Die Welt der Finanzdienstleistungen im 21. Jahrhundert ist aus Sicht der Verbraucher mindestens durch zwei wesentliche Charakteristika geprägt.
Zum einen wachsen Bedürfnisse und Bedarf nach wirtschaftlicher und insbesondere finanzieller Sorge und Vorsorge nicht nur stetig, sondern sprunghaft, nachdem unter anderem durch Ageing-Prozesse der Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftssysteme die Selbstverantwortlichkeit mehr und mehr schon für die bloße Existenzsicherung und umso mehr für das darüber hinausgehende Wohlergehen unerlässlich wird.
Zum anderen wird die Palette der Dienstleistungen und Produkte einschließlich diverser staatlicher Fördermaßnahmen permanent größer und tiefer, so dass die mit diesem Kreativitätspotential verbundenen Informationswahrnehmungs-, Informationsverarbeitungs- und Entscheidungsprozesse immer komplexer und folgenreicher werden.
In diesem Kontext kommt Finanzvermittlern als Intermediären im Finanzdienstleistungsbereich (Versicherungen, Kapitalanlagen, Kredite), die den Informations- und Beratungsbedarf bis hin zu einer Problemlösung befriedigen, eine hohe Bedeutung zu, nicht nur, aber auch aufgrund der nur bedingt verfügbaren finanziellen Allgemeinbildung vieler Verbraucher.
Gleichzeitig lässt sich durch verschiedene empirische Untersuchungen regelmäßig beobachten, dass die Praxis der Finanzdienstleister, insbesondere der Banken und Sparkassen, diesen Herausforderungen kaum gerecht werden.
Bereits im Vorfeld der aktuell zum 1. November 2007 umgesetzten EU-Richtlinie MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) sowie der zuvor realisierten EU-Versicherungsvermittlerrichtlinie (22. Mai 2007) kommen sogar eher branchennahe Beratertests zu dem Urteil „Peinliche Ergebnisse ... Eine große Hilflosigkeit war bei allen Beratern zu spüren. ... Generell erwiesen sich die Berater in den verschiedenen Unternehmen als völlig überfordert. ...“. Simons berichtet dazu: „... Falsche Anlageberatung verursacht jedes Jahr ... zwanzig Milliarden Euro Vermögensschäden ... in Deutschland...“. ...
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Aktuelle empirische Studie zu Produktinformationsblättern PIBs:
"Klar, einfach, verständlich und vergleichbar:
Chancen für eine standardisierte Produktinformation für alle Finanzdienstleistungen"; in: ZBB Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft 2012, Heft 2, 119-133.
Weitere Veröffentlichung:
Oehler, A. / Kohlert, D., Guter Rat macht hilflos: Zur Qualität der Anlageberatung in Deutschland; in: Brost, H. / Neske, R. / Wrabetz, W. (Hrsg.), Vertriebssteuerung in der Finanzdienstleistungsindustrie, Frankfurt School Verlag GmbH, Frankfurt 2008, 63-102
Die Unterlagen finden Sie
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Die Schadensschätzung nach Szenario (1) ergibt einen Gesamtschaden für die VerbraucherInnen von mehr als 160 Milliarden Euro in der abgelaufenen Dekade 2001 bis 2010. Die Schadensschätzung zeigt eindrücklich, dass es für die meisten Kunden ausgesprochen verlustreich wird, einen Lebensversicherungsvertrag oder Rentenversicherungsvertrag überhaupt erst abzuschließen, weil die hohe Inflexibilität zu vielen Lebenslagen nicht passt. Zudem wird hier auch evident, dass vielen Kunden wohl vor Vertragsschluss in der Beratung oder online keine Schadenschätzungen vorgelegen haben können, weil sonst angesichts dieses Ausmaßes kaum so viele Verträge geschlossen worden wären.
Bereits mit dem Abschluss des Vertrages ist bei Kündigungsquoten von 55% bis 75% damit also ein Verlust regelrecht absehbar, da die Abschluss- und Vertriebskosten samt Provisionen den sofortigen Aufbau eines Sparanteils behindern und den in der Werbung gerne hervorgehobenen Zinseszinseffekt deutlich verzögern.
"Ohne Moos nix los - wie denken junge Menschen über Geld und Finanzen?", Wissenschaftliche Begleitung einer Studie des WDR zum Finanzwissen junger Erwachsener im Vergleich zur Gesamtbevölkerung:
Tagesschau:
boerse.ard.de/content.jsp
WDR-Fernsehen:
www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/08/11/aktuelle-stunde-jugend.xml
WDR 2:
www.wdr2.de/kultur/studie_ohnemoosnixlos100.html
WDR 5:
www.wdr5.de/politik-wirtschaft/finanzwissen-junger-leute.html
"DieRolle von Spekulanten, Politik und Rating-Agenturen"
Interview Frankenpost, 21.7.2011
"Mir fehlt hier ein Master-Plan"
Interview portfolio international, 9.3.2011
"Kunden müssen kritischer werden"
Interview Frankenpost, 29.12.2010
"Eine starke, unabhängige Verbraucherfinanzaufsicht ist notwendig"
Stellungnahme 18.3.2010
Ökonomische Bildung / Das Finanzwissen der Deutschen ...
(WDR 5 Profit-Das Wirtschaftsmagazin vom 13.02.2010)
"Das Protokoll kann zur Falle werden"
Interview Frankenpost, 9.1.2010
"Mehr Rechte für Bankkunden"
Interview WDR 5, Profit - Wirtschaftsmagazin, 2.1.2010 (Minute 8.15-12)
"Schneeballsysteme und Schrottanleihen: Geschäftsfeld Hoffnung"
Interview BR 2, 2.1.2010
"Zur Qualität der Finanzberatung von Privatanlegern: Probleme des Beratungsprozesses und Lösungsansätze"
Wissenschaftlicher Beirat für Verbraucherpolitik, Bundesverbraucherministerium BMELV, Stellungnahme, November 2009 (18.12.2009)
ARD-Ratgeber Geld: "Geldanlage mit Garantie: Lohnt sich das wirklich?"
Interview vom 31.10.2009 zu sog. Garantieprodukten
"Ökonomen zweifeln am „mündigen Verbraucher“"
Handelsblatt, 4.11.2009, zu Verbraucherfinanzen
"Nach dem Crash ist vor dem Crash"
Handelsblatt, 6.10.2009, zur Finanzkrise
"Das Geschäft lebt von Verschleierung"
Interview Boerse.ARD.de vom 15.09.2009 zu sog. Garantieprodukten
"Das sind kastrierte Produkte"
Interview Süddeutsche Zeitung vom10.09.2009 zu sog. Garantieprodukten
"Zur Qualität der Finanzberatung von Privatanlegern: Probleme und Lösungsansätze"
Stellungnahme, August 2009
Schufa & Co, Scoring
Stellungnahme "Schufa & Co: Wissen Verbraucher, wie mit ihren Daten „gearbeitet“ wird?", Bamberg
Zweifelhafte Anlageprodukte
Stern, 3. Juli 2009
Verbraucherfinanzen
Stellungnahme "Ad hoc und ziellos?", Bamberg
Lösungen?
Spiegel online, 16. Juni 2009
Private Anleger brauchen keine Zertifikate (S. 1)... (S. 2)
Frankfurter Rundschau, 30./31. Mai 2009
Beratung, Krise, Verbrauchervertrauen ...
Frankfurter Rundschau, 17. März 2009