Der Lehrstuhl für Marketing bietet Studenten ein reichhaltiges Angebot an Veranstaltungen. Gemeinsam mit der Juniorprofessur für Marketing Intelligence decken wir alle wesentlichen Bereiche des Faches in der Lehre ab.
Marketing und Vertrieb stellen komplexe und anspruchsvolle Aufgabenbereiche dar. Ziel der Ausbildung an unserem Lehrstuhl ist es, Studenten nicht nur einen fundierten Überblick, sondern in wesentlichen Bereichen auch vertiefendes Wissen zu bieten.
Hierzu bieten wir im Bachelorbereich eine Grundlagenveranstaltung Marketing Management. In dieser wird das Marketing als strategisches Konzept dargestellt. Es wird ein Überblick über die verschiedenen Analyse- und Aktionsinstrumente gegeben. Und Marketing wird als Managementbereich dargestellt, der insb. Verknüpfungen mit Controlling, Personalmanagement, Organisation und IT aufweist.
Weitere Veranstaltungen im Bachelorbereich gehen auf die Prozesse des Kundenmanagements sowie (für Studenten der Europäischen Wirtschaft) auf Herausforderungen des internationalen Marketings ein. Zudem wird jedes Semester ein Bachelorseminar angeboten, in dem einzelne aktuelle Themen vertieft werden (zuletzt z.B. Health Care Marketing).
Im Masterbereich legt die Veranstaltung Strategisches Marketing den Grundstein für alle anderen Vorlesungen und Seminare. In ihr werden verschiedene strategische Entscheidungen vertiefend behandelt. Zudem wird auf ökologische und ethische Fragen im Marketing eingegangen.
Die Seminare zu Brand Management & Communication sowie Price Management greifen zwei eng miteinander verbundene und in hohem Maße erfolgsrelevante Kernbereiche des Marketing auf. Marken stellen heute für viele Unternehmen intangible Unternehmensressourcen mit hohem Wert dar. Das Preismanagement ist ein entscheidender Teil des Wertschöpfungsprozesses. Hier gilt es für Unternehmen, den Gegenwert für die erbrachten Leistungen von Kunden einzufordern.
Die Veranstaltung Business-to-Business Marketing & Purchasing geht spezifisch auf Transaktionen ein, die zwischen gewerblichen Akteuren stattfinden. Sie richtet den Fokus damit auf diejenigen Wirtschaftsbereiche, in denen wesentliche Teile der Wertschöpfungsprozesse in entwickelten Wirtschaftssystemen stattfinden.
Dabei wird auf Industriegütermärkte ebenso eingegangen wie auf Hersteller-Handelsbeziehungen. Durch die gleichzeitige Behandlung von Beschaffungsprozessen auf Kundenseite und Marketing-/Vertriebsprozessen auf Anbieterseite wird die Interdependenz beider Betrachtungen herausgestellt. Ein weiteres Thema ist die Netzwerkstruktur, die viele Business-Märkte kennzeichnet. Die Veranstaltung ergänzt das weitere Vorlesungs- und Seminarprogramm, indem sie einen starken Fokus auf Fragen der Distribution legt.
Im Seminar Marketing & Innovation behandeln wir nicht nur Produktinnovationen. Wir betrachten alle Arten von Marketinginnovationen wie z.B. im Bereich Preissysteme, Distributionskanäle, Kommunikation oder Marktforschung. Studenten entwickeln jeweils in Gruppen ein eigenes Innovationskonzept. Dabei folgen sie den Stufen eines anfangs vorgestellten Innovationsprozesses.
Wie auch im Bachelorbereich existiert ein Masterseminar, in dem von Semester zu Semester unterschiedliche Themen behandelt werden, z.B. Aspekte des Pricings, CRM oder Marketing-Ethik. Das Seminar kann auch zu Projektarbeiten von Unternehmen genutzt werden, die sich die Kompetenzen der Studenten in einem bestimmten Projekt zugänglich machen möchten.
Der Lehrstuhl für Marketing legt seinem Lehrangebot einige wenige, aber wesentliche Prinzipien zu Grunde.
1. Interaktivität:
Lehre kommt nicht ohne Inhalte aus. Doch können Inhalte ihrerseits nicht nur frontal vermittelt werden. Der Lehrstuhl erwartet daher in allen Veranstaltungen eine aktive Beteiligung der Studenten.
Die Lehre kann immer nur so interaktiv sein, wie die Studierenden sie durch ihr eigenes Engagement machen. Gruppenarbeiten und Präsentationen sind ein Element. Wichtiger ist aber, dass der präsentierte Stoff stets an Beispielen gespiegelt und möglichst kritisch hinterfragt wird. Fragen und Kommentare sind daher absolut erwünscht.
2. Kontextualisierung:
Es gibt kaum ein anderes Fach, in dem der Inhalt derart "erlebbar" ist, wie im Marketing. Wir leben in einer durch das Marketing geprägten Gesellschaft. Marketing ist ein Kernthema unserer Gesellschaft. Marketinginstrumente umgeben uns täglich - z.B. Werbung, Produkte, Preise. Je mehr unsere Studierenden die Fakultätsräume und die reale Wirtschaftswelt als direkt miteinander kommunizierende, untrennbare Elemente ein und desselben Systems verstehen, desto mehr werden sie von ihrem Studium profitieren. Dazu gehört das aktive Lesen von Lehrbüchern, aber auch von Fachzeitschriften, allgemeinen Büchern und Internet-Ressourcen. Studium bedeutet, das an der Universität gelernte selbständig an der Wirklichkeit zu spiegeln.
3. Ausgleich von Ökonomie und Gesellschaft:
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Marketing bedeutet vor allem auch, die Rolle des Marketings und der im Marketing arbeitenden Menschen in der Gesellschaft kritisch zu hinterfragen. Daher unterstreichen wir in der Lehre zwei Perspektiven:
- die Betrachtung des Marketing als Teilaspekt der BWL: Dies bedeutet, dass wir verstehen müssen, wie das Marketing zu einer Erreichung des Unternehmensziels Profitabilität beiträgt. Im Marketing werden Ressourcen eingesetzt, es erfolgen also Investitionen. Investitionen sollen einen Rückfluss generieren. Hierbei spielen Effektivität und Effizienz eine zentrale Rolle. Die eine Kernaussage lautet also, dass das Marketing kein Kreativspielraum für Gurus ist, sondern ein Aktivitätsfeld, indem Instrumente und Konzepte so eingesetzt und gestaltet werden, dass sie der Erreichung des gewinnwirtschaftlichen Oberziels dienen.
- die Grenzen des Profitabilitätsstrebens: Profitables Wirtschaften ist Kern unseres Wirtschaftssystems. Es ist die Grundlage für Innovation und Fortschritt und stellt den Anreiz für unternehmerisches Handeln zur Verfügung. Aber wir müssen auch stets die Frage nach den Grenzen des Profitabilitätsstrebens stellen. Dort wo der Gewinn des Einen zu Lasten des Anderen geht, beginnt eine Grauzone, die Marketingstudierende kennen müssen. Daher sind Fragen der Marketing-Ethik, der Beziehung von Marketing und Corporate Social Responsibility sowie die Frage, welche Auswirkungen das Corporate Citizenship-Konzept auf das Marketing hat, aktiv aufzugreifen.
4. Wissenschaftlichkeit: Die universitäre Lehre speist sich aus der Forschungsleistung der Wissenschaft. Bei aller Praxisorientierung sollen Studenten daher auch verstehen, was akademisches Arbeiten bedeutet und wie sie von der Forschung profitieren können. Insbesondere bei Hausarbeiten und Abschlussarbeiten (Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten) legen wir deshalb besonderen Wert darauf, dass Studierende mit wissenschaftlichen Texten, insbesondere Artikeln, umgehen können. Da die wissenschaftliche Diskussion insbesondere in englischsprachigen Fachzeitschriften erfolgt, wird daher davon ausgegangen, dass die Studierenden in der Lage sind, solche Texte zu verstehen und kritisch zu hinterfragen.
5. Internationalität: Viele Absoventen werden in ihrer späteren beruflichen Praxis nicht nur mit deutschen Geschäftspartnern zusammenarbeiten, einige sogar für internationale Unternehmen oder im Ausland. Daher verwenden wir stets deutsche und internationale Beispiele, wenn es darum geht, Sachverhalte zu verdeutlichen. Die Unterrichtssprache ist in mehreren Veranstaltungen Englisch. Und wir erkennen im Ausland erbrachte Studienleistungen einer Vielzahl von Partneruniversitäten als äquivalent an.
6. Respekt: Die Universität ist ein Ort des Gedankenaustauschs. Dort treffen Menschen aufeinander. Menschlichkeit und Respekt vor dem Anderen sind daher die Grundlage für ein produktives gemeinsames Arbeiten. Dies bedeutet, dass wir im Unterricht Meinungen, Kommentare, Fragen und Zweifel ernst nehmen. Es bedeutet, dass wir ein Ohr für individuelle Anfragen und Sorgen haben. Es bedeutet nicht, dass wir auf alle Wünsche eingehen können, auch nicht, dass wir stets und überall erreichbar sind. Aber es gilt, dass wir unser Bestes tun, um im Rahmen des Möglichen zu helfen. Ein Dialog ist stets möglich. Ebenso erwarten wir im Umgang mit uns sowie im Umgang mit Mitstudierenden Achtung und Interesse.