursen und Geburtstagsmäusen
ausführlich

Einschreibung SS 2013

Die Einschreibefrist für das SS 2013: 04.3. - 28.3.2013!
ausführlich

Alle aktuellen Nachrichten

Sachliches Schreiben WS 2008/09 - Textsammlung

Vorbemerkung

Im Wintersemester 2008/09 fand unter der Leitung von Dr. Helmut Holoubek ein Seminar zum Thema "Sachliches Schreiben" statt. In diesem Rahmen verfassten die Studierenden auch eigene "Sach-Texte", die in mehreren Stufen überarbeitet wurden.
Die 22 Texte, die im Folgenden präsentiert werden, decken ein breites Spektrum an Textsorten und Themen ab: Reiseberichte und Medienkritik, Tipps zur Studienwahl und zur Stressbewältigung, Oper und Hipp Hopp, Stadtführungen durch Bamberg und - jahreszeitlich bedingt - Erfahrungsberichte und Gedanken zu Weihnachten und Silvester u.v.m.
Lassen Sie sich überraschen...

Anmerkung: Leider mussten die Fotos und Grafiken, die die Texte zum Teil illustrierten, aus technischen Gründen entnommen werden.

Übersicht

Klicken Sie auf den jeweiligen Titel, um zum Text zu gelangen.

Feuerwand und Denkprozess - eine Opernfahrt mit Folgen

(von Eva-Maria Bäuerlein)

Meine langjährige Schul- und mittlerweile Studienkollegin und ich haben eigentlich sehr viel gemeinsam. Nur eines teilte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht mit ihr: ihre Leidenschaft für die Oper. Dies hatte sie wohl von ihrem Vater, der selbst leidenschaftlicher Opernsänger ist und keine Gelegenheit auslässt, mit seiner Familie Opernfahrten zu unternehmen oder diese selbst zu organisieren. Die vielen Jahre, die ich nun mit ihr befreundet bin, versuchte sie wieder und wieder, mich zu überzeugen, dass die Oper eine sehr interessante Angelegenheit sei und dass ich mir kein Urteil bilden könne, bevor ich nicht einmal dabei gewesen sei. Doch ich war anderer Meinung, ohne Zweifel war solch ein Bühnenwerk nichts, was mein Interesse hätte wecken können und so fand ich vor jedem Opernbesuch, den die Familie antrat, einen Vorwand, um dem Ganzen zu entgehen.
Doch irgendwann war es dann soweit. Zu der Fahrt nach Bregenz zu "Der Troubadour" fiel mir keine passende Ausrede mehr ein. Widerwillig willigte ich ein, nicht zuletzt, um meiner Freundin eine Freude zu machen.
Ich nahm mir vor, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, die Fahrt über mich ergehen zu lassen und dann hoffentlich wieder für einige Jahre meine Ruhe zu haben. Doch es sollte alles  anders kommen.            
Am Samstag, den 22. Juli ging es los. Wir fuhren mit vollbesetztem Bus von Bug nach Rankwell, in der Nähe von Bregenz und bezogen die Zimmer im Hotel "Hoher Freschen". Mit einem Begrüßungscocktail ging es los und mit einem vorzüglichen Vier-Gänge-Menü weiter. Bis jetzt gefiel mir alles ganz gut, wenn nicht die drohende Musik vor mir liegen würde. Nach einem Kurzfilm über die Bregenzer Festspiele klang der Abend mit interessanten Unterhaltungen und gemütlichem Beisammensitzen aus.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach dem Frühstücksbuffet mit dem Bus in die mittelalterliche Altstadt von Feldkirch, besuchten die Schattenburg und fuhren ins Fürstentum Liechtenstein weiter. Dies alles war sehr interessant, ein geschmackvolles Festspielmenü in unserem Hotel rundete den Tag ab. Gegen 19.00 Uhr fuhren wir dann nach Bregenz, denn die Aufführung des "Troubadour" sollte um 21.15 Uhr beginnen.
Während der Fahrt erzählte der Vater meiner Freundin, dass heute rund 7000 Besucher das Stück auf der Seebühne sehen würden und dass in den Sommermonaten Juli und August jährlich rund 200 000 Besucher die Festspiele besuchten. Es war beeindruckend zu hören, dass doch so viele Menschen Begeisterung hegten für solche Musik.
Nach der Ankunft ging es in den "Zuschauerraum", genauer gesagt auf die Tribünen vor der Seebühne. Wir hatten sehr gute Plätze, saßen unmittelbar vor der Bühne in der Mitte und hatten eine atemberaubende Sicht. Die Kulisse war einfach beeindruckend. Eine riesige, schmutzig-rote Ölraffinerie erhob sich vor mir. Monumental und beeindruckend. Hier war eine geradezu archetypische Industrieanlage entworfen worden, die mit ihren vier riesigen Ecktürmen an eine mittelalterliche Burganlage erinnern sollte und damit einen Bezug zum Originalschauplatz herstellte. Und so entstehen Bilder, in denen die Geschichte als eine Geschichte von heute erzählt wird.
Und dann geht es los. Zu den wuchtigen Tönen, gespielt von den Wiener Symphonikern, kommen die Flüchtlinge (bei der Uraufführung waren dies noch Zigeuner) aus den Zugängen der Zuschauertribüne. Sie überschreiten auf ausfahrbaren Stegen das Wasser und sammeln sich auf schmutzigen, verschlammten Ölfässern vor der Fabrik. Keine Hammerschläge auf Ambosse wie im Original, sondern aggressives Schlagen mit Waffen und Steinen an den Hochsicherheitszaun, der inzwischen das Raffineriegelände abgrenzt, begleiten den berühmten Zigeunerchor (der jetzt eigentlich Flüchtlingschor heißen müsste), bevor die Vertriebenen mit Sack und Pack Zuflucht in der Kanalisation suchen. Der Abgang erfolgt durch den Abfluss. Gesellschaftskritik mit dem Holzhammer!
Die Oper beginnt mit dem Bild von der schwer traumatisierten Azucena, der vermeintlichen Mutter von Manrico, dem Troubadour, die in ihrer eigenen Welt lebt. Wann immer sie ein Feuer sieht, lebt in ihr das alte Drama wieder auf. Wie sie damals das aus Rache für den Feuertod ihrer Mutter geraubte Grafenkind mit ihrem verwechselte, das eigene Kind ins Feuer warf und dann das fremde Kind als ihr eigenes aufzog.
Dieses Kind kämpft nun als erwachsener Manrico gegen seinen eigenen Bruder, den Grafen Luna, und zwar gleich in zweierlei Hinsicht: Um die politische und wirtschaftliche Macht und um Leonora, die Frau, die beide lieben. Die Begegnung beider artet in Gewalt aus. Leonora geht ins Kloster; das heißt, sie versucht es, wird aber von beiden Verehrern davon abgehalten und verschwindet mit des Grafen Motorboot, aber mit Manrico in den Weiten des Bodensees.
Graf Luna will nun Azucena hinrichten lassen. Manrico erfährt davon, erzählt Leonore, dass er der Sohn Azucenas sei, befielt den Kampf gegen Graf Luna und die Errettung Acuzenas. Manrico hat den Kampf verloren, ist gefangen und wartet auf seinen Tod, der von Graf Luna befohlen wurde. Leonora verspricht sich dem Grafen als Preis, wenn er Manrico freilässt. Dieser sagt zu, Leonora nimmt heimlich Gift, sie will für den Geliebten sterben. Sie erklärt Manrico, als sie ihm die Begnadigung mitteilt, welches Opfer sie auf sich genommen hat und Graf Luna, der das Gespräch belauschte, gibt den Befehl, Manrico zu töten und zwingt Azucena, dies mit anzusehen. Mit dem Aufschrei an Graf Luna "Er war dein Bruder", bricht Azucena zusammen.
Die Aufführung hat mich maßlos beeindruckt. Es war ein echtes Spektakel mit Soldatenballett und Explosionen. Die mächtige Feuerwand als Schlussbild verfehlte ihre Wirkung nicht. Gesungen wurde mittels einer Beschallungsanlage, die den Eindruck vermittelte, dass man die Sänger von der Stelle hört, an der sie gerade auf der Bühne stehen. So wirkten sie immer präsent.
Ich gebe nun gerne zu, dass auch diese Musikform richtig mitreißen kann, jedenfalls, wenn es so dargeboten wird wie in Bregenz.
Meine ganzen Vorurteile haben sich im Nichts aufgelöst, und ich kann meine Freundin seither  besser verstehen.
Diese hat sich natürlich gefreut, dass es mir so gut gefallen hat. Eigentlich wollte ich es ihr gar nicht so sehr zeigen, aber im nächsten Jahr möchte ich gerne wieder mitfahren.

Eines nahm ich mit: Man sollte etwas unvoreingenommener an die Dinge herangehen und eine bestimmte Meinung nicht fest zementieren, wenn man noch keine eigenen Erfahrungen auf einem bestimmten Gebiet sammeln konnte. Ich habe meine Meinung geändert - und ich hoffe, dass ich noch viele neue Erlebnisse auf diesem Gebiet vor mir habe.

Das fehlende Lehramt

(von Samantha Brech)

Wer sich dazu entscheidet in Bamberg Lehramt zu studieren, hat die Wahl zwischen Grund-, Real- und Berufsschule, sowie dem Gymnasium. Ein Lehramt sucht man jedoch vergeblich - das Lehramt für Sonderschulpädagogik. Dabei gibt es in Deutschland so manches Kind, das eine ganz besondere  Förderung benötigt. Zu denken, dass einen dieser Schulzweig als zukünftiger Lehrer der regulären Schulen nicht betrifft, ist ein großer Irrtum. Denn die Kinder, die ihre Fähigkeiten durch die spezielle Förderung soweit verbessert haben, dass sie dem regulären Unterricht folgen können, müssen dann auch in die anderen Schularten entsprechend integriert werden. Deshalb sollte man als Lehramtsstudent über den  Schulzweig  der Sonderpädagogik zumindest in Grundzügen informiert sein. Frau Köhler, Lehrerin am sonderpädagogischen Förderzentrum Haßfurt, beantwortet in dem folgenden Interview  einige Fragen, die alle Lehrkräfte zu diesem Thema  interessieren sollten.

S.B.:

Frau Köhler, wie lange sind Sie schon Sonderschullehrerin?

F.K.:

Ich bin vom Studiengang her Sonderschullehrerin für geistig Behinderte- Schulen dafür nennt man heute "Förderschulen zur individuellen Lebensbewältigung und geistigen Entwicklung". Ich arbeite seit zwanzig Jahren an der Förderschule zur individuellen Lernförderung.

S.B.:

Wie viele Kinder sind in ihrer Klasse?

F.K.:

Es sind derzeit zwölf Kinder.

S.B.:

Ist es normal, dass die Klassen diese Größe haben und wenn ja warum?

F.K.:

Die Richtzahlen betragen bis zu vierzehn Kinder. Das erscheint nicht viel im Vergleich zu Grundschule, Realschule und Gymnasium, aber unsere Kinder haben einen deutlich höheren Förderbedarf.

S.B.:

Ziel ist es ja auch, die Kinder irgendwann auf die anderen Schulen zu schicken- wie schafft man das?

F.K.:

Ein Ziel der Diagnose- und Förderklassen ist es, möglichst viele Kinder in die Grundschule wechseln zu lassen. Den Kindern wird der Lernstoff der Regelschule der ersten und zweiten Klasse in drei Jahren, also langsamer und mit anderen methodischen Maßnahmen vermittelt.

S.B.:

Schlüsselqualifikationen sind Deutsch und Mathematik. Wie funktioniert beispielsweise Deutschdidaktik in der Sonderschule?

F.K.:

Da ich ja derzeit in der Eingangsstufe der Förderschule, der Diagnose- und Förderklasse, arbeite, ist für mich der Lehrplan der Grundschule der Maßstab.
Vor dem Lesenlernen stehen längere phonologische Trainingsphasen. Der Schriftspracherwerb braucht vermehrte Übungsphasen. Beim Rechtschreiben sind Differenzierung in Umfang und Schwierigkeitsgrad notwendig.

S.B.:

Wie sieht der Deutschunterricht in der Sonderschule aus bzw. welche Bereiche/ Themen werden behandelt?

F.K.:

In den ersten drei Jahren, wie gesagt, werden Themen und Inhalte aus dem Grundschullehrplan entnommen. In höheren Klassen werden die Aufsatzarten der Hauptschule in stark vereinfachter Form bearbeitet. Rechtschreibförderung und weiterführendes Lesen stehen im Mittelpunkt.

S.B.:

Kommt auch "Sachliches Schreiben" in irgendeiner Form im Unterricht vor?

F.K.:

Gerade die Formen wie Vorgangsbeschreibung, Bericht oder Gegenstandsbeschreibung fallen unseren Kindern oft leichter als kreative Schreibformen oder Texte, die einen hohen Abstraktionsgehalt haben wie beispielsweise Inhaltsangaben.

S.B.:

Wie begegnen die Schüler diesem Gebiet?

F.K.:

Sie sind dafür recht gut zu begeistern, vor allem wenn Bezug zu ihrer Lebenswelt und ihren Interessengebieten besteht. Rezepte zu schreiben, wenn anschließend gekocht wird, motiviert eben. Unfallberichte und Berichte von Schulveranstaltungen für Schülerzeitungen gehören auch dazu.

S.B.:

Schaffen viele Kinder den Sprung von der Sonderschule in die Regelschulen?

F.K.:

Es haben sich zwei Zeitpunkte für den Wechsel an die Regelschulen herauskristallisiert. Zum einen nach der dreijährigen Diagnose- und Förderklasse in die dritte Klasse der Grundschule. Das sind etwa 30 bis 40 Prozent. Zum anderen nach der Grundschulstufe der Förderschule in die Hauptschule. Hier wurden die sogenannten Kooperationsklassen an einigen Regelhauptschulen gebildet, in denen Förderschüler in etwas reduzierter Klassengröße leichter lernen können. Die Tendenz zur Zurückführung an die Regelschule, ob in Kooperationsklasse oder reguläre Klassen liegt auf dem zweiten Zeitpunkt.

S.B.:

Was muss man als Lehrer beobachten, wenn man einen Schüler aus der Sonderschule neu in die Klasse bekommt?

F.K.:

Als Hilfe für Regelschullehrkräfte steht der sogenannte mobile sonderschulpädagogische Dienst zur Beratung zur Verfügung, das heißt Sonderschullehrkräfte kommen bei Bedarf an Grund- und Hauptschulen zu Gesprächen mit Lehrern, Eltern und zur Förderung von Schülern.

S.B.:

Vielen Dank Frau Köhler, für das aufschlussreiche Gespräch, das dem ein oder anderen vielleicht einen Anreiz gibt, sich tiefer mit dieser Materie zu beschäftigen. .:

Schenken ist egoistisch, deshalb schenken wir uns dieses Jahr nichts, Schatz!

"Alle Jahre wieder, kommt das Christuskind" und läutet damit die Hochsaison des Schenkens ein. Zu keiner Jahreszeit machen sich Menschen mehr Geschenke als am Fest der Liebe!  Doch nicht jedes Geschenk ist wirklich eine Herzensgabe - dieser Meinung sind zumindest einige Soziologen, Psychologen und Verhaltensforscher.

(von Katharina H. M. Breunig)

Machen wir entfernten Bekannten, wie dem netten Nachbarn oder einer alten Schulkameradin, Geschenke zu Weihnachten, gleicht das einer Austauschhandlung, denn der Beschenkte verpflichtet sich mit der Annahme der Gabe dazu, eine wertgleiche Gegenleistung zu erbringen. Wir versuchen durch diese kleinen Aufmerksamkeiten, Achtung und Wertschätzung beim Gegenüber zu erreichen. Doch diese Absicht kann leicht nach hinten los gehen, wenn es sich um zu teure Geschenke handelt. Der Empfänger kann sich daraufhin beschämt und unangenehm unter Druck gesetzt fühlen, da er nicht angemessen auf das wertvolle Geschenk reagieren kann und folglich ein Ungleichgewicht in der Austauschbeziehung entsteht.
Über 90 % der Weihnachtsgeschenke gehen jedoch an Familienmitglieder und den Lebenspartner. In solch näheren Beziehungen geht es beim Beschenken weniger um das Erlangen eines Gegengeschenkes, als vielmehr um die Emotionen, die die jeweilige Person beim Erhalten des Geschenkes empfindet. Wir erwarten, dass sich der Gegenüber über unser wohlüberlegtes Geschenk freut und diese Freude auch zeigt. So können wir bei der Bescherung immer wieder Zeuge eines ungeheuer emotionalen Schauspiels werden. Der Nehmende sollte bestenfalls Überraschungsrufe ausstoßen und entzückt über die aufwendige Drapierung des Geschenkpapiers, den übergebenen Gegenstand zunächst betasten und raten, was es wohl sein könnte.... Nachdem  das Geschenk vorsichtig enthüllt und endlich des Pudels Kern ersichtlich wurde, wird der Gebende noch freudestrahlend umarmt. Hier wird schon deutlich, dass wir das Ziel verfolgen, die emotionale Abhängigkeit des/der Liebsten uns gegenüber noch zu verstärken und unsere Beziehung durch die Gabe zu stabilisieren. Das ist auch der Grund, warum bei dieser Art und Weise des Schenkens meist der immaterielle Wert stärker gewichtet wird als der Geldwert des Geschenkes.
Das Schenken verbessert außerdem die eigene Stimmungslage und die eigenen Gefühle enorm. Wenn sich der Partner, die Mutter, der Vater, die Oma usw. über unser Geschenk freut, sind wir selbst auch glücklich. Wer also schenkt, hält sich für einen guten Menschen und steigert das positive Bild der eigenen Person.  Auch der Ethnologe Theodore Caplow (Universität Virginia) erforschte die Psychologie des Schenkens und kam zu dem Ergebnis, dass es kein selbstloses Schenken gibt. Voraussetzung für diese Balsamierung des eigenen Selbstbildes ist allerdings, dass sich der Beschenkte tatsächlich über das Übergebene freut, anstatt enttäuscht darüber zu sein oder sich gar verletzt zu fühlen. Denn ein Geschenk transportiert nicht nur Sympathie, Achtung und persönliche Wertschätzung, sondern auch Vorstellungen, wie wir den Gegenüber sehen oder gerne sehen wollen. Ein individuell passendes Weihnachtsgeschenk zu kreieren oder zu erstehen erfordert zudem meist Einfallsreichtum und eine längerfristige Planung. Um dem Widerspruch zwischen einer angeblich so besinnlichen Advents- und Weihnachtszeit und dem Stress des rechtzeitigen Besorgens passender Geschenke für die Liebsten zu entgehen, vereinbaren einige Familien und Paare sich dieses Jahr einmal nichts zu schenken. Eines ist sicher: Auf diese Weise entstehen jedenfalls keine enttäuschten Minen mehr unter dem Weihnachtsbaum, oder etwa doch?

"The same procedure as every year"

Dinner for One: Butler James und Miss Sophie beim Geburtstags-Dinner. Alle Jahre wieder lachen bis zu 15 Millionen Menschen über den Sketch über die alte Jungfer Miss Sophie, die ihren 90. Geburtstag mit ihren bereits verstorbenen und daher nicht anwesenden Freunden - Mr. Toby, Mr. Pommeroy, Admiral von Schneider und Mr. Winterbottom - feiert, wobei ihr Butler gleich in alle vier Rollen schlüpfen muss.

(von Christian Dumproff)

Man mag es kaum glauben, aber "Dinner for one" ist die am meisten wiederholte Sendung im deutschen Fernsehen und ist sogar im Guiness-Buch der Weltrekorde als am häufigsten wiederholte Fernsehproduktion aufgeführt. In den letzten fünf Jahren wurde "Dinner for one, oder: Miss Sophies 90. Geburtstag" allein in Deutschland im Schnitt 20 mal an Sylvester auf den verschiedenen Sendern ausgestrahlt, wobei der Sketch an sich nur 18 Minuten lang ist. In der Schweiz, in der sich der Sketch von der alten Miss Sophie und ihrem Butler James auch größter Beliebtheit erfreut, wurde dieser Wert sogar noch übertroffen, indem man "Dinner for One" jede Stunde auf der Mattscheibe erblicken konnte.
Doch was ist das Besondere daran, dass sich jedes Jahr so viele Menschen in Deutschland und auch in anderen Ländern wie Dänemark, Finnland, Österreich oder Norwegen immer wieder an Sylvester gern zusammenfinden, um "the same procedure as every year" zu frönen und den sich jedes Jahr wiederholenden Sketch anzuschauen?  Und dennoch kommt es zuweilen immer wieder zu Lachanfällen, bei denen kein Auge trocken bleibt, obwohl ihn einige schon längst auswendig kennen müssten. Doch woran liegt es, dass man immer wieder aufs Neue lachen muss? Ist es das längst zum Kult gewordene Tigerfell, welches dem armen Butler James im Laufe des Abends immer mehr zum Verhängnis wird? Oder der verzweifelte Versuch von James, seine würdevolle Haltung nicht zu verlieren, obwohl er immer betrunkener wird?
Der Hamburger Regisseur Heinz Dunkhase und der TV-Entertainer Peter Frankenfeld werden es selber nicht gewusst haben, als sie 1962 im englischen Blackpool an der irischen See ohne große Erwartungen im dortigen Varieté-Theater gesessen haben, um dem Stück "Dinner for One, oder Miss Sophies 90. Geburtstag", welches gerade auf dem Programm stand, beizuwohnen.
Obwohl der Titel für die beiden von vornherein nicht gerade nach einem Kassenknüller klang, so wurden sie spätestens nach den berühmten 18 Minuten eines Besseren belehrt, und als der Vorhang schließlich fiel, wussten die beiden sofort, welches Potenzial dieses Stück hatte: "Dinner for One" sollte die erfolgreichste Sendung des deutschen Fernsehens werden.
Bemerkenswert hierbei ist jedoch, dass ausgerechnet im Heimatland des britischen Humors, also sozusagen dem "Mutterland" dieses Sketches, das Stück völlig unbekannt war und immer noch geblieben ist, was eigentlich nicht zu erklären ist.
Anders verlief es, wie bereits erwähnt, in Deutschland: Nach der Entdeckung durch Dunkhase und Frankenfeld flimmerte "Dinner for One" schließlich am 8. Juli 1963 in der ARD-Live-Sendung "Guten Abend Peter Frankenfeld" zum ersten Mal auf den Bildschirmen in die deutschen Wohnzimmer hinein und setzte so den Grundstein für eine inzwischen über 40 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte, welche sich bestimmt noch fortsetzen wird. Und so kann man sich auch sicher sein, dass es genau in einem Jahr wieder Millionen Menschen inner- und außerhalb Deutschlands am Jahrenwechsel vor die Fernseher verschlägt, wenn es wieder heißt: "The same procedure as last year? - The same procedure as every year".

In diesem Sinne: "Cheeeeerio, Miss Sophie!"

Am anderen Ende der Welt - Teil 1

(von Anneli Lydia Fritzsch)

Jedes Jahr, kurz nach dem Ende ihrer Schulzeit, machen sich tausende junge Erwachsene auf den Weg in die große weite Welt. Und so setzte auch ich mich, einen Monat nach dem Abitur, in ein Flugzeug und flog rund 20.000 km ans andere Ende der Welt: nach Neuseeland.
Und so landete ich, nach fast 24-stündigem Flug am 10. August 2006 in Auckland, der größten Stadt des Landes, die von fast einem Drittel der Bevölkerung bewohnt wird. In "Aotearoa" - wie die Einwohner die Inseln nennen - leben knapp 4 Mio. Menschen, denen rund 40 Mio. Schafe gegenüber stehen. Neben der Landwirtschaft ist die Tourismusindustrie die wichtigste Einnahmequelle des Landes und so musste ich während meiner Reise widerwillig feststellen, dass es in Neuseeland nur so von Touristen wimmelt, man nie wirklich alleine ist und sich meist auf ausgetretene Pfade begibt. Die Größe des Landes wird von vielen Europäern unterschätzt und so stellte ich mit Erstaunen fest, dass die Nord-Süd-Ausdehnung 1600km beträgt, ich also auf meiner Reise weite Strecken hinter mich legen musste.
Nach wenigen Tagen verließ ich die überfüllte Metropole im Norden und machte mich auf in einen kleinen Ort namens Te Puke, um mit dem Kontrollieren von Kiwifrüchten für einige Wochen erst einmal Geld zu verdienen, um später davon reisen zu können. Es dauerte auch nicht lange und ich hatte durch Mund-zu-Mundpropaganda einen Job gefunden: So arbeitete ich zwei Monate in einem sogenannten "Packhouse" und musste überprüfen, ob die bereits eingepackten Früchte noch gut waren, sodass sie wenig später in alle Welt verschifft werden konnten. In dieser Zeit lernte ich Reisende aus aller Welt kennen und schloss gute Freundschaften. Nach dieser Arbeitsphase machte ich mich auf und reiste gemeinsam mit einigen Freunden durch die Nordinsel Neuseelands.
Unser erster Stopp war Rotorua, eine Stadt, die durch die vielfältigen geothermalen Aktivitäten ihrer Umgebung berühmt geworden ist. Zwar begegnete uns wohin auch immer wir gingen ein stechender Schwefelgeruch, jedoch entschädigten die faszinierenden Naturphänomene: blubbernde Mudpools (Schlammlöcher), meterhoch-spuckende Geysire und durch Mineralien gefärbte Gesteine oder aber die vielen heißen Quellen in denen wir auch ein Bad nahmen.
In dieser Region leben auch heute noch viele Ureinwohner Neuseelands, die Maori. Um deren Kultur näher kennenzulernen, nahmen wir die Chance wahr, eines ihrer Versammlungshäuser - ein sogenanntes Marae - zu besichtigen. Dies war allerdings speziell für Touristen hergerichtet worden, da solch ein Ort für die Maori noch heute heilig ist und nur für ihre religiösen Zeremonien genutzt wird. Alle traditionellen Gebäude der Maori sind durch aufwendige Schnitzereien verziert, welche Figuren ihrer Mythologie darstellen. Der Stamm hat verschiedene Riten, so zum Beispiel das traditionelle Kochen von in Blättern eingewickelten Speisen in einem heißen Erdloch. Weltberühmt ist das indigene Volk aber vor allem wegen dem Ritualtanz Haka, bei welchem die Krieger ihre Gegner durch eindrucksvolle Bewegungen, lautes Klatschen und Grimassen einschüchtern wollen. Dieser traditionelle Tanz wird beispielsweise bei Spielen der neuseeländischen Rugby-Mannschaft aufgeführt.
Der nächste Halt auf unserer Reise war Taupo, eine kleine verschlafene Stadt, von der aus man einen guten Ausblick auf die hohen Vulkane auf der gegenüberliegenden Seite des Sees hat. Neuseeland ist auch das Land des Extremsports und so ist es nicht verwunderlich, dass jährlich Tausende auf Gletschern herum klettern, mit Gummibooten reissende Flüsse durchqueren, an ein Seil gebunden von einer Brücke oder aber aus einem Flugzeug springen.
Und so setzte auch ich mich in Taupo an einem sonnigen Morgen in einen klapprigen Flieger, um die herrliche Landschaft von oben zu betrachten und um in 12000Fuß Höhe hinaus zuspringen. Nach einem fünfzigsekündigen freien Fall kreiste ich wie ein Vogel, den Rest der Strecke mit einem Fallschirm durch die Lüfte und genoss dabei einen atemberaubenden Ausblick auf das Central Plateau und den Lake Taupo.
Ein kleiner Ort im Westen der Insel wird jedes Jahr von vielen Touristen überschwemmt, denn sie alle wollen nur eines sehen: Glühwürmchen, denn Waitomo ist berühmt für die vielen "Glowwormcaves". In einer dieser unterirdischen Höhlen nahm ich an einer Tour teil und kletterte über Tropfsteine zu einem kleinen Fluss, dort ließen wir uns mit Hilfe von Gummireifen durch die Dunkelheit treiben. Plötzlich begann es über uns zu blinken und wenig später tauchten über uns Millionen von kleinen Leuchtpunkten auf. Ich kam mir vor wie unter einem riesigen Sternenhimmel. Von Waitomo fuhren wir wieder ins Landesinnere, wobei zu erwähnen ist, dass in Neuseeland die Entfernung bis zur nächsten Küste höchstens 110km beträgt.
Das Herz der Nordinsel bildet das Zentrale Hochplateau, welches sich aus den drei großen Vulkanen Tongariro, Ngauruhoe und Ruapehu zusammensetzt und zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Das ganze Gebiet ist ein riesiger Nationalpark und die Umgebung erscheint durch das graue, scharfkantige Gestein öde und lebensfeindlich, fast wie eine Mondlandschaft. Dennoch hat dieser Anblick auch etwas Faszinierendes an sich und so wagte ich mich an das "Tongariro-Crossing", die Überquerung eines Vulkans. An einem sonnigen Tag brach ich gemeinsam mit einer Freundin auf um den 1.968 Meter hohen Berg zu erklimmen. Der steile Aufstieg über Steingeröll kostete uns viel Kraft und ein wenig Enttäuschung machte sich breit, als wir oben im Südkrater standen, aber aufgrund einer riesigen Wolke nichts sehen konnten. Als wir jedoch an der schneebedeckten Spitze ankamen, hatten sich die Wolken aufgelöst und wir bewunderten den tollen Ausblick. Auf einem Plateau hoch oben wanderten wir vorbei an mehreren glasklaren Kraterseen, dampfenden Erdlöchern und den eindrucksvollen "Red Kraters", die aufgrund der Gesteinszusammensetzung dunkelrot leuchteten, bevor wir dann gegen Abend wieder hinab stiegen. Dieser Tagestrip gehört, trotz aller Anstrengung, mit zu den schönsten Erlebnissen meiner Reise.
Wie es mir auf der Südinsel bei der Arbeit auf dem Weinberg erging und welche beeindruckenden Ort ich dort erkundete, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe.

Gute Vorsätze - Eine Utopie?

(von Mirjam Fuchs)

Kaum haben sich zum Jahreswechsel die Rauchschwaden der Raketen und Böller am Himmel in Luft aufgelöst, erscheinen am Horizont unzählige Lichtblicke: Die guten Vorsätze für das Neue Jahr gehen an den Start. Sie gehören so untrennbar zur Silvesternacht wie der Film "Dinner for one". Und genauso wie sich die Prozedur von Miss Sophie und ihrem Butler Jahr für Jahr wiederholt, verhält es sich mit den guten Vorsätzen, die meist schon einige Tage nach dem Jahreswechsel wieder verblassen. Jedes Jahr aufs Neue nimmt man sich vor, mehr Sport zu treiben, sich gesünder zu ernähren, abzunehmen, mehr Zeit für die Familie einzuplanen, vielleicht weniger zu rauchen oder weniger Alkohol zu trinken. Dies sind nur einige wenige Punkte auf der Hitliste, um seine Lebensführung zu verbessern. Lauter edle Absichten, die auch schon vor zwei oder drei Jahren auf den Wunschlisten vieler Menschen standen, aber meist schon nach ein paar Tagen wieder in Vergessenheit geraten und erst zum nächsten Jahreswechsel wieder ausgepackt werden.
Aber warum scheitern nun so viele Absichten und gute Vorsätze? Das hat unterschiedliche Gründe.
Amerikanische Psychologen haben herausgefunden, dass vielen Menschen Verzicht besonders schwer fällt, wenn eine eventuelle Belohnung erst in weiter Zukunft wartet, zum Beispiel Rauchen: Spätestens zum ersten Januar fassen viele den Vorsatz weniger zu rauchen oder ganz aufzuhören. Wenn sie aber vor der Wahl stehen, zum Kaffee eine Zigarette zu genießen oder im Sommer sich von ihrem gesparten Geld eine Urlaubsreise zu leisten, entscheiden sich viele Menschen zugunsten des Sofortgenusses.
Außerdem gibt es schon bei der Formulierung der Vorsätze und Wünsche für ein neues Jahr Probleme, die dazu führen, dass die gewünschten Veränderungen schon im Ansatz stecken bleiben. Die unverbindlichen Konjunktive "möchte, könnte, sollte, müsste" sind derart unverbindlich, dass nicht einmal das eigene Unterbewusstsein sie ernst nimmt.
Ein weiterer Grund für das Scheitern ist eine übertriebene Menge an Vorsätzen - nach dem Motto "Je mehr desto besser". Wer abnehmen, das Rauchen aufhören und dazu noch mehr Sport treiben will, verlangt sich viel zu viel ab. Sind die meisten schon in ihrem normalen Alltag überlastet, erhöhen zu viele Ziele die Chance auf Fehlschläge ungemein.
Viele Vorsätze werden in der Silvesternacht verbalisiert, weil "man" das eben so macht. Wer sich allerdings fremde Ziele aneignet oder Ziele ohne innere Überzeugung nennt, tut sich schwer mit der Realisierung. Auch ein Vorhaben, das die Bereitschaft von anderen fordert, sich zum Beispiel weniger zu streiten, ist ein Punkt ganz oben auf der Hitliste des Scheiterns.
Wer nun die Gründe für das Scheitern von Vorsätzen kennt, hat die Anleitung fürs Bessermachen bereits auf der Hand. Wer nicht zu viel auf einmal fordert, etwa den Zigarettenkonsum nur schrittweise zu reduzieren, wird vielleicht auf lange Sicht mehr Erfolg haben. Erfolgreich umsetzen kann man nur wenige Ziele. Auch eine konkrete Formulierung trägt ungemein dazu bei, seine Wünsche in die Tat umzusetzen. Ich werde täglich 10 Minuten Gymnastik machen ist sicherlich konkreter gefasst, als ich möchte mehr Sport treiben. Wer dazu noch einen Ersatz für das unerwünschte Verhalten plant, wie ich esse statt eines Kuchens am Nachmittag lieber einen Apfel, wird vielleicht sein Wunschgewicht eher erreichen. Immer hilfreich sind auch eingeweihte Freunde und Verwandte, die sich vielleicht sogar bei der Verwirklichung aktiv beteiligen. Gemeinsam kann man immer mehr erreichen und wenn es nur um die mentale Unterstützung bei der Überwindung des inneren Schweinehundes geht.
Klappt es trotz aller gut gemeinten Vorsätze nicht, sollte man nicht zu sehr mit sich hadern. Nicht lamentieren, durchhalten! Jeder neue Tag bietet auch wieder die neue Möglichkeit seinem Ziel ein Stückchen näher zu kommen.

Aber das Neue Jahr wird mit Sicherheit viel entspannter beginnen, wenn Sie sich einfach mal vornehmen mehr zu essen, mehr zu rauchen oder fauler zu werden.

Europa im Nahen Osten

(von Alexandra Gehres)

Israel - zu diesem Land hat jeder seine eigenen Assoziationen. Diese reichen von den ewig andauernden Bildern über Konflikte und Terror, über Kippa tragende orthodoxe Juden bis hin zu jahrtausend alten Bauwerken in Jerusalem. Lässige Jogger am Strand, rauchende Studenten im Strandcafe´, braungebrannte Surfer, shoppende Touristen und nächtelange Partys sieben Tage die Woche passen irgendwie gar nicht in dieses Klischeebild von Israel. Doch genau das ist es, was man zu Gesicht bekommt, wenn man sich nach Tel Aviv, der zweit größten Stadt des Landes, begibt. Tel Aviv bedeutet übersetzt Hügel des Frühlings, außerdem wird sie  häufig als die "weiße Stadt" bezeichnet. Diese Assoziation rührt daher, dass das Leitmotiv der modernen Architektur "follow the function" im Tel Aviver Stadtviertel Allenby so konsequent wie sonst nirgends auf der Welt umgesetzt wurde. Verzicht auf Schnörkel, klare Linien, farblich den klimatischen Verhältnissen angepasster Bauhausstil lassen die Stadt weiß leuchten. Die architektonischen Gegebenheiten, der Lifestyle und die von Hochhäusern umrahmte Strandpromenade am Mittelmeer lassen die Stadt so erscheinen als könnte sie in Kalifornien, Italien oder vielleicht Frankreich liegen, aber nach Israel passt sie auf den ersten Blick so gar nicht.
Während in der Landeshauptstadt Jerusalem kaum ein Mann das Haus ohne religiöse Kopfbedeckung verlässt, kleiden sich die Tel Aviver, deutschen Maßstäben entsprechend, ausgeflippt bis normal, jedoch keinesfalls religiös. In Tel Aviv findet sich alles, was es in Jerusalem nicht gibt: Nachtleben, Schweinefleisch, Moslems neben Juden, und Alkohol in der Öffentlichkeit. Und genau das ist es, was man in diesem Land erkennen muss- DAS Israel gibt es nicht, jede Stadt, jede Region ist anders. Das Land lebt von seinen Kontrasten, denn in Israel prallen die arabische und die westliche Welt auf einer Fläche, die dem Bundesland Hessen entspricht, aufeinander. In Tel Aviv fühlt man sich europäisch, die Leute sind gesprächig, offen und freundlich. In Jerusalem hingegen weiß man bei jedem Schritt, wo man sich bewegt: im Nahen Osten.
Der Staat Israel wurde 1948 gegründet und sollte die neue Heimat zahlreicher europäischer Juden werden. Unterhält man sich heute mit jungen Tel Avivern und fragt sie nach ihrer Nationalität bekommt man daher nicht selten die Antwort sie seinen Europäer. Und gefühlt mag das vielleicht auch so sein. Aber in welchem anderen europäischen Land wird man beim Betreten von jedem Einkaufszentrum, wie am Flughafen von Bodycheck bis hin zu Infrarotdurchleuchtung von Taschen, kontrolliert? In welcher europäischen Stadt stehen an jeder Straßenecke bewaffnete Soldaten? Denn trotz des westlichen Flairs spürt man die, in Israel, allgegenwärtigen Spannungen. In Tel Aviv ist es in den letzten Jahren zwar ruhig geblieben. Terror scheint hier zur Vergangenheit zu gehören, aber sicher ist man sich dessen trotzdem nicht. Außerdem reicht eine einzige Stadt nicht aus, um ein Land europäisch zu machen. Denn es zählt immer das ganze Land mit allen seinen Facetten. Und trotz der Tatsache, dass Weihnachten in Bethlehem dieses Jahr so friedlich wie noch nie verlaufen ist, zeigen die aktuellen Ereignisse in und um den Gazastreifen etwas anderes. Die Konflikte im Land sind noch lange nicht ausgestanden und der Weg nach Europa rückt ein weiteres Mal in unendliche Ferne...

Erstsemester in Bamberg

(von Franziska Grünberg)

Bamberg ist eine kleine, aber quirlige Universitätsstadt mit historischem Geist und einem ausgeprägten kulturellen Leben. Die Wege in der pittoresken Stadt sind für die 9000 Studierenden kurz und die Atmosphäre ist sehr persönlich. Betreuung und gute Organisation werden hier groß geschrieben, in den meisten Fächern bestehen gute Betreuungsrelationen. Weil das so ist, studiert man in Bamberg zügiger als an anderen Universitäten. In Rankings gilt die Universität Bamberg daher auch als "Studientipp für Zielstrebige". Zur Lebensqualität tragen neben dem historischen Ambiente und der übersichtlichen Größe dieser Uni in der Stadt auch die vielen charmanten Wohnheimgebäude und die niedrigen Lebenshaltungskosten bei. In der Altstadt hat sich eine lebendige Studentenszene mit Buchläden, Restaurants, Bistros und Cafés gebildet.
In der Studentenkanzlei sah man Schlangestehende junge Menschen mit zahlreichen Formularen unter dem Arm, das heißt, für viel beschäftigte Universitätsangestellte herrschte auch wieder im vergangenen Oktober Hochbetrieb. Mit glücklichem Gesicht und dem neuen Studentenausweis in der Hand kamen die frisch Eingeschriebenen aus der Studentenkanzlei. Damit verbunden sind viele neue Eindrücke, Ansichten und Informationen. Dieser Anlass wurde genutzt, eine Erstsemesterin zu ihren neuen Eindrücken zu befragen.

F.G.:

Wie sind deine ersten Eindrücke von der Universitätsstadt?

Stud.:

Ich bin seit Oktober hier in Bamberg und habe mir die Stadt schon mit ihren schönen Gebäuden und den vielen Kirchen angesehen. Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Die Menschen erscheinen mir als sehr freundlich. Mir gefällt besonders gut, dass die Stadt nicht allzu groß ist und sehr gemütlich wirkt. Ich bin sehr beeindruckt von der Altstadt mit den schönen Häusern und dem Fluss. Ich hatte mich im Vorfeld über Bamberg informiert und war sehr begeistert, aber als ich die Stadt und das Studentenleben hier hautnah kennen lernte, war ich überwältigt. Die ersten Wochen waren sehr stressig, weil alles sehr neu und ungewohnt war, aber mittlerweile habe ich mich schon sehr gut eingelebt und ich fühle mich hier wohl.

F.G.:

Was trug dazu bei, dass dieses Wohlbefinden entstand?

Stud.:

Die gemütliche Atmosphäre hier in Bamberg, ist dafür sehr ausschlaggebend. Weil die Stadt nicht so riesig ist, fand ich sehr schnell Kontakt zu anderen Mitstudierenden und in den schönen Szenekneipen konnte man sich gut kennen lernen. Bevor ich anfing zu studieren, wusste ich noch nichts über den Aufbau meines Studienganges, aber die Erstsemestereinführungstage erleichterten mir die Zusammenstellung des Stundenplans. Ich bin sehr froh, dass ich die Entscheidung traf hier in Bamberg zu studieren, die Dozenten sind sehr sympathisch und man fühlt sich gut aufgehoben. Die Seminare, die ich bisher besuche sind anders als ich erwartet habe, aber sehr interessant.

F.G.:

Was hattest du für Erwartungen, bevor du anfingst zu studieren?

Stud.:

Hauptsächlich lag meine Erwartung darin, ein erfolgreiches Studium in Bamberg zu absolvieren, vor allem Spaß und Erfolg daran zu haben und mich hier wohl zufühlen. Ich habe natürlich vermutet, dass ein Studium nicht einfach wird, aber dass die Seminare und Vorlesungen so theoretisch sind, hätte ich auch nicht gedacht. Wenn man frisch von der Schule kommt ist das erstmal eine große Umstellung. Ich hätte auch nie erwartet, dass ich so viel selbst organisieren muss und nichts mehr vorgelegt bekommt. Aber ich habe mich mittlerweile sehr gut in die Organisation rein gefunden. Wiederum ist mir aufgefallen, dass ich ein Studium zeitaufwendiger eingeschätzt hätte. Aber es gefällt mir, dass man sich die Zeit sehr gut einteilen kann und dementsprechend seine Freizeit gut nutzen kann. Was ich nie erwartet hätte, ist, dass die Wohnungssuche viel Zeit in Anspruch nimmt, aber ich habe eine schöne Wohngemeinschaft mit sehr netten Mitbewohnern gefunden. Ich finde es vorteilhaft, zentrumsnah zu wohnen. Ich bin hier in Bamberg kaum auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, da ich alles sehr gut mit dem Fahrrad erreiche.

F.G.:

Was denkst du über die Finanzierung des Studiums?

Stud.:

Die Studiengebühren sind natürlich nicht wenig, aber ich habe von Seiten meiner Familie eine gute finanzielle Unterstützung, was diese Sache erheblich erleichtert. Jedoch finde ich die Lebensunterhaltungskosten hier in Bamberg relativ in Ordnung und die Mietpreise sind durchaus erschwinglich. Wenn man etwas erleben möchte, braucht man auch nicht allzu viel Geld in der Tasche, denn die Getränkepreise in den kleinen Kneipen sind wirklich in Ordnung. Mir ist aufgefallen, dass es in Bamberg viele Möglichkeiten gibt, sich mit einem Nebenjob, etwas dazu zuverdienen. Dann kann man sich durchaus auch mal etwas leisten und einiges unternehmen oder das kulturelle Angebot in Anspruch nehmen.

F.G.:

Wie gefällt dir das kulturelle Angebot?

Stud.:

Das kulturelle Angebot ist mir bisher noch etwas unbekannt, weil ich mich überwiegend mit den organisatorischen Dingen der Uni beschäftigte. Aber das Theater habe ich schon entdeckt und freue mich auch schon darauf es bald zu besuchen. Das Sportangebot der Uni finde ich super, denn es gibt ein großes Angebot an sportlichen Aktivitäten. Ich hatte mich gleich in den ersten Tagen für einen Kurs angemeldet und er gefällt mir sehr gut. Ein kulturelles Highlight was ich bisher miterlebte, war der Bamberger Weihnachtsmarkt. Die weihnachtliche Stimmung entstand hier sehr gut, aufgrund der weihnachtlich geschmückten Innenstadt und den süßen Verführungen an jeder Ecke.

F.G.:

Welche Wünsche hast du  für die folgenden Jahre in Bamberg?

Stud.:

Natürlich ist mein größter Wunsch, dass ich mein Studium erfolgreich absolviere. Das heißt, ich möchte alle Klausuren und Prüfungen so gut wie möglich bestehen, aber trotzdem viel Spaß dabei haben. Ich hoffe auf feste Freundschaften und eine unvergessliche Studienzeit. Ich wünsche mir für das Jahr 2009, aber auch für die folgenden Jahre eine schöne Zeit hier in Bamberg und freue mich darauf, die noch unbekannten Seiten der Weltkulturerbestadt, zu entdecken.

Ein kleiner Rundgang durch das historische Bamberg

(von Janine Hünten)

Wer kennt das nicht? Das Studium in Bamberg ist inzwischen etwas fortgeschrittener und man behauptet, dass man sich inzwischen gut auskenne in Bamberg. Zumindest findet man den Weg zur Uni und weiß, wo es, wann das günstigste Bier gibt. Nur die historischen Kenntnisse könnten vertiefter sein und deshalb wird jedes Semester erneut der Vorsatz gefasst, endlich mal eine Stadtführung mitzumachen. Aber dann ist es wieder soweit: Die Verwandtschaft rückt an und bei der Frage warum das alte Rathaus eigentlich ins Wasser gebaut ist, tappt man wieder einmal im Dunklen.
Damit euch das nicht mehr passiert, hier ein kleiner Rundgang durch Bamberg ...

Los geht unsere kleine Stadtführung am Maximiliansplatz, der nach König Max I. von Bayern benannt ist und wo jeden Mittwoch und Samstag ein Obst- und Gemüsemarkt stattfindet.
Hier sollte bereits betont werden, dass Bamberg eine 1000-jährige Geschichte hinter sich hat und auf Grund seiner zahlreichen historischen Baudenkmäler 1993 in das Weltkulturerbe der Unesco aufgenommen wurde.
Vom Maxplatz schlendern wir weiter über den grünen Markt, auf dem früher Obst und Gemüse verkauft wurde, an den zahlreichen Geschäften der Bamberg Fußgängerzone vorbei, bis hin zum Gabelmann. Der im Jahr 1698 geschaffene Neptunsbrunnen ist zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden und wird von den Einheimischen auf gut fränkisch "Gabelmoo" genannt.
Na, seid ihr bereits begeistert von dem historischen Stadtkern Bambergs? Dann habt ihr nun bestimmt ein offenes Ohr für eine kleine Einführung in die Geschichte...
Erwähnenswert ist, dass der Name Bamberg auf das Geschlecht der Babenberger im 8.Jahrhundert zurückgeht, die eine Burg auf dem Domberg besaßen. Nach dem Sturz der Familie wurde das Castrum Babenberg erst Reichsgut und gelangte an den Herzog von Bayern. Sein Sohn Heinrich der II. war dem Charme Bambergs vollkommen verfallen, weswegen er seiner geliebten Frau Kunigunde die Stadt als Morgengabe schenkte. Heinrich der II war es auch der die Erhebung Bambergs zum Bistum gegen Widerstand durchsetzte. So verhalf er Bamberg zu größerer Popularität und die Bischöfe, die auf Heinrich den II folgten, bauten Bamberg zu einer eindrucksvollen Stadt aus und gewannen weitere Gebiete hinzu, weshalb man ehrfurchtsvoll vom "deutschen Rom" sprach. Genauso wie Rom ist Bamberg nämlich auf  sieben Hügeln gebaut: Der Domberg, der Michelsberg, der Kaulberg, der Stefansberg, der Jakobsberg, die Altenburg und der Abtsberg.  
Die bischöfliche Macht wurde allerdings durch die Reformation stark erschüttert, was auch Bamberg zu spüren bekam. Die katholische Kirche behielt aber bis heute einen großen Einfluss in der Stadt. Im zweiten Weltkrieg blieb Bamberg zum Großteil verschont und konnte sich deshalb viele seiner historischen Gebäude bis heute erhalten.
Das sollte als Geschichtseinführung genügen, weshalb wir jetzt zügig in Richtung Altstadt weitergehen.
Wir überqueren die obere Brücke und bewundern von hier aus das Mühlenviertel. Schließlich gelangen wir zum alten Rathaus, das der Sage nach im Wasser gebaut ist, da der Bischof von Bamberg den Bürgern keinen Millimeter seines Bodens abgeben wollte. Also rammten die Bamberger für ihr Rathaus Pfähle in die Regnitz und schufen eine künstliche Insel inmitten des Flusses. Die Lage markiert jedoch die alte Herrschaftsgrenze zwischen bischöflichem Berg und bürgerlicher Inselstadt und ist somit als ehrgeizige Demonstration bürgerlichen Machtstrebens zu werten.
In der Altstadt angekommen laden die vielen gemütlichen Gasthäuser auf ein zünftig fränkisches Mittagessen ein. Hier kann man sich bereits ab neun Euro ein echt "frängisches Schäufala mit Gloß" und Rauchbier schmecken lassen.
Gut gestärkt geht’s nach dem Mittagessen weiter auf den Domberg. Hier bekommt man nun endlich den berühmten Bamberger Dom zu sehen. Dieser ist bereits das dritte Gotteshaus an dieser Stelle. Der Dom ist innen sehr schlicht gehalten und wir bekommen nun endlich den berühmten Bamberger Reiter zu sehen. Na, enttäuscht? Die meisten von Ihnen haben sich den Reiter wohl wesentlich pompöser vorgestellt, oder? Keine Sorge, das geht den meisten Besuchern so...
Zudem ist bis heute ungeklärt, wen die Figur eigentlich darstellt. Wichtig ist auch noch, dass Heinrich der II und seine Gattin Kunigunde im Dom begraben sind.
Wieder am Tageslicht sollte unbedingt noch ein Blick in die alte Hofhaltung geworfen werden, die früher direkt mit dem Dom verbunden war und durch die Fachwerkgebäude einen romantischen Blick verspricht.
Genau gegenüber finden wir nun die neue Residenz, die in zwei Bauabschnitten entstand. Heute befindet sich dort die Staatsbibliothek und die Staatsgalerie Bamberg.
Im Sommer muss uns unser Weg jetzt unbedingt in den Rosengarten führen, der nach den Entwürfen von Balthasar Neumann gestaltet ist und immer wieder zu musikalischer Unterhaltung einlädt. Von hier aus hat man auch einen schönen Blick über die Altstadt Bambergs und auf das ehemalige Benediktinerkloster St. Michael. Durch diesen schönen Anblick ist sicher   auch der faulste Besucher zu einem leichten Aufstieg zum Kloster zu motivieren.
Die Anstrengung hat sich gelohnt, oder? Denn die Decke des Klosters, der sogenannte Himmelsgarten, mit seinen 578 Heilkräutern und Blüten verzaubert nicht nur Naturliebhaber. Zudem kann man den wunderschönen Ausblick auf ganz Bamberg von der Terrasse des Klosters bei Kaffee und Kuchen genießen.
Wenn nun der Weg zum Kloster St.Michael schon eine sportliche Herausforderung dargestellt hat, lassen wir unsere kleine Stadtführung mit einem Spaziergang im Hain ausklingen, der auf Grund der vielen Brutvögel und Großkäfer als europäisches Biotopnetz ausgewiesen ist.
Oder seid ihr etwa immer noch topfit? Dann könnten wir noch eine  kleine Wanderung auf die Altenburg wagen. Diese diente früher zunächst als Fliehburg und später als bischöfliche Residenz. Heute beherbergt sie ein Restaurant, wo wir uns nach dem anstrengenden Aufstieg mit Würstchen und Sauerkraut stärken und den Tag so richtig "frängisch" ausklingen lassen können.

Bamberg - klein aber oho

Bamberg eine kleine, aber quirlige Stadt, die zu entdecken sich lohnt - und wo es sich gut leben lässt!

(von Simone K.)

Bamberg, UNESCO-Weltkulturerbe seit 1993, ist mit 70.000 Einwohnern (davon 9.000 Studenten) eine historische und zugleich moderne, lebendige Stadt, in der Fortschritt und Tradition reibungslos nebeneinander existieren können.
Man sagt über Bamberg, es sei auf sieben Hügeln errichtet wie Rom, durchkreuzt von Wasseradern wie Venedig und gleichsam schön wie die Prager Altstadt, die übrigens von den gleichen Baumeistern errichtet wurde wie Bamberg. Als bauhistoriches Kunstwerk hat Bamberg viele Sehenswürdigkeiten aufzuweisen: neben der wunderschönen Altstadt gibt es unter anderem den romanisch-gotischen Kaiserdom, das Alte Rathaus sowie den Bamberger Reiter, die einen Besuch wert sind. Das idyllische "Klein-Venedig” mit seinen Fischerhäusern ist genauso beeindruckend wie die Neue Residenz mit ihrem barocken Kaisersaal.
Als Kulturelle "Schmankerl" gelten das E.T.A.-Hoffmann-Theater, die weltberühmten Bamberger Symphoniker, das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia und die Staatsbibliothek. Daneben existieren über 200 weitere Vereinigungen, die das kulturelle Leben Bambergs formen. Außerdem gibt es unzählige Galerien und Museen, angefangen von "klassischen" Einrichtungen wie dem Historischen Museum und dem Diözesanmuseum über das Naturkundemuseum bis hin zum Brauereimuseum oder dem populären E.T.A.-Hoffmann-Haus. In den letzten Jahren tat sich besonders die Villa Concordia hervor, deren Betreiber die Ausstellung moderner Kunst in der Öffentlichkeit veranlassten. Nichtzuletzt ist der Bamberger Skulpturenweg zu erwähnen, der 2003 noch erweitert wurde.
Neben diversen Museen wie dem Historischen Museum, dem Naturkundemuseum und dem Fränkischen Brauereimuseum bietet Bamberg noch mehr Möglichkeiten, den kulturellen Hunger zu stillen: je nach Geschmack kann man z. B. die Bamberger Symphoniker, Veranstaltungen im Jazzclub Bamberg oder musikalische Veranstaltungen der Universität besuchen. Wer Theater mag, kann unter anderem Aufführungen im E.T.A.-Hoffmann-Theater oder im Theater der Schatten ansehen. Weitere Einrichtungen, die in der Freizeit aufgesucht werden können, sind beispielsweise die Stadtbücherei oder das Staatsarchiv.
Bamberg hat ein breit gefächertes Angebot an Veranstaltungen für junge Leute. Vor allem für Studenten, die meist knapp bei Kasse sind, gibt es jeden Tag vielfältige Happy-Hour-Angebote in zahlreichen Szene-Restaurants- und Kneipen wie z. B. dem Bolero, dem Il Centro oder dem Salino.
In der freien Zeit zwischen den Vorlesungen mal schnell einen Kaffee trinken: kein Problem in Bamberg! Das unter Studenten sehr beliebte Café Müller bietet eine angenehme Atmosphäre dafür, jedoch auch das Café Luitpold, die Caffèbar am Kranen oder das Café Abseits sind gut besuchte "Zwischenstopps”. Aufgrund der zentralen Lage der Universität sind alle Cafés schnell zu Fuß zu erreichen. Studiert man in der Feldkirchenstraße, die etwas außerhalb des Bamberger Zentrums liegt, kann man auch von hier aufgrund der guten Busverbindung schnell in die Innenstadt gelangen. Wem das immer noch zu langsam ist: Drahtesel packen und rein in die Pedale! Häufig ist man so schneller am Ziel angelangt.
Menschen, die auf Club-Feeling nicht verzichten wollen, kommen auch in Bamberg auf ihre Kosten. Live-Club, CM, Morph Club oder Vamos: für jeden Musik- und Ambiente-Geschmack ist hier etwas dabei!
Im Sommer stellen die verschiedenen populären Bierkeller (so heißen in Bamberg die Biergärten) das Highlight dar. Neben diversen Biersorten gibt es hier meist zünftige Brotzeit, die lauschige Atmosphäre im Freien mit vielen Besuchern macht den Aufenthalt vollends zu einem schönen Erlebnis. Oftmals ist die Lage der Biergärten ein wenig außergewöhnlich, so dass einige gar nicht erst per pedes zu erreichen sind und mit dem Auto angesteuert werden müssen. Aufgrund der partiellen Abgeschiedenheit der Keller auch innerhalb der Stadt müssen teilweise längere Fußmärsche sowie etwas mühsamere Aufstiege wie auf den Kaulberg unternommen werden. Der Fußmarsch jedoch lohnt sich!
Auch für sportliche Menschen lässt Bamberg keine Wünsche übrig: es gibt Sportvereine,  Reithallen, eine Rollschuhbahn, Tennishallenplätze, Freibäder, usw. Eine besonders erfolgreiche Sportart stellt Basketball in Bamberg dar - die Bamberger Brose Baskets wurden im Jahr 2007 Deutscher Meister!
Bamberg ist eine überaus lebhafte Stadt der Kultur und Kunst. Außerdem gilt die Bischofsstadt, in der dem Glauben erhebliche Wertschätzung widerfährt, als eine Stadt des Sports und der Bildung (es sei neben der Universität auf die zahlreichen Schulen verwiesen) und trägt überdies durch ihre Vielzahl an Brauerein den Charakter einer Bierstadt.

mom sek afk brb

(von Julia Kießling)

Nein, diese Buchstabenaneinanderreihung entspringt nicht einem Programm zum Erlernen des Zehnfingersystems. Nein, auch der 1999er Hit der "Fantastischen Vier" ist nicht verantwortlich für diese Zeile. Nein, es handelt sich hierbei auch nicht um eine fremde Sprache - zumindest um keine offiziell anerkannte. Diese vier Worte haben die Bedeutung: "Moment, Sekunde away from keyboard, be right back", übersetzt also: "Einen Moment bitte, ich bin kurz weg, werde jedoch gleich wieder da sein.".

Wahrscheinlich wussten dies einige, großteils vermutlich die jüngeren Leser dieses Artikels. Woher dieses Wissen stammt? Aus dem Umgang mit dem Computer. Diese und ähnliche Kürzel gehören zur Alltagssprache in verschiedenen Chatrooms, in denen immer mehr Jugendliche ihre Freizeit verbringen. Das Surfen im Internet gehört für viele von ihnen genauso selbstverständlich in den Tagesablauf wie die Pause in der Schule. Ganz nebenbei lernen sie so, den Computer zu beherrschen, problemlos kopieren sie Texte oder Bilder, wechseln durch Programme, erstellen Ordner und tippen in rasender Geschwindigkeit. All diese Dinge können ihnen natürlich sehr von Nutzen sein, wenn es später ans Erstellen von Seminararbeiten oder Ähnlichem geht. Selbst an vielen Schulen gibt es heutzutage oft schon Hausaufgaben, die am Computer zu erledigen sind, beispielsweise mithilfe spezieller Lernsoftware. Für die Schüler stellt die Bedienung derselben in den meisten Fällen wohl kaum Probleme dar und bietet laut eigenen Worten sogar eine nicht unwillkommene Abwechslung im tristen Hausaufgabenalltag.

Doch wie sieht es eigentlich auf Seiten der Lehrer aus? Wie gut ist es um deren Computer-Know-How bestellt? Mit Erschrecken muss man selbst heute noch an etlichen Schulen feststellen, dass kaum mit dem neuen Medium gearbeitet wird. Natürlich mag das bei einigen Pädagogen verständlicherweise am Alter liegen, doch auch viele jüngere Kollegen wagen sich nur ungern an den PC. Selbst unter Studenten erweist es sich oft als Problem, beispielsweise eine kurze Präsentation anzufertigen, obwohl es genug gute Software gäbe, die sich durch ihre einfache Bedienung regelrecht zum Erstellen von Referaten oder Ähnlichem anbietet. Dinge, die Jugendliche spielerisch in ihrer Freizeit erlernen, stellen für etliche Erwachsene eine schier unlösbare Aufgabe dar. Dabei ist es doch gerade dieses neue Medium, das mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil unser aller Leben geworden ist.

Sollte man dem also tatsächlich so kritisch und verschlossen gegenüberstehen, wie es noch allzu häufig zutrifft? Oder wäre es nicht viel klüger, sich endlich dem neuen Medium zu öffnen? Denn es bietet nicht nur zur Freizeitgestaltung diverse Möglichkeiten, sondern kann auch im Schul- und Universitätsalltag eine große Hilfe sein, sei es nun zur schnellen Erstrecherche von Informationen, zum Erstellen von Präsentationen, zur einfachen Illustrierung trockener Themengebiete, zum Erledigen von Hausaufgaben oder Erlernen neuen Stoffes. Zudem wird für viele Schüler der PC in ihrem späteren Berufsleben zu einem unabdingbaren Begleiter, weshalb ihnen der vernünftige Umgang mit diesem Gerät bis dahin beigebracht sein sollte. Natürlich kann und soll nicht jeder von uns ein kleines Computerass werden. Aber die Zeichen der Zeit sollten doch vielerorts noch besser erkannt werden.

STUDIERENDE IM STRESS

Wer kennt es nicht? Referate stehen an, Portfolios sollen geschrieben werden und nebenbei noch all der organisatorische Aufwand... Studierende stehen unter Stress.
Aber was tun dagegen? Wie lässt sich Stress bewältigen? Im Folgenden einige Tipps und Möglichkeiten...


(von Anja Laubmann)

Stress!!! - Was tun?

Die schädlichen Auswirkungen von Stress sind jedem bekannt: Sie reichen von Verspannungen über innere Leere bis hin zu Bluthochdruck.
Stress entsteht durch eine Diskrepanz zwischen selbst- und fremdgesetzten Ansprüchen und der Fähigkeit, diese zu erfüllen.
Daraus ergeben sich drei grundsätzliche Ansatzpunkte des Stressmanagements:
Man kann aktiv Gegebenheiten, die Stress hervorrufen, ändern, beispielsweise Aufgaben an andere delegieren, Lärmschutzfenster einbauen, usw.
Zum Zweiten ist meist eine Änderung der persönlichen Einstellung unerlässlich, um Stress zu reduzieren. Aspekte wären hierbei zum Beispiel, seinen Perfektionismus auf ein gesundes Maß zu reduzieren oder Schwierigkeiten als Herausforderungen zu interpretieren.
Eine dritte Möglichkeit stellt schließlich die Reduktion physischer und psychischer Stressoren dar. Dies kann kurzfristig zum Beispiel durch Ablenkung oder Psychopharmaka geschehen, langfristig durch die Pflege von Freundschaften und Entspannungsübungen.

Lass die Muskeln spielen!

Eine bekannte Methode zur Entspannung ist die progressive Muskelrelaxation. Dabei geht es um einen rhythmischen Wechsel von An- und Entspannung einzelner Muskeln bzw. Muskelgruppen. Wichtiges Ziel ist es, die Wahrnehmung für Spannungsempfindungen zu sensibilisieren. Erst so kann der Unterschied zwischen An- und Entspannung in aller Deutlichkeit zu Tage treten. Besonders bedeutsam ist es, die Entspannung in vollen Zügen zu genießen.
Die trainierte Entspannungsfähigkeit sollte dann idealerweise auch gezielt in alltäglichen Situationen eingesetzt werden.

Die Kraft der Gedanken

Das kognitive Stressmanagement setzt auf gedanklicher Ebene an. Ziel ist es, sich zunächst einmal stresserzeugende und stressverschärfende Gedanken bewusst zu machen. Anschließend werden diese individuelle Einstellungen und Bewertungen hinterfragt, zum Beispiel im Hinblick auf ihren Realitätsgehalt oder den Nutzen solcher Gedanken ("Hilft mir dieser Gedanke?"). Auch eine temporale Relativierungen ("Wie denke ich in zehn Jahren über diese Situation?") und "Entkatastrophierungen" ("Wie wichtig ist diese Situation? Was kann wirklich passieren?") können hierbei hilfreich sein. Daneben sollen stressvermindernde "Einsagen", die durch direkte Selbstverbalisation zur Beruhigung und Erholung geeignet sind, aufgebaut und möglichst im Alltag verankert werden.

Genießen, aber richtig

"Genusstraining" heißt ein weiteres Zauberwort der Stressbewältigung. Hier geht es darum, seine Freizeit gezielt erholsam zu gestalten, um somit einer Auffassung eigener Hobbys und Freizeitaktivitäten als weitere Leistungsanforderungen entgegenzuwirken.
Das Genusstraining umfasst mehrere Stufen: Zunächst geht es darum, sich an positive Dinge zu erinnern, um auf diese Weise Lust auf neue, angenehme Erlebnisse zu bekommen. Der zweite Schritt besteht in der Planung konkreter Aktivitäten, denn auch Vorfreude ist ein lustvolles Erlebnis. Letztendlich werden dann natürlich die Vorhaben in die Tat umgesetzt.
Auch beim Genießen sind einige Regeln zu beachten:

Es lebe der Sport!

Eine häufig unterschätzte, aber äußerst wirksame Methode, Stress zu reduzieren, ist die Ausübung von Sport.
Jeder Erwachsene braucht am  Tag mindestens 30 Minuten intensive Bewegung. Ausreichende sportliche Betätigung dient nicht nur dem Entgegenwirken von Gesundheitsrisiken wie einer Schwächung des Immunsystems oder Übergewicht, sondern auch der Wellness von Körper und Seele.
Vor allem dem Ausdauersport wird eine therapeutische Wirkung, insbesondere gegen depressive Verstimmungen, zugeschrieben.
Wer also regelmäßig Sport treibt und in seinen Alltag ausreichend Bewegung bringt (zum Beispiel dadurch, einfach mal die Treppe statt des Aufzugs zu nehmen), tut nicht nur seinem Körper etwas Gutes, sondern baut nebenher noch Stress ab.

Ziele und Zeit

Um im täglichen Leben möglichst wenig Stress zu erleben, ist es wichtig, sich über seine Ziele im beruflichen, familiären und persönlichen Bereich im Klaren zu sein. Ziele sollten immer positiv und als Handlungsziele formuliert werden. Das Ziel "Ich schreibe zeitnah mein Portfolio" zeigt einen positiven Zustand auf und beinhaltet eine Handlung. "Mein Portfolio wird nicht erst in den Ferien geschrieben" hingegen lenkt den Blick aufs Negative und stellt ein Wunschziel dar.
Ist man sich seiner Ziele bewusst, gilt es, seine Zeit bewusst nach diesen Zielen auszurichten. Nicht außer Acht gelassen werden darf die Balance zwischen Arbeit, Freizeit, Zeit für andere und für sich selbst.
Schließlich streben wir alle ein erfülltes, kein gefülltes Leben an.

Lachen ist gesund!

Humor ist ein hervorragendes Mittel, mit Stressoren umzugehen. Durch ihn gewinnt man Abstand zu sich selbst, anderen Menschen und Belastungen. Lachen bewirkt die Ausschüttung von Glückshormonen und sorgt so für das Empfinden positiver Gefühle.

Ist Stress auch zu was gut?

Der Begriff "Stress" hat ein negatives Image. Mit "Stress" werden Dinge wie Druck, Zwang, Hektik, Überforderung und Anspannung assoziiert.
Ist Stress also nur ein Phänomen der Zeit, eine unangenehme Begleiterscheinung unserer Gesellschaft?
Fakt ist, dass Stress schon seit Beginn der Menschheit existiert. Stress ist eine sinnvolle, körperliche Reaktion auf eine kurzzeitige Belastungssituation. Stand man in früheren Zeiten plötzlich einem Säbelzahntiger gegenüber, galt es für den menschlichen Körper, durch einen hohen Aktivierungsgrad eine kurzfristige Leistungssteigerung zu bewirken.
Heute erscheinen die Säbelzahntiger nur noch auf dem Papier in Form von Hausarbeiten, Referaten oder gar Prüfungen. Das Problem ist, dass uns all diese Dinge nicht nur für kurze Zeit in Anspruch nehmen, sondern unser Erregungsniveau langfristig hoch bleibt. Wenn wir aber unfähig sind, unser Ruheniveau zu erreichen, kommt es zu Erschöpfungszuständen und scheinbar nicht zu bewältigenden Situationen - Grund genug, einige der hier vorgeschlagenen Möglichkeiten für einen stressfreieren Alltag zu beherzigen.

Sackgasse M.A. Geschichte

(von Julia Röckelein)

"(...) Mit 12 Prozent ist die Arbeitslosenquote der Historiker die geringste unter allen Geisteswissenschaftlern in der Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren. Die Arbeitslosenquote für Historiker insgesamt sank zwischen September 2005 und September 2006 um 20,8 Prozent. (...)" So schreibt Thomas Jansen am 13. September 2007 in seinem Artikel auf www.fazjob.net, einer speziell für den Arbeitsmarkt konzipierten Internetseite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.  
Scheinbar rosigen Zeiten auf dem Stellenmarkt sehen demnach Absolventen der Geisteswissenschaften entgegen, doch die Realität sieht meist anders aus- wie viele andere Prognosen und Untersuchungen zeigen. Insbesondere für ein Studium der Geschichte prophezeit das Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt (isa) schlechte Zukunftschancen - außer man erwirbt während des Studiums noch etliche Zusatzqualifikationen und berufspraktischen Erfahrungen.
Einen Anstieg der arbeitslosen Akademiker auf dem Sektor der Geschichte im Jahr 2007 gegenüber 2000 dokumentiert auch eine Studie der Bundesagentur für Arbeit. Bis 2012 bleiben die Prognosen ähnlich trostlos.
Diese Erfahrung, mit einem sehr guten Notendurchschnitt keine Anstellung zu bekommen, musste auch Sabine Rottenbacher (Historikerin) machen, nachdem sie 2007 ihr M.A.-Studium an der Otto-Friedrich-Universität absolvierte.
Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen während des Studiums und danach und ihren Ausweg aus einer unsicheren Zukunft als Historikerin.

J.R.:

Mit welchen  Zielen und Vorstellungen bist Du nach dem Abitur 1999 in den neuen Lebensabschnitt gestartet?

S.R.:

Grundsätzlich war es mir zu dieser Zeit natürlich wichtig, einen Beruf ganz nach meinem Interesse anzustreben, den ich vor allem zeitlebens mit Freude und Elan ausüben kann.
Es war also auch mein Vorhaben, Geschichte zu studieren, um dann in einem Archiv oder als Quereinsteigerin im PR-/ Öffentlichkeitsbereich tätig zu sein. Doch dass meine Vorstellungen letztendlich nicht in die Realität umzusetzen waren, wurde mir erst im Laufe des Studiums klar...

J.R.:

Kam für Dich also von vorneherein nur eine akademische Laufbahn in Frage?

S.R.:

Jein. Ich hatte zwar überlegt, im Bereich Fremdsprachen - beispielsweise eine Ausbildung zur Europa-Sekretärin - zu beginnen, habe mich dann aber fürs Studium entschieden.

J.R.:

Du hast schließlich einen Magisterstudiengang mit Hauptfach Geschichte aufgenommen. Was hat Dich dazu motiviert?

S.R.:

Meine Begeisterung für historische Ereignisse, Stätten und Hintergründe bestand eigentlich schon immer, wozu auch mein kulturinteressiertes Elternhaus beigetragen hatte. So lag es für mich, als Bambergerin natürlich nahe, an einem ohnehin geschichtsträchtigen Ort wie Bamberg zu studieren.
Konkret hatte ich M.A. Neuere/Neueste Geschichte als Hauptfach gewählt, als Nebenfächer Romanistik mit dem Schwerpunkt Spanisch sowie Politikwissenschaft. Meine Motivation für die letzteren Fächer bestand ebenfalls im Interesse für die Sprache einerseits und für die zeitgeschichtliche Dimension der Politik andererseits. Ich sah in ihnen ein gutes Kombinationspotenzial mit dem Hauptfach Geschichte.

J.R.:

Warst Du Dir zu diesem Zeitpunkt der Arbeitsmarktchancen bewusst?

S.R.:

Wie gesagt, ich hatte zu Beginn des Studiums falsche Vorstellungen von der Berufsrealität. Zudem muss ich zugeben, dass ich mich nicht sonderlich intensiv darüber informiert hatte, wie meine beruflichen Chancen auf dem 'Geschichtssektor' später sein würden.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Jobs in diesem Bereich zwar nicht auf der Straße liegen, aber dass ich mit diversen Praktika und einem guten Abschluss doch einen Job bekommen würde. Diese Vorstellung hat sich dann aber als Illusion erwiesen - nicht nur für mich, auch für viele andere Kommilitonen, die teilweise in der Promotion oder in einem schlecht bezahlten Volontariat einen letzten Ausweg sehen, weil sie keinen Job gefunden haben. So mancher ist - wie ich - dann aufs Lehramt gewechselt. Nur wenige hatten Glück und bekamen einen Job.
Im Laufe des M.A.- Studiums habe ich erkennen müssen, dass die Arbeitsmarktchancen für geschichtswissenschaftliche Berufe tatsächlich nicht so rosig aussehen und mich daher um Zusatzqualifikationen bemüht, verstärkt Praktika gemacht, ein Auslandssemester in Spanien absolviert, das Praxisprogramm Wirtschaft der IHK speziell für Geisteswissenschaftler durchlaufen und mich auf meinen Nebenjob im Bereich Geschichte/ historische Schlossführungen konzentriert.

J.R.:

Wie sah für Dich nach dem Abschluss im Oktober 2006 die berufliche Zukunft letztendlich aus?

S.R.:

Nach unzähligen erfolglosen Bewerbungen war die Realität schon hart. Ständig mit ca. 150 und mehr Bewerbern konkurrieren zu müssen, die ebenfalls sehr gute Abschlüsse hatten, Praktika en masse oder sonstige Erfahrungen gemacht hatten, war nicht sehr motivierend.
Nach einem Jahr Bewerbungsphase, Vorstellungsgesprächen und psychischen Tiefs habe ich einen Schlussstrich gezogen und mich entschlossen, trotz des Zeitaufwands, noch einmal auf Lehramt zu studieren, wobei mir ja das Geschichtsstudium anerkannt wurde.
Letztendlich war mein Plan A, im Archiv zu arbeiten - entweder im gehobenen oder höheren Dienst, da ich bereits ein Vorstellungsgespräch beim Bundesarchiv für ein Archivreferendariat im höheren Dienst hatte. Mein Plan B ist eben nun, Lehrer zu werden.

J.R.:

Also stehst Du auch vollends hinter dieser Entscheidung, ein Zweitstudium in Form eines Lehramtsstudiengangs  aufzunehmen?

S.R.:

Eigentlich hatte ich bereits während meines Erststudiums in Erwägung gezogen, auf das Lehramt zu wechseln, als mir meine schlechten beruflichen Perspektiven bewusst wurden. Jedoch hätte ich ein zweites Hauptfach noch einmal von vorne beginnen müssen und so verwarf ich die Idee wieder, vor allem um mich auf meinen Magisterabschluss zu konzentrieren.
Das Zweitstudium nahm ich auf, um mich nicht noch länger mit Jobs, die nicht meiner Qualifikation entsprechen, über Wasser halten zu müssen. Eine Promotion wäre natürlich eine Möglichkeit gewesen, aber keine, mit der ich mich hätte wahrhaft  identifizieren können.
Zusätzlich motivierend für das Lehramtsstudium war vor allem eine Aushilfslehrerstelle an einer Bamberger Realschule, bei der ich von März bis Ende Juli 2007 zwei 8. Klassen und eine 10. Klasse im Fach Geschichte unterrichtete. Seitdem stehe ich zu 100% hinter meiner Entscheidung und bin mit Leib und Seele dabei, Kinder später für die Aktualität von Geschichte zu begeistern. Somit nehme ich es gerne in Kauf, noch einmal das zweite Hauptfach Deutsch komplett von Beginn an zu studieren.

J.R.:

Wenn Du noch einmal im Jahr 1999 starten könntest, was würdest Du anders machen?

S.R.:

Ich würde mich umfassend informieren und sicherlich auch schon während der Schulzeit Praktika machen, wobei meines Wissens mittlerweile Schüler des G8 in der Oberstufe Praktika machen müssen. Die Berufsberatung für Gymnasien scheint für mich im Nachhinein nicht sonderlich sinnvoll.
Zudem würde ich wieder Lehramt studieren, denn mir macht es wirklich Spaß. Je mehr man lernt und je mehr Schulpraktika man macht, desto mehr weiß man letztendlich auch, was einen erwartet und wofür man alles auf sich nimmt.

J.R.:

Was würdest Du Schulabsolventen raten?

S.R.:

Sie sollten sich intensivst in den beruflichen Bereichen informieren, in denen sie arbeiten wollen.  Sie sollten vor allem Perspektiven und Prognosen genau beobachten und  beachten. Soweit möglich sind Praktika sehr von Vorteil.
Grundsätzlich jedoch ist es sicherlich nicht sinnvoll, irgendeinen Beruf zu ergreifen, der zwar besonders gute Einstellungschancen bietet, mit den eigenen Interessen und Neigungen aber kaum übereinstimmt.  Ich denke, dass aber das Lehramt eine gute Möglichkeit bietet, Interesse mit Beruf zu verbinden - in vielerlei Hinsicht.

Dass der Lehrerberuf - was die Zukunftschancen anbelangt - sicherlich eine gute Wahl ist und die Nachfrage stetig wächst, zeigt die Prognose von Spiegel online- Schulspiegel. Demnach werden bis 2015 400.000 Lehrer in Pension gehen und es müssten jährlich 30.000 neue Lehrer eingestellt werden, um sie zu ersetzen. Also heißt der Appell an Abiturienten nach wie vor "Lehrer werden!"

StudiVZ - kostenloses Studentennetzwerk oder kommerzielles Online-Netzwerk?  

StudiVz erfreut sich immer größerer Beliebtheit unter deutschen Studenten. Doch nicht immer ist alles Gold, was glänzt. Über StudiVz und seine User, mögliche Gefahren dieser Online-Plattform, Zweifel am Datenschutz sowie über den leichtsinnigen Umgang von Studenten des 21. Jahrhunderts mit persönlichen Daten.

(von Michael Ruß)

Das heutige Zeitalter der Technik hat auch unter Studenten eine neue Form der Kommunikation hervorgebracht. Kommunikation - von jeher ein wichtiger Prozess der menschlichen Interaktion - wird auch im studentischen Milieu zunehmend von Schlagworten wie WEB 2.0, SMS oder StudiVZ dominiert.
Kaum einer der knapp 2 Millionen deutschen Studenten kann sich heute dem Online-Netzwerk StudiVZ entziehen. So kommt es, dass an deutschen Universitäten mittlerweile ein Großteil der Studierenden auf dieser Online-Plattform, getreu dem Slogan  des Studentenverzeichnisses "Bist Du schon drin?", vertreten ist.
StudiVz zählt Ende 2008 knapp 6 Millionen Nutzer, die ihre Profile hinterlegen, Fotos hoch laden und meist persönliche Informationen wie Alter, Hobbys oder gar Adressen einstellen. Der Sinn von StudiVZ ist, mit Freunden, die man schon kennt, in Kontakt zu bleiben. Es handelt sich somit in erster Linie um eine Kommunikationsplattform.
Das Online-Netzwerk, welches im Oktober 2005 gegründet wurde und innerhalb kürzester Zeit zu einer beliebten "Social Community" avancierte, gehört heute der Verlagsgruppe Holtzbrinck, die wiederum u. a. die überregionale Zeitung "Die Zeit" oder  die Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" unter sich vereint. StudiVZ ähnelt der populären amerikanischen Web2.0-Plattform  Facebook, dem mit 120 Millionen Nutzern größten Online-Netzwerk der Welt. Zu StudiVZ zählen mittlerweile die Ableger schülerVZ sowie meinVZ, die eine andere Zielgruppe ansprechen. Insgesamt sind in allen drei Plattformen zusammen 12 Millionen Nutzer registriert.
Seit der Übernahme des beliebtesten Studentennetzwerkes Europas durch Holtzbrinck Networks im Jahre 2007, für die die Verlagsgruppe ca. 85 Millionen Euro zahlte, wächst der Zweifel, ob es sich bei StudiVz langfristig um ein kostenloses Studentennetzwerk handelt oder um eine kommerziell ausgerichtete Online-Plattform. So wurde unmittelbar nach dem Kauf die allgemeine Geschäftsordnung geändert, die die Personalisierung von Werbeinhalten ermöglicht. Dies bedeutet, dass jeder Nutzer auf Basis seiner Interessen, seines Alters, Geschlechts, Wohnortes, Uni-Standortes oder Fachrichtung angepasste Werbung während der Nutzung seines Profils erhält. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn ein Student Werbung von T-mobile eingeblendet bekommt, jedoch  keine von L’Oréal für weibliche Kosmetikartikel. Die Frage, die sich jedoch bei personalisierter Werbung stellt, ist, ob es sich hierbei um eine gute Geldquelle zur Finanzierung von StudiVZ handelt und somit auf die kommerzielle Nutzung dieser Online-Plattform hinweist oder ob es sich dabei gar um "schnüffeln pur" handelt und somit den Spitznamen "Stasi 2.0" oder "Schnüffel-VZ" verdient hat.
Vor allem bezüglich des Datenschutzes lässt sich Kritik an studiVZ, wie auch bei vielen anderen Online-Diensten, üben. Was ist nämlich, wenn die persönlichen Daten nicht nur zur personalisierten Werbung verwendet werden, sondern gar an Dritte verkauft werden? Welche Bedeutung kommt diesem Online-Netzwerk bei der Bewerbung oder Anstellung im späteren Berufsleben zu? Informieren sich Personalchefs vielleicht via StudiVz über den Bewerber? Ist es dann hilfreich bei StudiVZ ein Profil zu besitzen oder eher hinderlich? Genauso gut könnte es sein, dass ein Bewerber, der kein Nutzer bzw. Mitglied dieser Online-Plattform ist, einen Nachteil bei einer potentiellen Anstellung erfährt, dahingehend dass das Nicht-Mitglied sein, auf eine Außenseiterrolle in der Gesellschaft oder eine nicht gelungene Sozialisation hinweist.  Dies sind alles mögliche Probleme, die sich durch dieses Online-Verzeichnis für Studenten im 21. Jahrhundert stellen.         
Ein weiteres Problem des Studentenverzeichnisses ist, dass selbst nach Abmeldung zwar der Account mit den persönlichen Daten nicht mehr zugänglich ist, dafür aber alle Beiträge, die der Nutzer öffentlich zugänglich gemacht hat. Das Internet vergisst nichts, wovor Datenschützer und Wissenschaftler schon seit langem warnen.
Studierende, wie auch allen anderen Menschen, ist aus diesem Grund ein sorgfältiger Umgang mit vertraulichen Daten zu empfehlen. Auch Studenten sollten sich stets die Frage stellen, welche Daten und Beiträge sie im Internet, insbesondere beim Online-Netzwerk studiVZ veröffentlichen. Deshalb sei allen Hochschülern geraten, zweimal zu überlegen, ob StudiVZ der richtige Ort ist, um sich über sexuelle Vorlieben oder Trinkgewohnheiten auszutauschen.

Deutscher Old School Hip Hop lebt

(von Sophia M. Seifart)

Die Leute, Leute geh’n ab, die flippen, flippen voll aus.
Ab heute, heut in den Charts. Wir schicken, schicken sie rauf.
Die Decke, Decke bricht auf. Die Band, die Band ist gut drauf.
Die Presse, Presse siehts auch und spendet, spendet Applaus.

Die Zeilen aus einem der bekanntesten Hits der Fantastischen Vier "Ernten was wir säen" scheinen als Reaktion auf das Konzert am 17.08.2008 in Coburg geschrieben worden zu sein. Die Abendsonne tauchte die Stadt in ein warmes gelbes Licht, der Schlossplatz bot eine wunderschöne Kulisse und diese fast schon eigenartige Verbundenheit zwischen den Fans - all das machte ein einzigartiges Feeling aus. Ein perfekter Tag, um auszuspannen und den Tag ruhig ausklingen zu lassen oder aber sich von einer der ältesten deutschen HipHop Bands Deutschlands mitreißen zu lassen und gemeinsam mit den Jungs der Fantastischen Vier abzurocken.
Den Auftakt gaben uns die "Bambäggas". Sie brachten die ca. 5.500 Fanta-Fans in die richtige Stimmung. Die bereits angeheizte Menge flippte aber erst vollkommen aus als Michi Beck, Thomas D, S.M.U.D.O. und And.Y die Bühne betraten. Die Erfolgsgeschichte der Stuttgarter Jungs begann vor fast 20 Jahren und das war auf dem Schlossplatz eindeutig zu erkennen. Denn die Fantas begeisterten alle Altersgruppen. Sowohl alte als auch junge Fans kamen auf ihre Kosten. Die Band  schöpfte eine enorme musikalische Bandbreite aus, sodass nahezu jeder Musikgeschmack getroffen wurde. Neben den Hits aus dem neuesten Album "Fornika", wie "Yeah Yeah, Yeah", "Einfach sein", "Nikki war nie weg", gaben die Jungs auch Hits aus älteren Alben zum Besten, so z. B.: "Troy", "Pipis und Popos", "Mein Schwert" und viele andere. Knapp zwei Stunden schallten die Lieder der Fantas über den Platz hinweg, nicht zuletzt wegen der grandiosen  Textsicherheit der Fans. Selbst die Jüngsten sangen "Oldies" wie "Sie ist weg" und "Der Picknicker" mit. Die jahrelange Bühnenerfahrung spiegelte sich in den abwechslungsreichen, energievollen, witzigen Performances der Hits wieder. Unglaublich begeistert von der Dynamik und Ausdauer der bereits über 40-Jährigen, war die Menge animiert zum Mitrocken, sodass über dem Schlossplatz ein Meer aus wippenden Händen und Armen wogte. Nicht zu vergessen ist auch der starke Publikumsbezug der Band. Abwechselnd filmten die Fantas ihre Fans mit einer Handkamera, machten Späße und ehrten den wohl größten Fan, der an diesem Tag sein 60. Konzert der Band besuchte. Einziger Negativpunkt war, dass der Hit "Die Da" fehlte. Trotzdem wird man wohl auch noch in zehn Jahren singen: "Bring it back the old Stuttgart Rap!"
Die entflammte Begeisterung nach diesem Konzert, sollte weiter anhalten und so ging es am 16.11. 2008 in die S.Oliver Arena nach Würzburg, um eine andere erfolgreiche deutsche HipHop Band an den Fantastischen Vier zu messen.
Diesmal standen Fettes Brot mit der zweiten "Strom und Drang" Tour auf dem Konzertplan. Die äußeren Umstände unterschieden sich sehr von denen des ersten Konzertes. Denn das Sporthallenflair und das anfangs anwesende sehr junge Publikum waren etwas befremdlich. Als dann die Vorband - von der scheinbar niemand den Namen wusste - zu spielen begann, war vielen danach, einfach wieder nach Hause zu gehen. Vom ersten Lied an wurden die Musiker ausgepfiffen. Es ist bis heute unklar, wie die Veranstalter nur so einen Act als Vorband von Fettes Brot engagieren konnten. Als nach ca. 20 Minuten aber endlich König Boris, Doc Renz und Schiffmeister die Bühne betraten, war der ganze Anfangsfrust wie weggeblasen. Die drei Nordlichter heizten zusammen mit ihrer 8-köpfigen Band vom ersten Moment an der Fanmasse ein. Frei nach dem Motto: "Erbeben, was geht’n, in Deutschland geht der Beat um..." tanzten und sangen ca. 2000 Fans zu weiteren Dauerbrennern wie "Jein", "Schwule Mädchen", "Emanuela" etc. Die Lieder handelten von Gesellschaftsfrust und der wahren Liebe. Zum größten Teil aber jonglierten die drei Jungs mit komisch-ironischen Texten und nahmen die Welt und sich selbst auf die Schippe. Genau wie den Fantastischen Vier kam auch den Broten die lange und erfolgreiche Karriere von 16 Jahren bei der Bühnenperformance zu gute. Denn auch bei diesem Konzert waren die Fans nicht zu bremsen. Mitmachspielchen  u.a. in Form "beat-untermalten" Rechenaufgaben, die Frauen gegen Männer lösen mussten, stachelten das Publikum nur noch mehr an. Die hämmernden Bässe und treibenden Beats ließen die Fans regelrecht ausflippen. Die super Stimmung der Fans sorgte dafür, dass die Hamburger zwei sehr ausgedehnte Zugaben spielten. Die Vorband als auch die äußerst schlecht belüftete Halle waren am Ende des Konzerts vergessen.
Die Fantastischen Vier und Fettes Brot - Namen, die für zwei sehr erfolgreiche deutsche HipHop Bands stehen und das schon seit fast zwei Jahrzehnten. Keine der beiden Bands hat seit dem an Bedeutung, Erfolg und Beliebtheit verloren, was die Konzerte mehr als bestätigten. Jeder der Fans wird wohl seinen Hut vor den Künstlern ziehen, die Performances vom Feinsten ablieferten und sich die ganzen Jahre hinweg trotz Weiterentwicklungen stets "troy" geblieben sind. Wenn man die Möglichkeit hat, diese Musiker einmal live zu sehen, sollte man sie nutzen und sich mitreißen lassen.

"Ich wollte doch nur dazugehören..."

(von Marion Speckert)

Es ist 15.03 Uhr. Tim ist nervös. Bald wird sich die Tür vor ihm öffnen und es wird über sein weiteres Leben entschieden. Eine fremde Person wird vor ihm sitzen und unangenehme Fragen stellen, immer wieder - Fangfragen? Eine weitere Person wird ihm Dinge vorwerfen und zwei andere, die neben ihm stehen, wollen ihm helfen. Oder es zumindest versuchen. Können sie ihn aus der Sache wieder heraus bringen? Unschuldig ist er schließlich nicht.
Es ist 15.06 und die Tür zum Gerichtssaal öffnet sich.

Erforschung der Persönlichkeit

Die beiden Personen, die ihn begleiteten, sind sein Anwalt und Frau S. von der Jugendgerichtshilfe. Sie ist Sozialpädagogin und wird im Gerichtsverfahren Stellung zur Verantwortlichkeit des Täters und
zum Strafmaß nehmen. Sie wird Tims Situation und die der Familie vortragen, und dabei besonders auf Entwicklung, Persönlichkeitseigenschaften, schulische Leistungen und Freundeskreis eingehen. Frau S. sollte darlegen, aus welchem Grund die Tat begangen wurde und ob der jugendliche Straftäter diese bereut. An dieser Stelle ist anzumerken, dass sich die Ermittlungstätigkeiten nicht auf den Tatvorwurf erstrecken, sondern nur auf die Persönlichkeit des Täters.
Zur Erforschung der Persönlichkeit bittet der Vertreter der Jugendgerichtshilfe den Jugendlichen einige Zeit vor der Verhandlung in sein Büro oder besucht ihn Zuhause. Letzteres geschieht aufgrund von Zeitmangel sehr selten.
Jugendgerichtshilfe erhalten strafmündige Jugendliche im Alter von 14-21 Jahren. Selbst ein 23-jähriger kann diese Hilfe bekommen, wenn er in seiner geistigen oder sittlichen Reife dem Alter nicht angemessen entwickelt ist und das Unrecht der Tat nicht einsehen konnte.

"Ein heißes Wortgefecht"

Die Verhandlung ist am Laufen. Der Staatsanwalt nimmt Tim gewaltig in die Mangel und liefert sich ein heißes Wortgefecht mit dem Anwalt des Jungen. Immer wieder ist der Ausdruck "bewaffneter Raubüberfall" zu hören - ein beängstigendes Wort. Der Richter will nun wissen, warum Tim das getan hat. Der Junge hat Angst und gibt deshalb kaum Auskunft darüber, so dass der Richter zu dem Entschluss kommt, erst die Jugendgerichtshelferin anzuhören.

"Ein ganz normaler Jugendlicher"

Frau S. hat für die Verhandlung einen Bericht angefertigt. Er ist für Tim sehr positiv ausgefallen, denn der Bericht beschreibt den Jungen als einen ganz normalen Jugendlichen ohne Vorstrafen und Auffälligkeiten. Während des Gesprächs mit Frau S. war er sehr schüchtern und zurückhaltend.
Es ist oft festzustellen, dass die Heranwachsenden den Sozialarbeitern wenig  Kooperationsbereitschaft entgegenbringen. Sie haben Angst, dass die Informationen, die sie von sich preisgeben, negativ gegen sie verwendet werden könnten. Schließlich arbeitet die Jugendgerichtshilfe für den Richter, der das Urteil fällt.

Die Doppelfunktion der Jugendgerichtshilfe

Die Jugendgerichtshilfe hat eine Doppelfunktion zu erfüllen: sie soll sowohl den Straftätern eine Hilfestellung geben, als auch dem Richter zuarbeiten und befindet sich somit in einem Rollenkonflikt. Eine denkbare Lösung wäre eine personelle Aufspaltung: ein Sozialarbeiter würde den Bericht für den Richter schreiben, ein anderer sich um den Jugendlichen kümmern. Dafür bräuchte man jedoch mehr Personal, was durch die fehlenden Mittel im Sozialsystem zurzeit nicht möglich ist. Dadurch können die Sozialpädagogen ihre Klienten nicht immer ausreichend betreuen, in einigen Verfahren wird gar kein Bericht erstellt.
Doch bei Tim lief alles gut. Frau S. beendet ihren Vortrag mit einem Vorschlag für das Strafmaß. Sie plädiert dafür, Tim nach Jugendstrafrecht zu verurteilen und diese auf Bewährung auszusetzen. Tim ist überrascht, wie positiv der Bericht ausgefallen ist. Er hofft und bangt, dass der Richter sich für das vorgeschlagene Strafmaß entscheidet.

Das Urteil

Nun naht das Ende der Verhandlung, Staatsanwalt und Anwalt tragen beide ihre Vorschläge zum Strafmaß vor. Der Richter unterbricht nun die Verhandlung und zieht sich mit den Schöffen, zwei Personen, die in der Verhandlung neben ihm saßen und ihm bei der Entscheidung helfen sollen, in sein Zimmer zurück. Bei Tim steigt die Aufregung immer mehr. Wie wird sich der Richter entscheiden? Die Minuten verstreichen wie Stunden. Endlich - die Tür öffnet sich.
"Wir kommen zur Urteilverkündung. Bitte erheben sie sich. Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Der Jugendliche Tim P. wird zu sechs Monaten Jugendstrafe verurteilt, die aber auf drei Jahre Bewährung ausgesetzt wird." Während Tims Gedanken kreisen, erläutert der Richter die Gründe seiner Entscheidung, aber Tim kann nicht zuhören. Viel zu sehr ist er mit dem glimpflichen Ausgang beschäftigt. Das Bangen hat ein Ende. Er muss nicht ins Gefängnis. Und er ist erstaunt, dass die Jugendgerichtshilfe tatsächlich Einfluss auf den Richter hat.

"So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben"

16.22 Uhr.  Die Verhandlung ist zu Ende. Tim bedankt sich noch bei Anwalt und Frau S., dann aber stürmt er aus dem Gerichtssaal und denkt sich: "So etwas möchte ich nicht noch einmal erleben."

Unser Fernsehprogramm - die Quote entscheidet über Sieg oder Niederlage?

(von Jana Strauch)

Ablehnung der Ehrung für das Lebenswerk löst Fernsehdebatte aus "Big Brother", "DSDS", "Germany´s next Topmodel", "Popstars" - das sind Sendungen, über die Fernsehzuschauer in verschiedenen Ländern mehr oder weniger streiten. Manche sitzen jede Folge gebannt vor dem Fernseher, komme was wolle - andere können überhaupt nicht nachvollziehen, wie jemand damit seine Zeit verschwenden kann. Einen neuen Höhepunkt in der Debatte über unser deutsches Fernsehprogramm löste der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki aus, als er im Oktober den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk ablehnte. Er bezeichnete das deutsche Fernsehen als schlecht, die Veranstaltung selbst als "abscheulich, scheußlich". Seine Meinung wiederholte er in einer Diskussion mit Thomas Gottschalk in der folgenden Woche. Er forderte aus der Zuschauerperspektive mehr Niveau und mehr Mühe, die Intendanten hätten keine Ahnung von Fernsehen. Aber ist unser Fernsehprogramm wirklich so schlecht, sind tatsächlich mehr Niveau und Mühe der Wunsch der Fernsehkonsumenten? Oder ist es nicht doch eher so, dass die Zuschauer genau das zu sehen bekommen, was sie wollen? Letztlich ist die Frage: Unter welchen Aspekten und Überlegungen stellen die Intendanten der verschiedenen Sender ihre Fernsehprogramme zusammen?

Quote ist Maßstab für Programmgestaltung

Entscheidend für die Zusammenstellung des Fernsehprogramms ist doch eindeutig die Quote. Nur wenn eine Sendung bestimmte, erwartete Zuschauermengen anzieht, bleibt sie im Angebot. Das bedeutet: je spektakulärer und je ausgefallener, desto Erfolg versprechender. RTL-Chefin Schäferkordt bestätigte kürzlich in einem Interview explizit, wenn sie zwischen einer hervorragenden Besprechung im Feuilleton und fünf Millionen Zuschauern wählen müsse, nehme sie Letzteres. Die Quote entscheidet also über Sieg oder Niederlage einer Sendung, nicht Güte oder Qualität.

Präferenzen der Zuschauermehrheit

Wenn nun aber der Erfolg von der Quote, also der Zahl der Zuschauer abhängt, stellt sich die Frage, ob das Publikum eigentlich ein anderes Fernsehprogramm will. Insgesamt können wir in Deutschland etwa 30-40 Fernsehprogramme empfangen. Folglich haben wir eine nahezu unbegrenzte Auswahl verschiedener Sendungen, die wir uns anschauen können. So stehen uns doch schon allein bei den täglichen Nachrichtensendungen vielfältigste Informationsmöglichkeiten zur Verfügung - schnell oder umfassend, unterhaltsam oder seriös. Schon allein hier ist demzufolge niemand gezwungen, zum Beispiel bei RTLII nur an der Oberfläche zu kratzen, um dann die neuesten Computerspiele vorgestellt zu bekommen oder sich bei ARD eine Viertelstunde umfassend zu informieren, obwohl man nur das Wichtigste in Kürze wissen möchte. Insofern kann also jeder schon bei den täglichen Nachrichten entsprechend seines Geschmacks wählen. In der Unterhaltung ist dies letztlich ebenso. Einerseits zeigt die soweit möglich objektive Betrachtung der verschiedenen Angebote im Fernsehen durchaus anspruchvolle Unterhaltung. Insbesondere Filme u.a. über die jüngere Geschichte Deutschlands, ganz verschiedenartige Informations-oder Nachrichtensendungen können angeführt werden. Die Wahl bleibt schließlich den persönlichen Wunschvorstellungen vorbehalten. Andererseits sind jedoch mindestens genau so viele Sendungen ohne jeglichen Bildungsinhalt. Auf die eingehend genannten Formate trifft dies sicherlich zu. Man kann zwar durchaus versuchen, wie Christof Siemens in dem Kommentar vom 16.10.2008 in "Die Zeit", auch hier einen Bildungsinhalt zu finden. Er sieht zum Beispiel in "DSDS" die Möglichkeit, mehr über die Sehnsüchte und Lebenswirklichkeiten in unserem Land zu erfahren. Aber niemand braucht sich dafür unbedingt die verschiedenartigen "Singversuche" von "Möchtegernstars" anzuhören, sondern kann sich statt dessen einfach mit anderen Menschen unterhalten. Und vordergründig dienen alle diese Sendungen doch eher der seichten und anspruchslosen Unterhaltung der Zuschauer. Aber solange sich noch Tausende zu Castings oder Modelshows anmelden bzw. stundenlang in irgendwelchen Hotels warten, um für eine angebliche Karriere angehört oder begutachtet zu werden, solange sich Menschen freiwillig monatelang in Container einsperren und von Kameras beobachten lassen, ihre Probleme mit ihren Kindern oder ihren Finanzen in der Fernsehöffentlichkeit ausbreiten, scheinen diese Formate doch in der Zuschauermehrheit Anklang zu finden. Ablesen kann jeder die Begeisterung auch anhand des tosenden Publikums in den Fernsehstudios der Casting- und Singshows oder anhand der nicht gerade billigen Anrufe für/ gegen irgendeinen der Kandidaten (vorausgesetzt die Anrufe treffen tatsächlich ein). Auch wenn hier keine bzw. wohl kaum Bildung vermittelt wird, befriedigt es wahrscheinlich den Voyeur- und Unterhaltungsdrang der Menschen. Offensichtlich dient also heutzutage das Fernsehen zumindest für die Mehrzahl der Zuschauer nicht mehr der Bildung und Information, sondern zuallererst der Unterhaltung und der Flucht aus dem Alltag. Um Wissen zu erlangen und sich zu informieren, kann jeder auch zu Büchern und Zeitschriften greifen oder noch schneller im Internet "googeln".

Resümee - wir haben das Niveau selbst in der Hand

Wenn wir als Konsumenten also tatsächlich ein anderes, höheres Niveau wünschen, bleibt uns nur die Alternative um- oder abzuschalten. Ein Intendant wird kaum ein Format, welches hohe Zuschauerquoten hat und zudem die Möglichkeit bietet über Anrufe der Zuschauer zusätzlich Geld zu verdienen, absetzen, um höheres Niveau oder anspruchsvollere Unterhaltung zu bieten. Jeder, dem dieses Niveau also zu niedrig ist, sollte so mutig sein und zur Fernbedienung greifen. Unterhaltung bieten schließlich auch gute Bücher und Zeitschriften, Kino, Sport, Spiele, gute Gespräche mit Freunden. Wir haben also letztlich in gewissem Umfang unser Fernsehprogramm selbst in der Hand. Erst wenn niemand mehr dieses "Unterhaltungsfernsehen" schaut, werden die Verantwortlichen anfangen, über ihr Fernsehangebot nachzudenken. Na dann, gute Unterhaltung.

Quellen:

Bamberg - hier lässt es sich studieren ...

(von Sebastian Thomann)

Die Schüler, die nach ihrer erfolgreich abgeschlossenen Hochschulreife den Weg des Studiums einschlagen, sind meist darauf angewiesen,  dies entfernt von ihrem Heimatort zu tun.  Neben dem richtigen Studiengang sollte man sich auch in einer wohlfühlenden Umgebung befinden, in der sich die Studienzeit so angenehm wie möglich gestalten lässt. Denn fühlt man sich in seiner Umgebung nicht wohl, wirkt sich das auch negativ auf das Studieren aus, was natürlich an erster Stelle steht.

Bamberg ist eine Stadt, die sehr viel zu bieten hat. Es wird ein sehr breites Angebot an  verschiedensten Möglichkeiten angeboten, um seine Freizeit zu gestalten.
Die Stadt Bamberg selbst, liegt im Norden Bayerns, dem Frankenland. Sie  trägt eine Einwohnerzahl von cirka 71000 Einwohnern bei einer Größe von ungefähr 5500 ha. Die Universität fasst cirka 9000 Studenten. Bamberg ist eine Stadt mit Geschichte und wurde wie Rom auf sieben Hügeln erbaut.

Bamberg, Weltkulturerbe

Das große Angebot an historischen Sehenswürdigkeiten wird nicht nur von Kunstliebhabern oder Touristen genutzt. Nein, Bamberg weckt auch bei vielen Studenten das Interesse, diese monumentalen Bauten zu besuchen. Sei es das alte Rathaus, welches in der Mitte der Regnitz steht oder auch eine der vielen altertümlichen Kirchen. Als Höhepunkt allerdings, steht natürlich der Bamberger Dom im Vordergrund. Erbaut um 1300 sind die vier Türme des Doms charakteristisch für das Stadtbild Bambergs. Im Inneren des Doms können die Grabstätten von Heinrich II. und Kunigunde betrachtet werden. Seit 1993 trägt Bamberg den Titel: Unesco Weltkulturerbe.

Bamberg, eine Stadt mit großem Freizeitangebot

In Bamberg bestehen die verschiedensten Möglichkeiten, sich in seiner Freizeit zu beschäftigen. Einerseits werden von der Uni Bamberg selbst breitgefächerte Sportarten wie z.B. Fußball oder Basketball, sowie etwas exotischere Sportarten wie Fit Boxing oder Qigong angeboten, andererseits bietet auch die Stadt Bamberg die gängigen sportlichen Aktivitäten an. Es findet sich hier für jedermann die passende Betätigung.
Neben den zahlreichen Sport- und Fitnessclubs kann man aber auch zu etwas weniger schweißtreibenden Zeitvertreiben greifen.  Im Sommer stehen dafür die Freibäder zur Verfügung in denen man sich vom stressigen Uni-Alltag erholen kann. Sehr beliebt bei den Studenten sind auch die Wiesen des Haingebietes. Sie bieten eine optimale Fläche um sich dort, gemeinsam mit Freunden zu entspannen. Oft werden hier an lauen Sommerabenden Grillpartys veranstaltet.

Bamberg, eine Stadt zum leben

Auch für die Partygänger wird in Bamberg einiges geboten. Es finden sich in der Altstadt zahlreiche Cafés, die auf einen gemütlichen Kaffee mit Kuchen einladen. Da die Region um Bamberg die Region mit der größten Dichte an Privatbrauereien ist, kann man natürlich auch eine der vielen verschiedenen Biersorten probieren. In den Sommermonaten stehen außerdem noch die zahlreichen Bierkeller zur Verfügung.
Auch das Nachtleben kommt in Bamberg nicht zu kurz. Für alle Nachtschwärmer bietet Bamberg  ein abwechslungsreiches Angebot an Diskotheken, Bars und Clubs. Ob es jetzt nun  ausgefallene Cocktails sein müssen, oder eine bestimmte Musikrichtung, in Bamberg kommt jeder auf seine Kosten und wird sich wohlfühlen.

Interesse geweckt?

Möglicherweise haben jetzt einige Studenten eine Option mehr, die für die Wahl des Studienortes in Frage kommt und diejenigen, die sich bereits für Bamberg entschieden haben wurden sicher in ihrer Wahl gestärkt, die sie getroffen haben.

Hochschuldschungel Bamberg - dennoch ein erfolgreicher Start ins Studium!?

(von Julia Treuner)

Studienbeginn - endlich weg von zu Hause, eigene Entscheidungen fällen, Freiheiten...
Doch jeder Neubeginn ist auch eine Herausforderung.
Für den Studienanfänger heißt dies das Eindringen in eine bis dahin neue fremde Welt, in der er sich zurechtfinden muss.
Die eigenverantwortliche Aufgabe, den Stundenplan selbst zusammenzustellen, gefolgt von der Suche nach den entsprechenden Gebäuden und Einrichtungen der Universität - für viele ein Dschungel, in dem es den richtigen Weg zu finden gilt.
Die Universität Bamberg bietet hierfür ihren "Neulingen" Unterstützung an.
Wenige Tage vor Semesterbeginn finden die sogenannten "Einführungstage" statt.
Hier haben die Studenten/innen die Möglichkeit, die Universität näher kennenzulernen, bekommen Hilfe bei der Erstellung der Stundenpläne und erste Kontaktmöglichkeiten zu anderen Studenten.
In einem Interview vom 19.12.2008 wurde eine Studentin, die im Oktober ein Studium an der Universität Bamberg aufgenommen hat, bezüglich ihrer Eindrücke und Erlebnisse in den ersten Tagen an der Uni befragt.

J.T.:

Haben Sie die Einführungstage genutzt? Welche Erwartungen hatten Sie diesbezüglich?

Stud.:

Ich denke schon, dass ich die Einführungstage für mich gut genutzt habe!
Am Anfang war es nicht leicht gewesen, erst einmal den Weg zur Universität Bamberg zu finden.
Ich war neu in der Stadt Bamberg und daher war alles unbekannt für mich, zum Glück hatte ich einen Stadtplan ergattern können und zwar an dem Tag, wo ich mich in Bamberg immatrikulierte für meinen Studiengang.
Die Immatrikulation erfolgte in der Kapuzinerstraße 6. Dort erhielte ich meinen Studentenausweis und anderen wichtige Unterlagen für mein Studium, auch die Informationen für die Einführungstage an der Universität Bamberg, die explizit auf meinen Studiengang zugeschnitten waren.
Das gab mir schon am Anfang einen gewissen Überblick, über die Stadt und die Universität mit ihren verschiedenen Fakultäten.
Ich konnte meine Fragen, die sich auf meinen Studiengang bezogen, genau vorbereiten, zum Beispiel wie der Stundenplan erstellt wird, welche Seminare und Vorlesungen im Grundstudium für mich wichtig sind, wo ich die verschiedenen Fakultäten und deren Räumlichkeiten, sowie die Mensa für ein energiereiches Mittagessen finde.
Die gute Orientierung, die ich durch die schriftlichen Informationen zu den Einführungstagen erhalten hatte, nahm mir im Vorfeld etwas die Angst desorientiert in das Studium zu starten und den "Hochschuldschungel" allein bewältigen zu müssen.

J.T.:

Inwieweit haben die Einführungstage dazu beigetragen, offene Fragen zu klären, erste Kontakte zu knüpfen und gut auf in den Unialltag zu starten?

Stud.:

Die Einführungstage waren gut vorbereitet gewesen.
So wurde von verschieden Dozenten die Studienrichtung, welche ich mir ausgewählt hatte, mit ihren verschiedenen Schwerpunkten vorgestellt und die Fragen der Studenten gut erörtert. Dadurch viel es mir leicht, einen guten Start in das Uni - Leben zu finden.
Es war nun kein Problem mehr für mich, den Stundenplan zu bauen und die richtigen Seminare und Vorlesungen auszuwählen.
Gut war es auch, dass die Studenten des ersten Semesters alle zusammen in einer anfänglichen Seminargruppe waren, sich so kennenlernen konnten und Probleme gemeinsam versuchten zu lösen, ob bei Fragen oder gegenseitiger Hilfestellung, sowie bei der Stundenplanerstellung.
Die Gruppe fand sich dadurch gut zusammen und tauschte rege Telefonnummern aus.
Des Weiteren war es gut, dass von den Dozenten viele schriftliche Informationen kamen, die unter den Studenten ausgeteilt wurden. Diese Informationen beinhalteten die wesentlichen Schwerpunkte, die in meinem Studium relevant waren und gaben schon einen guten Überblick über anstehende Prüfungen und Leistungen die zu absolvieren sind. Dies gab mir gleichzeitig einen guten Anhaltspunkt, wie ich meinen Stundenplan zu gestalten habe.
Im Großen und Ganzen fand ich die Einführungstage sehr gelungen.

J.T.:

Haben Sie Verbesserungsvorschläge für das Konzept der Einrührungstage?

Stud.:

Nein, ich könnte jetzt keine Verbesserungsvorschläge für die Einführungstage aufzählen

Wie aus dem hier geführten Interview hervorgeht, scheint der "Hochschuldschungel" an der Universität Bamberg, dank den gut organisierten Informationen, Angeboten und Unterstützungen vonseiten der Dozenten und Studenten, gut zu bewältigen zu sein.
Somit scheint einem erfolgreichen Studium nichts mehr im Wege zu stehen.

Oh du fröhliche Weihnachtszeit, alle Jahre wieder - Bericht einer Geschädigten

(von Cynthia Ungar)

Erinnern Sie sich noch, wie haben Sie die letzten Jahre die Tage vor Heiligabend und diesen  verbracht? War das eine Zeit der Entspannung und Erholung? Ruhe und Besinnlichkeit sowie Harmonie, die Ihre Herzen erfüllte? Die Medien vermitteln einem ja dieses wundervolle Bild mit glücklichem Beisammensein um den Weihnachtsbaum herum. Sollten Sie tatsächlich Ihr Zuhause wiedererkennen, so kann ich Ihnen nur gratulieren. Sie gehören zu den wenigen 5 Prozent, welche die Weihnachtszeit tatsächlich so verleben. Alle anderen: willkommen im Boot! Unsere Realität sieht anders aus.
Jedes Jahr nehme ich mir aufs Neue vor: dieses mal wird es anders. Aber man weiß ja bekanntlich,  wie das mit den guten Vorsätzen so ist. Die sind da, um gebrochen zu werden.
Bestes Beispiel ist das soeben vergangene Weihnachtsfest. Konnte man die Adventszeit noch irgendwie als ruhig und entspannt durchgehen lassen, was vor allem an den zahlreichen Weihnachtsmarktbesuchen und dem geschmackvollen Glühwein gelegen war, so brach spätestens am 24.12. der übliche Stress und die Panik aus. Die Hälfte der Weihnachtsgeschenke war noch nicht besorgt bzw. hatte ich noch nicht mal annähernd eine Idee, womit ich meine Lieben damit erfreuen könnte. Zu allem Ärgernis ist in meinem elterlichen Heim das Programm so straff gespannt, dass ein unbemerktes Verlassen des Hauses der Schwierigkeitsstufe des Entkommens aus einem Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses gleicht. Jeder wird minutiös in die Aufgaben eingeplant, welche die Vorbereitung des Heiligabends umfassen. Dieses Jahr hatte ich jedoch Glück, denn meine dekorativen Fähigkeiten lassen noch jeden Grobmotoriker, im Vergleich zu mir, als Raumausstatter erstrahlen. So musste meine Schwester sich dem Weihnachtsbaum und dessen Behängung ergeben, unterdessen wurde ich zum Babysitter für den einjährigen Nachwuchs meiner Schwester verpflichtet  und konnte für ein paar Stunden in die Freiheit entwischen, um meine restlichen Erledigungen noch irgendwie zu tätigen. Also Chance genutzt, Kind und Kegel gepackt und ab ins nächste Einkaufszentrum. Die ersten zwei Stunden liefen auch noch ganz gut, wenn man von kleineren Missgeschicken absieht. Meine kleine Begleiterin hatte nämlich mächtig Spaß daran alle Regale auszuräumen, selbst wenn man sie nur eine Sekunde unbeobachtet ließ oder einen Weihnachtskugel-Weitwurf-Wettbewerb zu starten, so dass ich erstmal mit Schadensbegrenzung beschäftigt war und ein Hausverbot gerade so noch abwenden konnte.
Doch spätestens in der Fotoabteilung eines großen Kaufhauses versagten mir die Nerven. Nachdem ich es endlich geschafft hatte, mich samt Kinderwagen zwischen den schmalen Regalen hindurch zu quetschen, versuchte ich einen Verkäufer auf mich aufmerksam zu machen. Die gute Nachricht, ich wusste schon ganz genau, was ich wollte. Das Modell, die Farbe, benötigtes Zubehör, usw. war schon alles akribisch ausgesucht. Meine Schwester sollte eine Digitalkamera bekommen, da sie seit Tagen von nichts anderem redete. Jetzt die schlechte Nachricht, den von mir angehaltenen Verkäufer interessierte das nicht die Bohne. Er nahm meine Wünsche zwar zur Kenntnis, versuchte mir aber alles andere aus dem Laden gleich mit zu verkaufen und dieser Mann war unglaublich überzeugend. Wenn Sie beim Fernsehprogramm mal über so einen bekannten Homeshopping-Kanal gestolpert sind und nach einer Viertelstunde auch so weit waren, das 16-teilige Profiküchenmesserset für 658,99 Euro bedingungslos zu bestellen, dann können Sie meine Situation nachempfinden. Und er hat es tatsächlich geschafft mir nicht nur die Kamera, sondern auch noch eine Kaffeemaschine und einen Mp3-Player gleich mit zu verkaufen, da diese Dinge unter dem deutschen Weihnachtsbaum unverzichtbar seien.
Gott-sei-Dank schließen die Läden an Heiligabend schon um 14 Uhr, so dass ich irgendwann gezwungenermaßen den Heimweg antreten musste - voll bepackt und gestresst, sowie sofort bereit einer neuen Religion beizutreten, um Weihnachten in den nächsten Jahren umgehen zu können. Daheim angekommen besserte sich meine Situation leider merkbar wenig. Das Haus war auf Hochglanz poliert und die Laune meiner Mutter kurz vorm Überkochen. Zu ihrer Entschuldigung muss man sagen, dass mein Vater Pfarrer ist und wir uns somit in der Hauptbeschäftigungszeit der Kirche befanden und sie alle Gründe hatte gestresst zu reagieren. Mein Vater hatte sich vorsorglich schon in der Kirche verbarrikadiert und bereitete die Gottesdienste vor, während meine Geschwister die übliche Weihnachtsstrategie befolgten, nämlich unauffindbar zu sein. Dies hatte sich durch eine lang währende Tradition in unserem Haus bewährt. Wen man nicht sieht, der kann auch nichts falsch machen bzw. der kann zu keiner weiteren unsinnigen Aufgabe versklavt werden, wie zum Beispiel den Keller aufräumen. Oder macht ihr Besuch erstmal eine Kellerführung, bevor das Weihnachtsessen aufgetischt wird? So schlich ich mich auch erstmal in mein Zimmer mit der Absicht, dieses nicht zu verlassen, bevor nicht zwingende Gründe dafür sprachen.
Ab dann mündete der Abend in die übliche Heiligabend-Routine: Kirche - Essen - Bescherung. Alle stürzten sich auf die mehr oder weniger klug ausgesuchten Geschenke und im Anschluss wurden die 14 verschiedenen und selbst gebackenen Plätzchensorten (und nein das ist keine Übertreibung) meiner Mutter kiloweise verspeist. Weitere Highlights waren dann der Weihnachtsbaumkugel-Weitwurf meiner Nichte, den wir ja im Einkaufszentrum schon geübt hatten, sowie der Versuch meines Bruders nicht nur die Kerzen am Baum, sondern das Klavier samt darauf stehender Holzkrippe gleich mit anzuzünden.
Ergebnis des Abends, sämtliche Familienmitglieder brachen um halb elf ermattet und erschöpft auf dem Sofa zusammen und wir waren somit zumindest nicht gezwungen, auch noch weihnachtliche Lieder zu schmettern. Jedoch seufzte meine Mutter zufrieden: "War Weihnachten nicht schön? So muss es nächstes Jahr auch wieder sein." , während ich nur in die angsterfüllten Gesichter meiner Geschwister blickte. In diesem Sinne - oh du fröhliche Weihnachtszeit, alle Jahre wieder!

Silvester in der Kleinstadt oder Selbst die Hoffnung stirbt zuletzt

(von Andrea Weber)

Nichts bringt die Heldin dieses Dramas - eigentlich ein Mensch sonnigen Gemüts - mehr aus der Fassung als die Frage: "Was machst du eigentlich an Silvester?". Aufgewachsen in der Kleinstadt B. K., doch mit großen Ambitionen gesegnet, träumt sie schon seit Jahren vom absoluten Silvester. Allerdings ist man gerade hier genauso weit davon entfernt wie Bin Laden vom Einzug ins Weiße Haus. Bleibt also nur die Möglichkeit anderswo zu feiern - allerdings ist das leichter gesagt als getan und es wurde schon sehr oft gesagt.
Als das Silvesterfest eine Bedeutung für uns bekam, wir Rhön-Grabfeld noch für Deutschlands Filetstück hielten und unsere hochtrabenden Pläne nur durch die angedrohten Sanktionen unserer Eltern vereitelt wurden, war die Welt noch in Ordnung. Schließlich würde man in nicht allzu ferner Zukunft 18 werden und dann, ja dann...
Nun mit 18 waren wir immerhin schon zwei Dörfer weiter gekommen und mit jedem weiteren Jahr das verging, wurden die Reaktionen auf die berüchtigte Frage immer resignierter. Nach und nach wurde diese dann auch immer seltener gestellt und es ging sogar soweit, dass man sich schon im zarten Alter von 23 Jahren damit abgefunden hatte Silvester auf traditionelle Weise zu begehen - nämlich todlangweilig.

Oktober 2008

Aber dann, kurz nach dem 25. Geburtstag der Protagonistin - ein plötzliches Aufbegehren.  Immerhin schon ein Viertel Jahrhundert vorbei, da muss doch noch mehr sein, dass kann´s doch nicht schon gewesen sein. Nicht mit mir - nicht mit uns! Deshalb wurde in mühevoller Überzeugungsarbeit versucht einige weitere Resignierte aus ihrer Lethargie zu reißen, was auch bei Zweien gelang. Bis Silvester werden es bestimmt noch mehr werden.

November 2008

Den ganzen November über in Träumen an ein wirklich aufregendes, unvergessliches, atemberaubendes, lustiges, ausgelassenes, durchtanztes, grandioses, einfach perfektes Silvester geschwelgt.
29.12.2008
Die ersten Zweifel regen sich in der Brust der Heldin. Vielleicht sind zwei Mitstreiter doch ein bisschen wenig für die erträumte Party. Vor allem wenn diese zwei kurzfristig noch abspringen, was bei der Protagonistin Wutanfälle auslöst, mit denen selbst Chuck Norris nicht so einfach fertig werden würde.                                                                                           
Was bleibt: Trotz in seiner reinsten Form. Dann eben ohne mich.

30.12.2008

Mist! Du willst doch nicht wirklich allein daheim bleiben? - Doch! - Nein. - Doch, klar!- Nein. Nein. Nein. Nein. Nein!
Nun gut, dann besorge ich mir eben auch noch eine Karte für die ultimative Silvesterparty des örtlichen Sportvereins. "Wie ausverkauft? Was 150 Leute? Kann nicht sein? Wirklich?" - "Ja, tut mir leid."
Was folgt: Verzweifelte Anrufe meinerseits - Vor- und Schadenfreude andererseits.

31.12.2008

So mir reicht´s. Wenn wer fragt, ich bin beim Waffenhändler.

Bleigießen, Raclette und Co.

(von Manuela Werner)

Ist die Weihnachtsgans endlich verdaut und sind die Schwiegereltern endlich wieder auf dem Heimweg, so schließt sich sofort der nächste Stress an: Der Jahreswechsel und die Frage aller Fragen "Was macht ihr denn an Silvester?" stehen vor der Tür. Plante man im Oktober, die verschneite Skihütte in den Bergen noch diese Woche zu buchen oder die Karten für das exklusive Galadinner gleich am nächsten Tag zu kaufen, so hat man dann letztlich - wie jedes Jahr-  doch wieder keine Antwort auf diese Frage parat. Gefeiert werden muss der am schwersten zu gestaltende Tag des Jahres, denn wer hat schon Lust, sich zu zweit den Silvesterstadl oder die Live- Übertragung vom Brandenburger Tor im Fernsehen anzusehen. Das Jahresende rückt näher und näher und nachdem es nun auch fürs Raclette unter Palmen auf der Karibikinsel eindeutig zu spät ist, wird so am 30. 12 der verzweifelte Beschluss gefasst, bei uns Zuhause ins neue Jahr zu feiern. "War doch auch schon im letzten Jahr wirklich nett bei uns gewesen und man erspart sich schließlich auch noch die Fahrerei oder das ewige Warten auf ein Taxi" ermuntere ich mich selbst. Ein auserwählter Kreis von Freunden und Bekannten wird eingeladen und  ich als Gastgeberin stehe nun die nächsten 24 Stunden in der Küche, um die kulinarischen Köstlichkeiten für die Gäste vorzubereiten. (Man will den Gästen an Silvester ja nicht Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat anbieten) Gerade noch rechtzeitig ins Kleine Schwarze geworfen, trudeln die Gäste dann am Silvesterabend nach und nach ein. Das Essen wird serviert und von allen einstimmig gelobt. Es folgen Gesellschaftsspiele sowie das obligatorische Bleigießen und langsam fordert auch die Bowle ihre ersten Opfer. Weiter gestalten sich Gespräche durch den steigenden Alkoholpegel und  dem dazu sinkenden Wortschatz einiger Gäste zunehmend schwieriger.
Kurz vor Mitternacht stürzen dann alle nach draußen und betrachten mit Wunderkerzen in der Hand, die bunten Raketen am Himmel. Mit guten Vorsätzen fürs neue Jahr hetzt jedermann dann zehn Minuten später wieder zurück ins warme Haus, um es nun richtig "krachen" zu lassen. Während ich mich über das zahlreiche Durcheinander an Schuhen sowie über die Wasserpfützen im Flur freue, fließt der Alkohol in Strömen- denn gute Vorsätze sind ja bekanntlich zum Brechen da. "Aufgeben" will am Tag der Tage niemand, und Heim gehen erst recht nicht und so überlasse ich die restlichen Gäste gegen vier Uhr schließlich ihrem Schicksal.  Als ich am nächsten Morgen erwache, erwarten mich Essensreste, halbvolle Gläser  sowie ein Rest an schlafenden Gästen auf meinem Sofa. Auf der Suche nach einer Kopfschmerztablette schleppe ich mich in die Küche und fasse auf meinem Weg dorthin den sicheren Entschluss, die verschneite Skihütte fürs kommende Silvester noch heute zu buchen.