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Stefanie Klein

Kontaktadresse

Graduiertenkolleg Märkte und Sozialräume in Europa

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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Dissertationsvorhaben

Die diskursive Mobilisierung der Region. Autonome Gemeinschaften in Spanien zwischen Tradition und Weltkultur

Der Prozess der Europäisierung hat einen Strukturwandel in Gang gesetzt, der die historisch und politisch gewachsenen Strukturen der Nationalstaaten verändert: Nationale Souveränitätsrechte werden einerseits nach oben an die supranationalen Einheiten und nach unten an die Regionen abgetreten. Diese Machtverschiebung weg von den Nationalstaaten hat zu einer deutlichen Aufwertung und Neupositionierung der Regionen geführt.

Doch woher genau kommt diese Mobilisierung der Regionen? Wie haben sich die Regionen vor allem in den letzten 30 Jahren zu legitimen Akteuren der EU entwickeln können? Wodurch legitimieren sie diese "neue"(?) Ordnung? Diese Fragen sollen am Fall Spaniens untersucht und beantwortet werden. Gerade in Spanien vollzog sich der Homogenisierungsprozess zur Bildung eines Nationalstaats keineswegs konfliktfrei. Mit dem Baskenland, Galicien und Katalonien existieren Autonome Gemeinschaften, die sich bereits seit Jahrhunderten als Nationalitäten bezeichnen und daraus lange Zeit ihre Forderungen nach Autonomie und stärkeren Kompetenzen gegenüber der Zentralregierung begründet haben. Seit der Demokratisierung 1977/78 gelingt es den Autonomen Gemeinschaften zusehends, Kompetenzen auszubauen und eigenständig zu handeln. Der EU-Beitritt und der Ausbau der europäischen Regionalpolitik haben diesen Prozess spürbar beschleunigt. Fraglich ist, ob diese Regionalisierungsprozesse und die Herausbildung der Autonomen Gemeinschaften als moderne Akteure der EU mit historischen Argumenten begründet wurden oder ob nicht vielmehr transnationale Ideen und weltkulturelle Einflüsse zu diesem Wandel geführt haben.

Das Projekt hat zum Ziel, die Restrukturierung nationaler Ordnung, in diesem Fall speziell die Mobilisierung der Regionen und die Verselbständigungsprozesse der Autonomen Gemeinschaften zu untersuchen und anhand einer soziologischen Diskursanalyse im politischen Feld Spaniens die Kausalität dieses Wandels aufzudecken.

Forschungsinteressen

  • Europäische Integration
  • Institutionentheorie / Neoinstitutionalismus
  • Spanische und lateinamerikanische Landeskunde
  • Diskursanalyse
  • Gesellschaftstheorien
  • Ungleichheitsforschung

 

Vorträge und Konferenzen

Comparative Sociology Workshop. Stanford University, 9. Mai 2011. Vortrag zum Thema: The Mobilization of Regions: Neoinstitutional Perspectives on Regional Convergence in Spain. A Discursive Analysis.

Forschungspraxis der Diskursanalyse. Bamberg 1./2. April 2011.
Beitrag zum Thema: Die Mobilisierung der Regionen – Isomorphie regionaler Strukturen durch die diskursive Anpassung von Rechtfertigungsmustern.

Region und Nation - neue Entwicklungen und Rahmenbedingungen. Bamberg 7./8. Oktober 2010.
Beitrag zum Thema: Die Inszenierung der Regionen als moderne Akteure der World-Polity.

Methods in Discourse, Text, and Document Analysis. Mainz 8.-10. Juli 2010.
Beitrag zum Thema: Die Mobilisierung der Regionen in Europa. Eine Diskursanalyse spanischer Parlamentsdebatten.

Constructing and Disrupting Social Realities: Tales of Development and Crisis in Markets, Organizations and Institutions. 3rd LAEMOS in Buenos Aires 7.-10. April 2010.
Beitrag zum Thema: The Spanish Autonomous Communities between the Nation-State and Europe. The Impact of Isomorphic Processes on the Mobilization of Regions.

Dynamik und Wandel. 2. Annual Seminar der Bielefeld Graduate School of History und Sociology. Bielefeld 8.-10. Februar 2010.
Beitrag zum Thema: Die Spanischen Autonomen Gemeinschaften zwischen Nation und Europa. Die Veränderung der Rechtfertigungsmuster regionaler Legitimation.

Region - Nation - Europa. Konkurrenz und Transformation von Ordnungsvorstellungen. Bamberg 20./21. November 2009.
Beitrag zum Thema: Die Spanischen Autonomen Gemeinschaften zwischen Nation und Europa. Die Entstehung eines "Skripts regionaler Autonomie" und dessen Folgen.

Institutional Perspectives on Actorhood, Organizations and World Polity. Luzern 9./10. Mai 2009.
Beitrag zum Thema: The Spanish Autonomous Communities between Nation and Europe. The Influence of Global-Culturally Inspired Models on the Mobilization of Regions.

Ringvorlesung des Studiengangs European Studies. Universität Passau, 5. Dezember 2007.
Vortrag zum Thema: Die Europäische Regionalpolitik als soziales Element der EU? Mögliche Perspektiven soziologischer Europaforschung.

Semesterprogramm der Katholischen Studentengemeinde Passau. 23. November 2006.
Vortrag mit Dipl.-Kulturwirt Alexander Gropper: Deus é brasileiro. Gott auf Bestellung? Religion und Religiosität in Brasilien.

Veröffentlichungen

Klein, Stefanie (2008): Der Gottesbezug in der Europäischen Verfassung. Eine institutionensoziologische Analyse, VDM, Saarbrücken.