Universität Bamberg - Logo
  • Català
  • Uzbek
  • Pусский
  • Español
  • Türkçe
  • Français
  • English
  • Deutsch

Aktuelles Systematische Theologie

Antrittsvorlesung Prof. Dr. Thomas Wabel am 15.06.15


Ausführlich

XII. Internationales Nürnberger Forum 2016


Ausführlich

Bericht über Prof. Dr. Thomas Wabel


Ausführlich

Flexnow-Anmeldung


Ausführlich

Alle News

Was ist Öffentliche Theologie?

Was ist Öffentliche Theologie? Ganz grundsätzlich lässt sich unter Öffentlicher Theologie die Reflexion der öffentlichen Bedeutung christlicher Orientierungen in gegenwärtigen Gesellschaften verstehen.

Dazu gehört einerseits das Studium der traditionellen Texte des Christentums. Getragen ist dieses Studium von der Grundüberzeugung, dass diese Texten heute relevante Orientierungen und Deutungen anbieten können: Die Goldene Regel, das Doppelgebot der Liebe oder beispielsweise das Gleichnis von den Arbeitern in Weinberg sind relevant für gegenwärtige Fragen etwa nach sozialer Gerechtigkeit.

Zur Öffentlichen Theologie gehört zum anderen der Blick auf die gegenwärtigen Gesellschaften und ihre Kommunikationskulturen: Wie werden christliche Orientierungen hier relevant? Wie können sie öffentlich werden? Wie können sie verständlich werden in einem multireligiösen Kontext?

Von daher geht es bei Öffentlicher Theologie häufig um sozialethische Fragen. Gleichzeitig ist Öffentliche Theologie keine weitere theologische Disziplin neben Systematischer Theologie oder Praktischer Theologie. Öffentliche Theologie betont vielmehr die öffentliche Relevanz sämtlicher theologischer Arbeit. Wegen ihres Öffentlichkeitsbezugs ist sie in besonderer Weise auf die interdisziplinäre Arbeit angewiesen.

Der Begriff Öffentliche Theologie setzt bereits programmatische Impulse: Es geht erstens eben nicht um Staatstheologie oder politische Theologie. Christliche Grundorientierungen sollen nicht nur auf Fragen der Gesetzgebung oder des staatlichen Handlens bezogen werden, sondern allgemeiner auf das, was in der Gesellschaft und ihren Öffentlichkeiten relevant wird: Öffentlich ist nicht nur das Handeln des Staates, sondern jedes Engagement in der Gesellschaft – von Nachbarschaftshilfe über die Nahrungsmittelausgabe bis hin zur Teilnahme an Debatten über ethische Fragen. Und in allen diesen Bereichen spielen religiöse Orientierungen und Motivationen eine Rolle.

Zweitens ist Öffentliche Theologie redende und hörende Theologie. Sie zielt nicht darauf, ihre Orientierungsangebote als der Weisheit letzter Schluss zu behaupten oder gar zu sanktionieren. Vielmehr sollen diese Orientierungen verständlich und damit kritisierbar gemacht werden, sie sollen in den Diskurs gebracht werden, in dem sie überzeugen, aber auch revidiert werden können.