Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung wurde am 09. Mai 2012 die zweite Runde des Mentoring-Programms eingeleitet.
ausführlich
Die Universitätsfrauenbeauftragten vergeben auch im Jahr 2012 Stipendien und Prämien für besondere Leistungen von Wissenschaftlerinnen der Universität Bamberg.
ausführlich
Ab sofort können die Bewerbungsunterlagen für "PUSh" eingereicht werden.
ausführlich
Das Seminar "Rhetorik und selbstsicheres Verhalten" findet am Freitag, 06. Juli 2012 von 9.00 s.t. - 17.00 Uhr statt.
ausführlich
Das Bewerbungsseminar wendet sich an Studentinnen und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen, es findet am Freitag 15. Juni 2012 von 9.30 s.t. - 16.15 Uhr statt.
ausführlich
von Johanna Feist
An der Universität Bamberg liegt der Frauenanteil bei über sechzig Prozent. Doch nur wenige entscheiden sich für eine Promotion oder Habilitation. Mit PUSh zeichnen die Universitätsfrauenbeauftragten hervorragende Abschlussarbeiten aus und motivieren so junge Frauen, eine wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen.
PUSh zum vierten Mal verliehen
„Wir wollen mit den drei Preisen, die wir nun schon im vierten Jahr vergeben, deutlich machen“, so Universitätsfrauenbeauftragte Prof. Dr. Margarete Wagner-Braun, „dass es weiter dringend notwendig ist, junge Wissenschaftlerinnen zu fördern“. Zum wiederholten Mal wurde in diesem Jahr der „Preis der Universitätsfrauenbeauftragten für Studentinnen mit hervorragenden Leistungen“ – kurz PUSh – vergeben. Am vergangenen Mittwoch, den 1. Dezember 2010, erhielten drei Studentinnen für ihre Abschlussarbeiten die mit 500 Euro dotierten Auszeichnungen auf der feierlichen Preisverleihung. Trotz Schneegestöber und Glatteis hatten sich Gäste, Preisträgerinnen und deren Angehörige zu diesem Anlass versammelt. Fast vierzig Studentinnen hatten sich für den Preis beworben, mit dem die Universitätsfrauenbeauftragten den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern möchten. Am Ende musste sich die Jury, bestehend aus den Universitätsfrauenbeauftragten, Wissenschaftlerinnen verschiedener Fachbereiche und einer studentischen Vertretung, jedoch für drei der Bewerberinnen entscheiden. Die prämierten Abschlussarbeiten wurden nicht nur alle mit der Bestnote bewertet, sie zeichneten sich vor allem auch durch ihre wissenschaftliche Fundiertheit aus.
Kein Abschlusspreis, sondern ein „Mutmachpreis“
„Wir wollen jungen Frauen zeigen, dass sie auf wissenschaftlichem Gebiet bereits weit Überdurchschnittliches geleistet haben“, unterstrich Universitätsfrauenbeauftrage Prof. Dr. Margarete Wagner-Braun. Sie verdeutlichte in der Begrüßung, dass es darum ginge, Absolventinnen eine wissenschaftliche Laufbahn schmackhaft zu machen. Die Initiative ist dabei nur eine von vielen Fördermaßnahmen, die das noch immer nicht vollkommen durchgesetzte Gleichstellungspostulat in die Realität umsetzen sollen. In seinem Grußwort unterstrich Präsident, Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert, der auch einen der drei Preise stiftete, dass PUSh eben kein „Abschlusspreis“ sei, sondern Mut mache für die erste Arbeitsphase der wissenschaftlichen Karriere und dazu, das Feld nicht den männlichen Kommilitonen zu überlassen. Der Preis sei deshalb ein wichtiger Baustein im Gesamtkonzept der Frauenförderung an unserer Universität. Stolz konnte er verkünden, dass die Universität Bamberg auf gutem Weg ist, den Anteil der Professorinnen auf fünfzig Prozent zu erhöhen.
„Können Sie sich vorstellen zu promovieren?“
„Können Sie sich vorstellen zu promovieren?“ – mit dieser Frage wurden Studierende in einer Befragung des Frauenbüros im Sommersemester 2009 konfrontiert. Die Ergebnisse der Umfrage beleuchtete Universitätsfrauenbeauftragte Prof. Dr. Ada Raev in ihrer Festrede. Dabei wurde deutlich, dass sich heute, im Vergleich zu der zuletzt durchgeführten Befragung im Jahr 1996, weit mehr Studentinnen vorstellen können ein Promotionsstudium aufzunehmen, nämlich 43 Prozent. Weniger erfreulich sei aber, dass sich ein Drittel der Studentinnen noch immer nicht vorstellen kann eine Doktorarbeit zu schreiben. Aufschlussreich sind die Ergebnisse auch dann, wenn sie mit denen der männlichen Studierenden verglichen werden. Ein weitaus größerer Anteil der Studenten könne sich vorstellen zu promovieren. Auch bei der Frage, ob man sich eine Promotion zutraue, zweifelten mehr Studentinnen als Studenten an ihrer Eignung. Die Gründe dafür könnten in einer höheren Selbsteinschätzung der Studenten gegenüber den Studentinnen liegen. Prof. Dr. Ada Raev verdeutlichte, dass es wichtig sei, diese Diskrepanz zwischen den Studierenden auszugleichen und dabei mehr Studentinnen für das wissenschaftliche Arbeiten zu gewinnen.
Der diesjährige „Preis der Universitätsfrauenbeauftragten für Studentinnen mit hervorragenden Leistungen“ ging an: Frau Steffi Bescherer für ihre Zulassungsarbeit „,Nur nicht reinstressen!‘ Eine qualitativ-empirische Untersuchung der Todes- und Jenseitsvorstellungen sowie der Bewältigungsstrategien bei Jugendlichen“; Frau Anna-Maria Meyer für ihre Magisterarbeit „A niech to wszysc diabli! – Grammatik, Semantik und Pragmatik des Fluchens und Verfluchens im modernen Polnischen“; Frau Olga Yanenko für ihre Masterarbeit „Fashion-Recommender: Ein wissensbasierter Ansatz für auf Objektähnlichkeit beruhende Empfehlungen“. In Kurzvorträgen stellten die Preisträgerinnen ihre Abschlussarbeiten dem Publikum vor.
„Nur nicht reinstressen!“
Steffi Bescherer, die seit Oktober 2004 Latinistik und Katholische Theologie für Lehramt an Gymnasien an der Universität Bamberg studierte, beschäftigte sich in ihrer Zulassungsarbeit mit dem Tod und speziell damit, wie Jugendliche mit dem Thema umgehen. Anhand einer qualitativen Interviewstudie arbeitete sie Handlungsoptionen für den Religionsunterricht heraus und betritt damit religionspädagogisches Neuland. Ein Ergebnis der Arbeit ist, dass Jugendliche eine eigene Interpretation des Todes finden möchten, wobei verschiedene Weltanschauungen für die Herangehensweise an das Thema durchaus eine Rolle spielen. Aufschlussreich ist, dass Jugendliche, die an eine Art (besseres) Jenseits glauben, dem Tod eine positive Seite abringen können, während dies Jugendlichen, denen diese Hoffnung fehlt, nicht möglich erscheint. „Insgesamt“, resümiert Bescherer, „ist die Haltung der Jugendlichen im Umgang mit dem Tod eine pragmatische: sie möchten lernen mit der Begrenztheit des menschlichen Lebens umzugehen, nicht nur im Falle der eigenen Betroffenheit sondern auch als Helfer und Tröster für andere“.
Vom Fluchen und Verfluchen
Anna-Maria Meyer ist Absolventin der Slavistik, mit dem Schwerpunkt Russisch, Politikwissenschaft und Anglistik. Sie arbeitete bereits während ihres Studiums als Tutorin für Slavistik und ist mittlerweile wissenschaftliche Mitarbeiterin von Prof. Dr. Sebstian Kempgen, der den Preis stellvertretend für sie in Empfang nahm. Frau Meyer befand sich zu Forschungszwecken auf einer Tagung in Barcelona. In das Zentrum ihrer Arbeit rückte sie das als Randerscheinung der Erforschung nicht würdig erscheinende Fluchen und Verfluchen, speziell das in polnischer Sprache. Frau Meyer unterscheidet zunächst das Fluchen und Verfluchen, genauer das magische Verfluchen, das profane Verfluchen und das profane Fluchen. Inhaltlich an erster Stelle stehen bei Verfluchungen die Bereiche Krankheit, Tod und allgemeines Übel, außerdem der Wunsch jemandem zum Teufel oder in die Hölle zu schicken. Flüche sind Meyers Darstellungen zufolge deutlich vulgärer, Sexualität und Anatomie stehen inhaltlich an erster Stelle, wichtig sind aber auch die semantischen Felder Gott und Religion und eine Kombination von Mutter und Hund. Um die gewonnenen Erkenntnisse in einen Kontext einordnen zu können, vergleicht sie Frau Meyer im Anschluss an ihre Analyse mit anderen slavischen Sprachen. Auf diese Weise stellte sie wiederum die Besonderheit des ganz eigenen polnischen Fluchsystems heraus.
„Welcher Gürtel passt zur Jeans?“
Olga Yanenko studierte zunächst den Bachelorstudiengang OnlineMedien in Furtwangen, von 2008 bis Sommer 2010 absolvierte sie den Masterstudiengang Angewandte Informatik an der Universität Bamberg. Sie befasste sich in Ihrer Arbeit mit einem höchst Komplexen Thema, was doch jedem Online-Shop- Kunden und jeder -Kundin bekannt ist: Interessiert man sich für ein Buch, kennt der Shop bestimmt noch weitere interessante Bücher, die mir gefallen könnten. Möchte man eine Jeans kaufen, bietet einem der Shop gleich das passende Oberteil, passende Schuhe und Accessoires an. Der Einsatz solcher Empfehlungssysteme oder Recommender erhöht den Umsatz. Nur: Was steckt dahinter? Frau Yanenko entwickelte einen wissensbasierten Ansatz zur Generierung von solchen Produktempfehlungen im Bereich der Mode. Eine Ontologie, zentraler Teil des entwickelten Systems, beinhaltet eine Produkttaxonomie und Regeln und Eigenschaften, welche die Grundlage für die Berechnung von Produktähnlichkeiten bilden. Frau Yanenko berechnete offline die Ähnlichkeit von Produkten und ein flexibles Empfehlungsmodell. Dadurch werden Alternativen und Ergänzungen zu einem Referenzprodukt in Echtzeit generiert. Bei einem Online-Test konnte sie die Wirksamkeit ihres Modells unter Beweis stellen. Die Umsätze ließen sich durch das Vorschlagen der errechneten ähnlichen und ergänzenden Produkte signifikant erhöhen.