Ach, Sie sind neu hier? Dann bestimmen Sie bitte zunächst einmal Ihre Identität! Heute vielleicht mal rothaarige Medienspezialistin, reich und verliebt? – Der „Newbie“ im Multiplayer-Game kreiert sich eine Wunschversion des Ich und lädt sie hoch. Das neue Leben lebt dann zwar ein Avatar für ihn, aber immerhin.
Der Traum von einem anderen Leben ist so alt wie die Menschheit. Neu sind heute die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und Kommunikation in den virtuellen Welten des Internet. Mit bald elf Millionen registrierten Nutzern allein im 3-D-Online-Spiel Second Life ist der Cyberspace schon ziemlich voll. Steckt dahinter die Sehnsucht nach einer anderen Identität? Oder nach einer Antwort auf die großen Fragen: Wer bin ich? Und wodurch? Wie virtuell ist das wirkliche Leben geworden – und wieviel wirkliches Leben steckt im virtuellen?
Begrüßung durch den Präsidenten der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert
Einführung: Prof. Dr. Roland Simon-Schaefer
Eröffnungsvortrag Prof. Dr. Dietrich Dörner (Bamberg): Leben als Spiel? Spiel als Leben?
Einführung: Prof. Roland Simon-Schaefer
Vortrag Dr. Jan-Hinrik Schmidt (Hamburg): Second Life und Web 2.0. Zur Untrennbarkeit von virtueller und realer Welt
Impulsreferat Bischof Dr. Wolfgang Huber: Identität und Religion. Gibt es ein zweites Leben?
Podiumsdiskussion zum Thema "Second life – Avatare – Cyberwelt
Gibt es ein zweites Leben?“
mit
Prof. Dr. Dietrich Dörner ist Professor em. am Institut für Theoretische Psychologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Dörner entwickelt psychologische Theorien menschlichen Handelns und Fühlens. Er beschäftigt sich mit künstlicher Intelligenz, der Modellierung und Simulation von Emotionen, Absichts- und Handlungsorganisation. Bekannt sind v.a. sein EMO-Projekt, in dem ein emotionaler Roboter programmiert und simuliert wurde, und das Nachfolgeprojekt PSI.
Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber ist seit 1994 Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg und wurde 2003 zum Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gewählt. Huber hatte u.a. in Marburg und in Heidelberg verschiedene Professuren inne; er ist Honorarprofessor in Berlin und Heidelberg.
Werner Bernhard Reuß ist Verantwortlicher Leiter des Bildungskanals BR alpha. Nach seiner redaktionellen Tätigkeit im Bereich Politik und Zeitgeschehen für den BR, wechselte er 1992 in die Chefredaktion von ARD-aktuell in Hamburg. Von 1994 bis 1997 war er Referent in der ARD-Gremiengeschäftsstelle. Anschließend leitete er in der Projektgruppe „BR-Bildungskanal“ den Aufbau von BR-alpha. 2002 wurde Reuß der Bayerische Fernsehpreis verliehen, 2004 der Grimme-Preis.
Dr. Jan-Hinrik Schmidt ist Absolvent der Bamberger Soziologie und seit November 2007 als wissenschaftlicher Referent für digitale interaktive Medien und politische Kommunikation am Hans-Bredow-Institut in Hamburg tätig.
Sein Interesse gilt vor allem aktuellen Veränderungen onlinebasierter Öffentlichkeiten und sozialer Netzwerke, die mit dem Stichwort „Web 2.0“ verbunden sind, sowie deren Auswirkungen auf Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Prof. Dr. Walther Christoph Zimmerli ist seit Februar 2007 Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Der in Zürich habilitierte Philosoph lehrte an der TU Braunschweig, an den Universitäten Bamberg,
Erlangen-Nürnberg und Marburg, war anschließend Präsident der Universität Witten/Herdecke und danach Gründungspräsident der AutoUni sowie Mitglied des Topmanagements der Volkswagen AG. Zimmerli ist Träger des Forschungspreises der Alexander von Humboldt-Stiftung und u.a. Mitglied des
Weltrates für Ethik sowie der Schweizer Akademie für Ingenieure.