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Altersvorsorge / "Riester-" Produkte

 

"Bei Abschluss: Verlust?"
Aktuelle Studie zu Milliardenschäden durch fehlgeleitete Vertragsabschlüsse von Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen

Die Unterlagen finden Sie pdf hier und pdf hier.

Die Schadensschätzung nach Szenario (1) ergibt einen Gesamtschaden für die VerbraucherInnen von mehr als 160 Milliarden Euro in der abgelaufenen Dekade 2001 bis 2010. Die Schadensschätzung zeigt eindrücklich, dass es für die meisten Kunden ausgesprochen verlustreich wird, einen Lebensversicherungsvertrag oder Rentenversicherungsvertrag überhaupt erst abzuschließen, weil die hohe Inflexibilität zu vielen Lebenslagen nicht passt. Zudem wird hier auch evident, dass vielen Kunden wohl vor Vertragsschluss in der Beratung oder online keine Schadenschätzungen vorgelegen haben können, weil sonst angesichts dieses Ausmaßes kaum so viele Verträge geschlossen worden wären.

Bereits mit dem Abschluss des Vertrages ist bei Kündigungsquoten von 55% bis 75% damit also ein Verlust regelrecht absehbar, da die Abschluss- und Vertriebskosten samt Provisionen den sofortigen Aufbau eines Sparanteils behindern und den in der Werbung gerne hervorgehobenen Zinseszinseffekt deutlich verzögern.

 

Aktuelle empirische Studie zu Produktinformationsblättern PIBs:
"Klar, einfach, verständlich und vergleichbar:
Chancen für eine standardisierte Produktinformation für alle Finanzdienstleistungen"; in: ZBB Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft 2012, Heft 2, 119-133.

Aktuelle Studie zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu „Riester“-Produkten

Ausgewählte Ergebnisse pdf "Altersvorsorge in Deutschland: Mängel mit System?"

Das Gutachten finden Sie pdf hier (6 MB).

Stellungnahme zur Antwort der Bundesregierung (BMAS) zur Renten-"Riester"-Studie: pdf hier

Im Spiegel der Medien (nur zu privaten Zwecken):

"Ohne Moos nix los - wie denken junge Menschen über Geld und Finanzen?", Wissenschaftliche Begleitung einer Studie des WDR zum Finanzwissen junger Erwachsener im Vergleich zur Gesamtbevölkerung:
Tagesschau: externer Link folgt boerse.ard.de/content.jsp
WDR-Fernsehen: externer Link folgt www.wdr.de/mediathek/html/regional/2011/08/11/aktuelle-stunde-jugend.xml
WDR 2: externer Link folgt www.wdr2.de/kultur/studie_ohnemoosnixlos100.html
WDR 5: externer Link folgt www.wdr5.de/politik-wirtschaft/finanzwissen-junger-leute.html

ARD/BR Geld & Leben. Das Wirtschaftsmagazin:
"Riester-Update.  Was Sparer jetzt tun sollten"
Interview vom 20.6.2011 zu "Riester"-Produkten

ARD/BR Geld & Leben. Das Wirtschaftsmagazin:
"Lebensstandard im Alter. Vorsicht vor Versorgungslücken"
Interview vom 25.1.2010 zu "Riester"-Produkten

"So nicht! Antwort an die Bundesregierung"
Interview Frankfurter Rundschau, 2.1.2010

ARD/BR Geld & Leben. Das Wirtschaftsmagazin:
"Riester unter Feuer. Neue Berechnungen sorgen Riester-Sparer"
Interview vom 7.12.2009 zu "Riester"-Produkten

Deutschlandradio Kultur:
"Ratlos in der Rentenlücke"
Interview vom 7.12.2009 zur Altersvorsorge und Rentenlücke

"Reformen für Riester"
Ihre-Vorsorge.de, 7.12.2009

"Die Riester-Lotterie"
ZEIT-online, 8.12.2009

"Politik will schärfer über Riester-Kosten wachen"
WELT-online, 8.12.2009

"Die Riester-Lotterie"
Der Tagesspiegel, online, 8.12.2009

"Riester-Rente"
Handelsblatt, online, 7.12.2009

"Riester-Rente oft zu teuer und intransparent"
FOCUS-MONEY-online, 7.12.2009

"Untersuchung: Riester-Produkte intransparent und mangelhaft"
Cash-online, 7.12.2009

"Riester-Verträge oft zu teuer"
SÜDWEST PRESSE, online, 8.12.200

"Herbe Kritik an fehlender Kostentransparenz"
VersicherungsJournal, online, 8.12.2009

"Mangelhafte Riester-Rente"
WirtschaftsWoche, online, 7.12.2009

 

Zur Ausgangslage

Die Welt der Altersvorsorge und der Finanzdienstleistungen im 21. Jahrhundert ist aus Sicht der Verbrau­cher mindestens durch zwei wesentliche Charakteristika geprägt.

  • Zum einen wachsen Bedürfnisse und Bedarf nach wirtschaftlicher und insbeson­dere finanziel­ler Vorsorge nicht nur stetig, sondern sprunghaft, nachdem unter anderem durch Ageing-Pro­zesse der Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschafts­systeme die Selbstverantwortlichkeit mehr und mehr schon für die bloße Existenzsi­cherung und umso mehr für das darüber hinausge­hende Wohlergehen unerlässlich wird.
  • Zum anderen wird die Palette der Dienstleistungen und Produkte einschließlich di­ver­ser staatli­cher Fördermaßnahmen permanent größer und tiefer, so dass die mit die­sem Kreativitätspo­tential verbundenen Informationswahrnehmungs-, Informati­ons­verarbeitungs- und Entschei­dungsprozesse immer komplexer und folgenreicher wer­den.

Zum erstgenannten Brennpunkt:

  • Die so genannte Finanzkrise, die eigentlich eine Systemkrise verkörpert, und die nachfol­gende Wirtschaftskrise dominieren aktuell die politische und ökonomische Diskussion. Kurz­fristige Handlungsnotwendigkeiten stehen außer Zweifel. Die mittel- und langfristigen Heraus­forderungen aber, insbesondere solche durch den demographischen Wandel und die Alterung der Bevölkerung, sind damit nicht verschwunden, im Gegenteil, der kurzfristige Handlungsbe­darf verschärft die langfristigen Probleme zusätzlich.
  • Bedeutsam sind des Weiteren auch die seit vielen Jahren zu beobachtenden strukturellen Änderungen der Erwerbstätigkeit: nicht oder nur eingeschränkt sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige, Teilzeitbeschäftigung, Niedriglohnsektor, geringfügig Beschäftigte. Grundsätz­lich besteht das Erfordernis, sowohl von der Finanzierungs- als auch von der Leistungsseite her die Interdependenzen der Sozialversicherungssysteme zu berücksichtigen und in einer systemübergreifenden Sichtweise zu behandeln.
  • Zurückliegende Reformschritte in der gesetzlichen Rentenversicherung senken das Versor­gungsniveau, das künftige Rentnergenerationen erwarten dürfen. Mit Blick auf das reduzierte Sicherungsniveau fordert der Staat daher seine Bürger auf, zusätzlich privat vorzusorgen. Hierzu werden verschiedene Anreize gesetzt, insbesondere seit 2002 durch die sogenannte „Riester“-Förderung. Bei allen Vorhaben bleibt die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversi­cherung das wesentliche Standbein der zukünftigen Altersvorsorge. Mit dem Paradigmenwech­sel zur expliziten staatlichen Förderung der privaten kapitalgedeckten Vorsorge sollen Bürger aber im Prinzip, trotz staatlicher Subventionen, auf eigene Kosten und freiwillig zusätzlich dafür sorgen, dass die Absenkung des Versorgungsniveaus individuell erträglich bleibt.

Zum zweitgenannten Brennpunkt:

  • Gleichzeitig lässt sich durch verschiedene empirische Untersuchungen regelmäßig be­obach­ten, dass die Praxis im Bereich Finanzdienstleistungen und Vorsorge diesen Herausforderun­gen kaum gerecht wird. Die Problematik der empirisch regelmäßig belegten Beratungsmängel und ihrer mo­netären Fol­gen, insbesondere im Kontext langfristig bedeutsamer Altersvorsor­ge­ent­scheidungen, wird we­sentlich dadurch verstärkt, dass gerade die Verbrau­cher, die einer qualifizierten und interessenge­rechten Unterstützung am meisten bedürften, am schlechtesten beraten werden. So zeigte sich in einer aktuellen Stu­die zur Qualität der Anlageberatung von Banken und Sparkassen im Retail-Bereich, dass das Vorwissen eines Verbrauchers in finan­ziellen Angelegenheiten die Quali­tät der erhaltenen Bera­tung wesentlich beeinflusst. Kun­den mit hö­herem Finanzwissen werden nicht nur besser be­raten, ihnen wird auch eine längere Be­ratung zu teil und eine höhere Anzahl an Anlageprodukten vorgestellt und empfohlen. Auch auf die Altersvorsorgeproblematik wird bei ihnen häufiger eingegangen (vgl. Oehler/Kohlert 2008, Oehler/Kohlert 2009, Kohlert 2009, Kohlert/Oehler 2009).
  • Hinzu kommen Ergebnisse aus der Forschung zu Behavioral-Finance-Phänomenen, dass Entscheider, die sich – sei es aus Komplexitätsgründen und/oder man­gelnder Kompetenz – ei­ner Sache nicht gewachsen fühlen, bei Altersvorsorgeent­scheidungen nicht unüblich, eher zu einem Meidungsverhalten verbunden mit einer oberflächliche­ren und verminderten Informati­onsauf­nahme tendieren, da sie Sach­verhalte, die sie nicht kennen, nicht verstehen und abseh­bar trotz erheblichen An­strengungen nicht verstehen werden, als unangenehm empfinden.