Interdisziplinäres
Kolloquium
Die Darstellung und
Darstellbarkeit von Gewalt,
Schrecken und Tod in den Künsten, Medien und Ethnien
Leitung: Prof. Dr. Martin Zenck, Historische
Musikwissenschaft, Universität Bamberg
4./5. Juli 2003,
jeweils 10.00-18.00
Ort: Universität Bamberg, Feldkirchenstraße 21, Raum 503 und 507
Ausgangspunkt: Die Ereignisse des 11. Septembers sowie
des
Irak-Krieges haben die bildhafte und mediale Darstellung und
Darstellbarkeit
von Gewalt erneut und grundsätzlich problematisiert. Inwiefern
kann hier
überhaupt noch von einer Verhältnismäßigkeit in
irgendeinem Sinne der
„Berichterstattung“ und Augenzeugenschaft gesprochen
werden, wo sich diese
erschreckenden Ereignisse jeweils vollkommen der Darstellung entziehen
und
gerade dasjenige, was objektives Abbild eines monströsen Bildes
von Terror und
von Gewalt zu sein vorgibt, zutiefst der Inszenierung und medialen
Aufbereitung
des einzelnen Bildes im Photo und des laufenden Bewegungsbildes vor der
Kamera
geschuldet ist. Es ist kein Zufall, daß sich die Autorin Susan
Sontag, die sich
nach Walter Benjamin und Roland Barthes, besonders intensiv mit der
Photographie befaßt hat, in ihrem neuesten Buch „Regarding
the Pain of Others“[1]
geradezu die Rivalität zwischen dem Terror der Situation (seinem
Bild von ihr)
und dem scheinbar objektiv bezeugenden, aber bewaffneten Auge der
Kamera
thematisiert. Es werden in Echtzeit „Bilder von einer
Wirklichkeit geschossen“,
die noch im gleichen Augenblick von der Kugel tödlich getroffen
wurde. Susan
Sontag kann überzeugend nachweisen, wie sehr seit der Entstehung
der
Photographie im 19. Jahrhundert die Produktion der Bilder nicht nur die
frühere
Funktion des Chronisten erfüllten, sondern daß die
Augenzeugenschaft mit der Täterschaft
in Verbindung stand. Obwohl der Schrecken das Schöne immer schon
begleitete,
aus dem es hervorging, vermochte der schöne Schein des Bildes und
der Kunst
diesen ihren Ursprung im Opfer[2]
(dem Menschen- , Tier- , Pflanzen -Opfer in seiner auch sublimierten
Gestalt)
nicht abzuschütteln und zu überwinden. In der Photographie
wie in der
filmischen Sequenz bezeugt sich ganz unmittelbar diese
ursprüngliche Einheit
zwischen einer durch Gewalt bestimmten Wirklichkeit und der Instanz,
die sie
darstellt, abbildet und inszeniert. War die Gewalt immer noch der
Schatten
hinter dem schönen Schein, der sich wie in der „La punizione
di Marsia[3]“
von Tizian eben nur durch die Häutung der primitiven und
archaischen Kunst des
Dionysischen bilden konnte, so fallen in der Photographie und in der
filmischen
Sequenz von Bildern des Terrors Realität und Medialität
vollkommen ineinander.
Darauf mag ein Schlußvers aus Heiner Müllers Gedicht
„Schall Coriolan“ angespielt
haben, wenn er dort festhält: „UND DAS SCHÖNE
BEDEUTET/DAS MÖGLICHE ENDE DER
SCHRECKEN“[4].
Erst in einer Welt ohne Gewalt, kann sich das Schöne ohne seine
unheilvolle
Allianz mit dem Schrecken, dem es entstammte, zeigen. Die Künste
und Medien
haben auf diese Problematik der Darstellung des Schreckens, der Gewalt
und des
Todes reagiert: sie haben ihn beiseite geschoben und
uneingeschränkt den
schönen Schein gefordert; sie haben die Erfahrung des Schreckens
zugelassen, in
seiner Plötzlichkeit (Guercinos „et in arcadia ego...“[5])
und in seiner unabweisbaren Nachdrücklichkeit in einer ungebrochen
schön
scheinenden Landschaft „Arkadien“ (Poussins „et in
arcadia ego); sie haben den
Schrecken des Todes gemildert, indem sie ihn in eine arkadische
Landschaft mit
Nymphen und in eine nachfolgende Künstlergenealogie eingebettet
haben
(Josquin’s „Deploration sur la mort de Johannes
Ockeghem“); sie haben ihn
schließlich im Gegensatz zu seiner medialen Omnipräsenz, die
den Todesbereich
zugleich paradoxal marginalisierte, in seiner drastischen,
obszönen und
perversen Gegenwärtigkeit verschärft, in dem sie den
Augenblick, in dem der Tod
eintritt, festhielten wie in einigen extremen Formen der
„performance art“ oder
sie haben, wie in Adriana Hölszkys Bühnenwerk (1997)
„Tragödia“, das unnennbare
Geschehen in einen „unsichtbaren Raum“ als Sichtblende
gegen den Terror der
Todesbilder projiziert, um durch die radikale Abwesenheit eines Bildes
der
Musik und dem Zuhörer einen Gedächtnis-Raum zu eröffnen,
der sonst in den
Medien vollkommen besetzt ist mit abweisenden Bildern des Schreckens,
die den
Betrachter mit der Zeit immun machen gegenüber einer
entsprechenden Erfahrung.
Die Thematik des Colloquiums und seine
Diskussionsperspektiven:
es enthält
zwei grundlegende, im folgenden kurz zu skizzierende Aspekte: erstens den Darstellungsbegriff,[6]
der im Sinne des angeschauten Vorstellens, des Repräsentierens und
des
Herstellens von Szene (eine Rolle darstellen oder in eine Figur
schlüpfen) in
den verschiedenen Künsten, in der Literatur und in der
Wahrnehmungslehre
(Aisthesiologie) ganz verschiedene Bedeutungen hat. Zweitens
den Aspekt des Schreckens,
der Gewalt und des Todes (hier als
Steigerung des
Aggressionspotentials, aber auch in der Abwehr als Anziehungskraft des
Schreckens und der „Angstlust“ verstanden), wie er eben in
den Medien, den
verschiedenen Künsten und Ethnien zur Darstellung gebracht: vor
die Augen oder
vor die Sinne geführt wird, um etwas zu zeigen. (Hier der
Zusammenhang der
„Darstellung“ mit der Performativität[7]).
I. Kategorie der „Darstellung“
Die
Kategorie der „Darstellung“ steht prinzipiell in der
Spannung des
Darstellbaren, wie es aus der angeschauten Wirklichkeit als deren
Spiegelung
und Verwandlung hervorgeht, und des Nicht-Darstellbaren, insofern es
auf keine
äußere Anschauung oder äußere objekthaft
gebundene Empfindung zurückführbar
ist. Verkürzt interpretiert werden kann diese Spannung in der
grundlegenden
abendländischen Unterscheidung zwischen einem unterm Mimesis-Gebot
stehenden
Darstellungsprinzip und einer unterm Mimesis-Verbot handelnden
Präsentation,
welche, indem sie Phantasie, d. h. die innerlichen Zustände und
Visionen zum
Gegenstand hat, immer zugleich an die Grenzen des Darstellbaren
stößt. Im
Bereich der Literatur stehen sich also im Sinne Erich Auerbachs[8]
die Mimesis als dargestellte Wirklichkeit und die im Sinne von Renate
Lachmann[9]
verstandene phantastische Literatur, die sich jeder Abbildung von
Wirklichkeit
entzieht, einander gegenüber. In der bildenden Kunst, die zusammen
mit der
Plastik, der Schauspielkunst und Pantomime auch zu den darstellenden[10]
Künsten gerechnet wird, kann zwischen der abbildenden,
nachahmenden und
narrativen Malerei, vor allem der Landschaftsmalerei, auf der einen
Seite und
einer phantastischen Malerei unterschieden werden, bei der zwar wie bei
Arcimboldo, Wirklichkeitssegmente und Attribute der Landschaft wie
Früchte
genommen, aber auf ganz neue Weise zu Köpfen zusammengesetzt
werden. Obwohl
diese Entgegensetzung von mimetischer Organizität und
artifiziellem
Displacement[11]
noch eigens
zu diskutieren wäre, denn bereits bei den Landschaften Tizians, in
denen
Nymphen liegen, könnte man ins Grübeln kommen, ob nicht
über den arkadischen
und mythologischen Naturbegriff hinaus hier phantastische Momente ins
Spiel der
Darstellung kommen. Am Schwierigsten ist die Bestimmung der Darstellung
in der
Musik, die sich zwar auch in der Spannung von äußerer und
innerer Darstellung
bewegen mag, aber auf Grund ihrer Ungegenständlichkeit
(Gegenständlichkeit ist
die Bedingung für jedes darstellende Imitatio-Prinzip) jenseits
einer
darstellbaren Wirklichkeit steht. Sie kann sich nur auf die
Gegenstände
beziehen, wenn deren Betrachtung vorausgesetzt und zur inneren
Empfindung
verwandelt wird, die dann erst Gegenstand der inneren Nachahmung der
Musik ist.
Obwohl Aristoteles in seiner „Poetik“ leider nicht eigens
auf die Musik
rekurriert, ist sie doch hilfreich für die mögliche Anwendung
auf die Musik,
weil sie die Tragödie als Nachahmung menschlicher Leidenschaften
bestimmt, wie
sie sich exemplarisch in großen Helden zeigt. Aristoteles bezieht
also die
„mimesis“[12]
nicht
direkt auf die äußere Natur und Wirklichkeit, sondern
indirekt in der bereits
wahrgenommenen, anempfundenen und angeeigneten Form. Hier ist der
mögliche
Ansatzpunkt für den Darstellungsbegriff in der Musik: sie stellt
keine äußere
Wirklichkeit vor, sondern den von ihrer Wahrnehmung abgezogenen
Empfindungseindruck. Die Musik ist also ein Archiv von Gefühlen,
die in einer
bestimmten Komposition zeitlich (harmonisch und linear-syntaktisch)
geordnet
zur Darstellung gebracht werden. Im Motto seiner
„Pastorale“ hat Beethoven dies
reklamiert: „mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey“.
Zwar gab es vor ihm
vor allem durch die Schriften Junkers die Diskussion einer malenden
Musik,
Beethoven akzentuiert aber für seine Position den
Empfindungseindruck, den die
Wahrnehmung im Gemüt hinterlassen hat. Nicht die äußere
Darstellung der Natur,
ihre Nachahmung ist Gegenstand der Musik, sondern die Artikulation
eines auf
den Empfindungseindruck zurückgehenden Ausdrucks. Pointiert
ließe sich sagen,
daß Aristoteles bereits eine doppelte Mimesis im Blick hatte,
lange bevor Georg
Lukács[13]
diese in seiner „Widerspiegelungstheorie“ auf die Musik
anwandte. – Es ist hier
bereits deutlich geworden, daß die unterschiedlichen
Darstellungsmodi von
Wirklichkeit in den Künsten, Medien und Ethnien auch zu
differenten
Darstellungsmöglichkeiten der thematischen Paradigmen von
Schrecken, Gewalt und
Tod führen. Es wird also nicht nur zu fragen sein, ob die Kunst
generell Gewalt
thematisieren kann, ob sie selbst etwa in der Material- und
Naturbeherrschung
Anteil an gewaltsamer Rationalität hat oder ob sie sich auf Grund
ihres
spezifischen Charakters politischer Verfügungsgewalt entziehen
kann, wie sie
uns auf Grund der unterschiedlichen Darstellungsformen und
Darstellungsmöglichkeiten diese monströsen und erschreckenden
Welten und
Gegenwelten vor die Sinne führt: eine Welt des Schreckens, die
zwar medial
omnipräsent ist, aber realiter marginalisiert wird.
II. Tod als letzte und unhintergehbare
Grenze und als
Erfahrungsbereich des Lebendigen
Nach
Heiner Müller ist: „Zeit ist Frist“, eine Begrenzung,
die klar gegeben
erscheint durch Geburt und Tod. Nach seiner eigenen Erfahrung bleibt
aber immer
noch eine „Frist“ bis dorthin, zur Grenze, wo es geschieht
oder wo diese
verfügbar erscheint. Wenn diese Bemessung uns immer vor Augen ist,
die
endzeitliche Begrenzung deutlich ist, dann ergibt sich daraus auch eine
Verlagerung ins Innerweltliche und Lebensweltliche. Das heißt die
Frist, der
verbleibende Zeitraum, ist nicht fern von der Grenze des Lebens, die
der Tod
zieht: die Frist ist eine alltägliche Erfahrung, in der sich die
unhintergehbare Grenze, die Temporalität des Daseins immer schon
abzeichnet und
niederschlägt.
So
klar also Beginn und Ende, Geburt und Tod zu sein scheinen, so unklar
sind ihre
definitiven Grenzen auch lange vor der Embryonal-Forschung (wann ist
und
beginnt Leben?) und längstens vor der Verlängerung des Lebens
durch die
Transplantationsmedizin (wann endet das Leben; was bedeutet die
Aufrechterhaltung des Muskeltonus gegenüber dem erklärten
„Hirntod“?). In dem
Maße, wie die Grenzen nach vorne und nach hinten verschoben
werden, die Frist
virtuell verunendlicht werden kann, in dem Maße der Definition
des Lebens und
der Verfügbarkeit des Todes wird die bemessene Zeit, die einem
noch bleibt,
viel deutlicher und intensiver erfahrbar als in transzendent
verfaßten
Rahmungen, bei denen Geburt und Tod in „Gottes Hand“
liegen.
Auf
diesen grundlegenden Interpretantenwechsel hat Martin Heidegger
aufmerksam
gemacht in seiner Daseinsanalytik von „Sein und Zeit“[14].
Der Tod wird zwar vom „Man“ im alltäglichen
Bewußtsein auf einen sehr späten
Zeitpunkt nach hinten auf der Lebensachse verlagert, nach Heidegger ist
aber
gerade für das philosophische Bewußtsein die
Komplementarität und das
Bedingungsverhältnis von Dasein und Tod dadurch gegeben, daß
der
Daseinsentwurf“ und das „Geworfensein ins Dasein“ nur
vermöge dessen möglich
ist, daß seine Bedingtheit durch eine absolute Grenze
ständig noch im
Innerweltlichen reflektiert wird. Der Tod ist also keine Grenze am
fernen
Horizont, sondern in der Erfahrung von Frist immer schon
gegenwärtig:
Bestandteil des Lebens. Das mag eine Platitude sein, weil einem der Tod
immer
gegenwärtig und möglich erscheint, aber gerade weil er andere
in einer
vielfachen und fast nationalen-universalen Weise treffen kann, kann er
einen
selbst am wenigsten treffen, weil wir ihn eher auf Bildschirmen
wahrnehmen als
in der Wirklichkeit und wenn dort in eben medialisierter Weise, die die
Alltagwahrnehmung vollkommen erfaßt hat. Auch wäre es
denkbar, die oben
genannte Tatsache der Verschiebung der Grenzen nach zwei Seiten hin,
die
bestimmbar und verfügbar ist, nicht nur als
Bewußtseinserfahrung von Befristung
zu verstehen, sondern als deren prinzipielle Überschreitung. Wenn
die Grenzen
nicht gezogen werden, der Horizont unendlich wie das Leben scheint,
dann trifft
dies noch über Heideggers Daseinsanalytik hinaus auch die
Abweisbarkeit des
Todes als einer möglichen Grenze. Wenn er alltäglich ist und
wenn er wie zu
Mozarts Zeiten diejenigen in der Hauptsache traf, die noch keine 30
Jahre alt
waren (Mozart hatte eine relativ erfülltes Alter erreicht), dann
ist die
Verlängerung der Grenze nach hinten kaum gegeben. Dies gilt auch
für
theozentrisch verfaßte Weltbilder: Bachs Kantate „Actus
Tragicus“ mit dem
Untertitel „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit“ zeigt das
Angewiesensein auf
die Frist, die uns gegeben ist. Weder über ihren Anfang noch
über ihr Ende
haben wir ein Wissen – und wenn, wäre es wie bei Elias
Canetti in den
„Befristeten“ schrecklich“. Wir sind nach Bachs
Kantate eingebunden in einen
chronologisch-heilsgeschichtlichen Verlauf. Wobei Bach aber weit
über den Text
hinausgeht und durch eine axial-symmetrische Konstruktion zwar die
klare
Bemessung der Frist der musikalischen Zeit artikuliert, diese zugleich
aber
auch durch die versetzte Mitte (auf Des in T. 13) eben durch diese
Konstruktion
in die Struktur verbleibender und ästhetisch verfügbarer, d.
h.
anthropozentrisch orientierter Zeit eingliedert.
*
Die
geplante Tagung diskutiert vor allem unter der Teilnahme des
wissenschaftlichen
Nachwuchses die hier entworfene Thematik von verschiedenen Disziplinen
(Kunstwissenschaften, Philosophie, allgemeine Ethonologie, auch
insbesondere
Indologie, Medienwissenschaften, Literatur- und Theaterwissenschaften
und
Musikwissenschaft) und unterschiedlichen Modellen, deren Funktion nicht
darin
besteht, die angenommenen Theorien nur zu bestätigen oder zu
illustrieren,
sondern von ihnen aus überhaupt erst entsprechende Theoreme zu
entwickeln. Die
Vorträge, die neben den geladenen Gästen, den Bamberger
Kolleginnen und
Kollegen auch Beiträge der fortgeschrittene Studenten (Graduierte)
vorsehen,
sollen in einem entsprechenden Kongreß-Bericht
veröffentlicht werden.
Leitung
und Eröffnung der Tagung:
Prof.
Dr. Martin Zenck (Historische
Musikwissenschaft der Universität
Bamberg):
Gewalt/Bild-Schnitt/Fragmentierung/ -
Beethovens Musik in Jean-Luc Godards Film „Prénom
Carmen“
Teilnehmerinnen
und Teilnehmer mit ihren Themen:
Prof.
Dr. Petra Maria Meyer
(Theaterwissenschaftliches Institut der Universität
Mainz):
Priv.-Doz.
Dr. Elisabeth Oy-Marra
(Kunstgeschichtliches Seminar II der Universität
Bamberg):
Prof.
Dr. Dieter Mersch (Institut
für Philosophie, Univ. Kiel, sonst Berlin):
Vergänglichkeit, Hinfälligkeit
und Tod
in Performance, Video-Kusnt und zeitgenössischer Fotografie
Prof.
Dr. Burkhard Schnepel
(Institut für Ethnologie der Universität Halle):
Gutes Leben und guter Tod in der
Fremde. Das Beispiel der Inder auf Mauritius
Prof.
Dr. Günther Heeg (Theaterwissenschaftliches
Institut der Universität
Leipzig):
Bilderstarrung. Zur Konstitution von
Totengemeinschaften
Veronika
Darian, M.A. (Institut
für Theaterwissenschaft, Universität
Leipzig):
Erlesene Bilder. Repräsentationen in
Zeiten souveräner Macht
Prof.
Dr. Martin Zenck (Institut
für Historische Musikwissenschaft der
Universität Bamberg):
Dr.
Jörn Peter Hiekel (Hochschule
für Musik „Carl Maria von Weber,
Dresden):
Alice
Stašková
(Karls-Universität Prag, Germanistisches Institut):
Die Erschütterung des Textes: von Jan
Patočkas Begriff zur Gewalt der Sprache bei L.-F. Céline
Tim
Becker, M.A. (Institut
für Historische Musikwissenschaft der Universität Bamberg):
Der greifbare
Tod. Zur Entbildlichung musikalischer
Darstellung in
Wolfgang Rihms „Deus passus“
Raphael
Woebs, M.A. (Institut
für Historische Musikwissenschaft der Universität Bamberg):
[1] Susan Sontag: Regarding the Pain of Others, New York 2003. Ausschnitt aus diesem Buch in deutscher Übersetzung von Reinhard Kaiser unter dem Titel Die Botschaften der Bilder, in: FAZ v. 12. April 2003, Nr. 87, S. 41 (Die Vollständige Übersetzung des Essaybandes von S. Sontag wird im Herbst im Hanser-Verlag unter dem Titel Das Leider anderer betrachten erscheinen.
[2] Vgl. Walter Burkert: Wilder Ursprung. Opferritual und Mythos bei den Griechen, Berlin 1991.
[3] Tiziano: La punizione di Marsia, 1655, olio su tela, 212mal207cm, Kromeriz, Státní (n.102); vgl. zu diesem Thema prinzipiell: Franz Fühmann: Marsyas. Mythos und Traum, Leipzig 1993.
[4] Heiner Müller: Schall Coriolan, in: Heiner Müller, Schriften, Werke 1, Gedichte, Frankfurt am Main 1998, S. 162.
[5] Vgl. die Diskussion des legendären Beitrags „ ‚Et in Arcadia ego.‘ Poussin und die Tradition des Elegischen“ von Erwin Panofsky (Sinn und Bedeutung in der bildenden Kunst, Köln 1975, S. 351-377) durch Elisabeth Oy-Marra im Forschungscolloquium „Darstellung und Darstellbarkeit des Schreckens, der Gewalt und des Todes in den Künsten“ im SS 1993 an der Universität Bamberg.
[6] Auf die vollständige Bibliographie zum Thema der „Darstellung“ sei hier verzichtet. Exemplarisch sei hierfür genannt: Was heißt ‚Darstellen‘?, hg. v. Christian L. Hart Nibbrig, Frankfurt am Main 1994.
[7] Vgl. dazu den jüngst erschienen Kongreßband Performativität und Ereignis, hg. v. Erika Fischer-Lichte u. a., in: Theatralität, Bd. 4, hg. v. Erika Fischer-Lichte, Tübingen und Basel 2003 (vgl. dort insbesondere für den hier thematisierten Aspekt: Dieter Mersch: Das Ereignis der Setzung, S. 41-56 und Martin Zenck, Tim Becker und Raphael Woebs: Freisetzung des Ereignisses im performativen Ritual?, S. 67-82.)
[8] Erich Auerbach: Mimesis. Dargestellte Wirklichkeit in der abendländischen Literatur, Bern und München 1946.
[9] Renate Lachmann: Erzählte Phantastik. Zur Phantasiegeschichte und Semantik phantastischer Texte, Frankfurt am Main 2000.
[10] Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft (1790), § 52, Hamburg 1963, S. 182.
[11] Vgl. dazu grundsätzlich über die Positionen von Roland Barthes‘ Arcimboldo-Interpretation und über Jean Baudrillards Theorie des „Simulacre“ die Diskussion im folgenden Kongreß-Bericht: Signatur und Phantastik in den Schönen Künsten und Kulturwissenschaften der Renaissance und des Barock, hg. v. Martin Zenck (gefördert und unterstützt von der Gerda-Henkel-Stiftung; erscheint 2003/2004 im Konrad von Zabern-Verlag)
[12] Aristoteles, Poetik, griechisch/deutsch. Übersetzt und herausgegeben von Manfred Fuhrmann, Stuttgart 1993, Kap. 6, 1440b-1150a, S. 18-19.
[13]
Georg Lukács: Ästhetik, Bd. III, 11.
Kap.. Grundfragen der ästhetischen
Mimesis: 1. Musik, Neuwied, Darmstadt, Berlin 1972, S. 75ff. (dort
insbesondere zur „gedoppelten Mimesis“ der Musik, S. 111);
vgl. dazu Albrecht
Riethmüller: Musik als Abbild der
Realität. Zur Dialektischen Widerspiegelungstheorie in der
Ästhetik, Wiesbaden
1976.
[14] Martin Heidegger: Sein und Zeit. Erste Hälfte, Sonderdruck aus: „Jahrbuch für Philosophie und phänomenologische Forschung“, Bd. VIII, hg. v. E. Husserl, Freiburg i. B., 3. Auflage, Halle an der Saale 1931, Max Niemeyer-Verlag, § 28-53, S. 130-266.