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Informationen & Materialien

Blatt:werk!

Ein literarisch-künstlerischer Spaziergang durch Bamberg

Sonntag, 24. Oktober 2010
16:00 – 20:30 Uhr


Ein Gemeinschaftsprojekt von:
E.T.A.-Hoffmann-Theater,
Internationales Künstlerhaus Villa Concordia,
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
und Staatsbibliothek Bamberg

Einladung

Die bundesweite Aktionswoche der Bibliotheken steht in diesem Jahr unter dem  Motto „Treffpunkt Bibliothek. Information hat viele Gesichter“.
Als Auftakt laden die Veranstalter Sie herzlich ein zu einem literarisch-künstlerischen Spaziergang durch einen Blätterwald der besonderen Art.

Auf mehreren Stationen, die vom Hain über die Villa Concordia und die Staatsbibliothek Bamberg bis in die Teilbibliothek Sprach- und Literaturwissenschaften der Otto-Friedrich-Universität Bamberg führen, erleben und erfahren Sie Neues und Staunenswertes über Herbstblätter im Hain und in der Literatur, über eine alte chinesische Drucktechnik, die neu belebt wird, über „Blätter der Freundschaft“ aus historischen Stammbüchern und über das Leben von Gelehrten im Blätterwald der Erkenntnis.

Der Schauspieler Gerald Leiß (E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg) wird Sie auf dem Weg rezitierend und „blätternd“ begleiten.

Station 1: Bunte Blätter

16:00 Uhr
Treffpunkt Bootshaus im Hain

Im herbstlichen Hain beginnt der sonntägliche Spaziergang. Hier präsentiert Ihnen der Schauspieler Gerald Leiß vom E.T.A.-Hoffmann-Theater vergnügliche, nachdenkliche und romantische Texte, die den Herbst und das schön verfärbte Blatt thematisieren: Joseph von Eichendorff, Eduard Mörike, Theodor Storm, Sarah Kirsch, Heinz Erhardt und viele andere werden zu hören sein!

Neben den literarischen Blattwerken weiß Gerald Leiß auch von rekordverdächtigen Blättern zwischen Buchdeckeln zu berichten: Wissen Sie, welches Buch das wertvollste ist oder welches am längsten aus einer Bibliothek entliehen worden ist? Der Schauspieler begleitet Sie ebenso zwischen den einzelnen Stationen und inszeniert die kurzen Wege getreu dem Leitthema dieses Streifzugs durch Natur, Literatur und Kunst.

Station 2: Bedruckte Blätter

16:45 Uhr
Internationales Künstlerhaus
Villa Concordia

Die Autorin Susanne Röckel hat während eines ihrer China-Aufenthalte eine Druckwerkstatt besucht. Dort werden, einer Technik des 17. Jahrhunderts
folgend, mit Holztafeln Drucke angefertigt, die sich in ihrer Schönheit und Präzision kaum von Aquarellen unterscheiden lassen. Aus der Begegnung mit dem alten chinesischen Handwerk entstand das Buch „Bilder wie Blumen“, das 2009 erschienen ist.

In ihrem Vortrag wird die vielfach ausgezeichnete Autorin und Stipendiatin des Künstlerhauses ein kostbares vierbändiges Werk mit Drucken vorstellen. Die vielfältigen Motive reichen von Blüten, Felsen, Landschaften über Einsiedler und Fabelwesen bis hin zu einer besonderen Art des literarischen Bilderrätsels.

An dieser Station kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch!

Station 3: Blätter der Freundschaft

18:00 Uhr
Staatsbibliothek Bamberg
in der Neuen Residenz am Domplatz


„Deß Menschen Leben ist gleich einer Blum“: Dieses Motto setzte Maria Sibylla Merian über das Aquarell einer Rosa centifolia, einer „hundertblättrigen Rose“, das sie 1675 einem Nürnberger Geistlichen ins Stammbuch malte.

Der Brauch, in Erinnerungsalben durch autographe  Einträge und mitunter auch Bildbeigaben freundschaftliche Verbundenheit zu dokumentieren, kam um 1540 in Studentenkreisen auf. Im Zeitalter der Empfindsamkeit und des Biedermeier entfaltete er eine enorme Breitenwirkung; in Gestalt der Poesiealben überdauert er bis heute.

Bibliotheksdirektor Prof. Dr. Werner Taegert präsentiert aus dem reichen Fundus der Staatsbibliothek Bamberg eine Auslese prachtvoll illustrierter Widmungsblätter aus vier Jahrhunderten.

Station 4: Gelehrtenexistenz im Blätterwald

19:00 Uhr
Teilbibliothek Sprach- und Literaturwissenschaften,
Otto-Friedrich-Universität


Die Universität als Stätte einer ganz besonderen Daseinsform wird abschließend vom Bamberger Philosophieprofessor Dr. Christian Schäfer aufs Korn genommen. Am Beispiel der beiden geistreich-ironischen Texte „Das Sandbuch“ von Jorge Luis Borges und „Von Patmos nach Salamanca“ von Umberto Eco führt Schäfer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Untiefen der Gelehrtenexistenz.

Die Bibliothek repräsentiert in der Universität den Ort des Wissens, der Information, des Lernens - aber auch der Kommunikation. Sie ist daher auch der passende Ort für den geselligen Ausklang bei Wein, Häppchen und anregenden Gesprächen!