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News Frauenbeauftragte

Auftaktveranstaltung feRNet

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung wurde am 09. Mai 2012 die zweite Runde des Mentoring-Programms eingeleitet.
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Step by Step

Die Universitätsfrauenbeauftragten vergeben auch im Jahr 2012 Stipendien und Prämien für besondere Leistungen von Wissenschaftlerinnen der Universität Bamberg.
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PUSh - Der Absolventinnen-Preis

Ab sofort können die Bewerbungsunterlagen für "PUSh" eingereicht werden.
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Seminar "Rhetorik und selbstsicheres Verhalten"

Das Seminar "Rhetorik und selbstsicheres Verhalten" findet am Freitag, 06. Juli 2012 von 9.00 s.t. - 17.00 Uhr statt.
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Seminar "Wie bewerbe ich mich richtig?"

Das Bewerbungsseminar wendet sich an Studentinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, es findet am Freitag 15. Juni 2012 von 9.30 s.t. - 16.15 Uhr statt.
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Alle aktuellen Nachrichten

Interview mit PD Doktor Friederike Braun

Abgedruckt in kUNIgunde Sommersemester 2005

 

Was ist geschlechtergerechte Sprache?

Geschlechtergerechte Sprache berücksichtigt Frauen und Männer gleichermaßen. Sie beruht auf zwei wesentlichen Prinzipien: 1. Symmetrie, 2. Sichtbarmachung.

Das Symmetrie-Prinzip verlangt, dass Frauen und Männer mit gleichen oder gleichwertigen sprachlichen Formen bezeichnet werden, also nicht Bundeskanzler Kohl und Frau Thatcher sondern Bundeskanzler Kohl und Premierministerin Thatcher, nicht Dr. Pelzer, Frau Dr. Schwarz und Prof. Meier, sondern Herr Dr. Pelzer, Frau Dr. Schwarz und Herr Prof. Meier.

Das Prinzip Sichtbarmachung verlangt, dass weibliche Personen immer als solche erkennbar sein sollen. Wo Frauen gemeint sind oder sein könnten, sollen demnach keinen maskulinen Personenbezeichnungen verwendet werden (d.h. generische Maskulinformen wie: die Teilnehmer, die Bürger, der Antragsteller). Vielmehr ist das „(Mit-)Gemeintsein“ von Frauen explizit zu machen (die TeilnehmerInnen, die Bürgerinnen und Bürger, die Antragstellerin oder der Antragsteller).

Gibt es einen Unterschied zwischen geschlechtergerechter und geschlechtsneutraler Sprache?

Aus dem Prinzip der Sichtbarmachung folgt, dass geschlechtergerechte Formulierung im Deutschen gerade nicht geschlechtsneutral ist. Neutralisierung (z.B. das Mitglied, die Teilnehmenden) wird nur eingesetzt, wenn ständige Beidnennung längere Texte übermäßig kompliziert machen würde. Neutralisierung ist also eher eine Notlösung, die nur in Kombination mit Beidnennung empfohlen wird. Untersuchungen zu Sprachen, die keine grammatische Geschlechtsunterscheidung haben (z.B. Türkisch oder Finnisch), zeigen im übrigen, dass formal neutrale Personenbezeichnungen durchaus mit stereotyp männlichen (oder weiblichen) Assoziationen verbunden sein können. Formale Neutralität garantiert nicht, dass in gleichem Maße an Frauen und Männer gedacht wird.

Warum geschlechtergerechte Sprache?

Psycholinguistische Untersuchungen dokumentieren, dass die Formulierung eines Textes die Bilder beeinflusst, die in den Köpfen der Lesenden oder Hörenden entstehen. Dabei hat geschlechtergerechte Formulierung im Sinne der Gleichstellung günstige Wirkungen: Beim Lesen solcher Texte wird mehr an Frauen gedacht, weibliche Personen (z.B. Prominente) werden besser erinnert, und es werden häufiger Frauen zur Kandidatur für ein Amt vorgeschlagen als bei rein maskuliner Formulierung. Wenn z.B. gefragt wird: „Wer ist Ihre Lieblingsmusikerin oder Ihr Lieblingsmusiker?“ fallen den Befragten mehr Frauen ein, also mehr Musikerinnen, die sie kennen und schätzen, als auf die Frage „Wer ist Ihr Lieblingsmusiker?“ Der sprachliche Ausdruck hat - sehr subtile und häufig gar nicht bewusste - Wirkungen darauf, wie gedacht wird und letzten Endes auch darauf, wie gehandelt wird. Sprache ist daher ein effektives Mittel der Gleichstellung, das zusätzlich zu anderen gesellschaftspolitischen Maßnahmen genutzt werden kann und sollte.

Was muss getan werden, damit sich geschlechtergerechte Sprache durchsetzt?

In diesem Punkt bin ich optimistisch, denn ich glaube, dass nicht viel mehr getan werden muss als einfach geschlechtergerecht zu formulieren: Je mehr Sprecherinnen und Sprecher dies tun, desto unzeitgemäßer und desto „männlicher“ wirken maskulin formulierte Texte. Beidnennung etabliert sich im Sprachgebrauch, klingt vertrauter und kommt immer mehr Leuten immer leichter von den Lippen. Dieser Effekt ist heute schon deutlich wahrnehmbar: Auch in Reden, Texten oder Presseerklärungen von Personen, die des Feminismus völlig unverdächtig sind, finden sich Wendungen wie Bürgerinnen und Bürger, Kandidatinnen und Kandidaten. Natürlich bedeutet dies noch längst nicht, dass sich geschlechtergerechte Formulierung bereits umfassend durchgesetzt hat - aber sie nimmt zu. Umfragen zeigen, dass ihr mittlerweile viele Sprecherinnen und Sprecher positiv gegenüberstehen und dass sie sie, entgegen den Befürchtungen von Kritikern und Kritikerinnen, nicht als unverständlich oder unlesbar empfinden.

Zur Person:

externer Link folgt PD Dr. Friederike Braun  war längere Zeit am Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung beschäftigt mit Forschungsschwerpunkt im Bereich der linguistischen Geschlechterforschung. Zurzeit lehrt sie als Privatdozentin am Seminar für Allgemeine Sprachwissenschaft an der Universität Kiel.