Das Verhältnis von Stadt und Land ist aufgrund der zügig fortschreitenden Verstädterung und einer gleichzeitig zu beobachtenden wachsenden Mobilität und Digitalisierung tiefgreifenden Veränderungen unterworfen. Diese Veränderungen finden räumlich jedoch ungleich statt: Während einerseits ein neuer Sozialraum der gegenseitigen Verknüpfung von Stadt und Land und oftmals prosperierender ländlicher Regionen entsteht, lässt sich andererseits die wachsende Peripherisierung und Entleerung von Regionen feststellen. Diese Konstellation produziert ein komplexes Mosaik zwischen Räumen der Beschleunigung und Entschleunigung, des Reichtums und der Armut, von Zentrum und Peripherie sowie je spezifischer 'glokaler' kulturbezogener Formationen.
Der Arbeitsschwerpunkt ist explizit mit Bezug zum interdisziplinären Forschungsfeld "globaler und lokaler demographischer Wandel" konzipiert und adressiert Fragen, die sich auf die Zukunft ländlicher und städtischer gesellschaftlicher Raumverhältnisse im weltgesellschaftlichen Gefüge beziehen: Was heißt städtisch und ländlich heute noch? Werden ländliche Räume nach wie vor für die Nahrungsmittelversorgung wachsender urbaner Bevölkerungen verantwortlich sein? Wird dort die Erzeugung von alternativer Energie oder flächenintensiven Infrastrukturen forciert werden? Wie wird die Sozialstruktur ländlich-peripherer Gebiete zukünftig aussehen und welche Risiken, aber auch Chancen ergeben sich daraus? Welche Rolle übernehmen die Städte in der Informationsgesellschaft? Welche Politiken werden entwickelt, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen? Wie manifestieren sich Wachstum und Schrumpfung in urbanen Räumen und welche Bezüge zu den Lebensstilen von Menschen sind erkennbar?