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Übersicht

Drittmittelprojekte

DFG-Projekt „Bedingungen, Struktur und Effekte diagnostischer Kompetenz von Lehrkräften“

DFG-Projekt „Dynamisches Testen im Bereich der Lesekompetenz“

DFG-Projekt „Metakognitives Wissen und bereichsspezifisches Vorwissen bei Schülern der Sekundarstufe“

DFG-Projekt „Entwicklung von Kompetenzen und Interesse beim Übergang in die Sekundarstufe“

BMBF-Projekt „Kurz- und langfristige Effekte eines Trainings zur phonologischen Bewusstheit bei Kindergartenkindern deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache“

 

Liste der Gastwissenschaftler

Dr. Wolfgang Lenhard

 

 

DFG-Projekt „Bedingungen, Struktur und Effekte diagnostischer Kompetenz von Lehrkräften“ (Artelt/Weinert, AR 301/6-1)

Das Projekt beschäftigt sich mit der Struktur, der Entwicklung und den Effekten diagnostischer Kompetenz von Lehrkräften. Basierend auf dem Datensatz des Längsschnitts BiKS-8-12[1] wird dabei die Genauigkeit diagnostischer Urteile in unterschiedlichen Leistungsbereichen (Deutsch, Mathematik und im Sekundarbereich auch Englisch) untersucht, wobei der Schwerpunkt auf der Analyse von Bedingungsvariablen diagnostischer Kompetenz liegt. Dazu werden Merkmale der Klasse, des Urteilsgegenstandes und der Lehrkraft unterschieden. Zusätzlich wird analysiert, ob und wenn ja, über welche Unterrichtsvariablen vermittelt sich diagnostische Kompetenz von Lehrkräften auf die Leistungsentwicklung von Schülerinnen und Schüler auswirkt.Im Rahmen einer Ergänzungsstudie werden darüber hinaus professionelle Wissensgrundlagen der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften im Bereich des Textverstehens untersucht. Hierbei wird u. a. der Frage nachgegangen, welches Wissen Lehrkräfte aus Sekundarschulen über schwierigkeitsgenerierende Anforderungs- und Textmerkmale sowie über die für das Textverstehen notwendigen Strategien aufweisen. Über systematische Vergleiche von Lehrkräften mit verschiedenem professionellen Erfahrungshintergrund wird außerdem die Veränderbarkeit und Förderbarkeit dieser Wissensgrundlagen untersucht.


[1] In der Bamberger Forschergruppe BiKS werden die Bildungsverläufe von Kindergarten- und Grundschulkindern mit zwei Längsschnitten analysiert. (vgl. externer Link folgtwww.biks-bamberg.de)

DFG-ProjektDynamisches Testen im Bereich der Lesekompetenz“ (Artelt/Dörfler, AR 301/7-1)

Zur Diagnostik und Beeinflussbarkeit der Lesekompetenz durch Feedback und (meta-) kognitive Hilfen in einer computerbasierten Untersuchung

In diesem Projekt soll das Konzept des Dynamischen Testens auf den Bereich der Lesekompetenz/ des Textverstehens übertragen werden. Dynamisches Testen zielt darauf ab, neben der aktuellen Leistung zusätzlich ein – so die Annahme – ebenfalls interindividuell variierendes Veränderungspotenzial zu erfassen. Hierzu werden beim Dynamischen Testen Hilfen gegeben, die z.B. aus leistungsbezogenem Feedback sowie fehlerspezifischen Denk- und Lernhilfen bestehen.   
Textverstehen stellt eine komplexe kognitive Anforderung dar, die über Feedback, sowie die Vermittlung von Strategien und Metakognition gefördert werden kann. Neben der Frage, welche Feedbackarten bzw. welche Hilfen dabei auch unter den Bedingungen des Dynamischen Testens leistungs- und lernförderlich sind, soll untersucht werden, ob hierüber ein interindividuell variierendes lesespezifisches Veränderungspotenzial im Sinne der Grundidee des Dynamischen Testens identifiziert werden kann und ob dies ggf. mit bestimmten Arten von Feedback und (meta-)kognitiven Hilfen besser gelingt als mit anderen. Mit Blick auf die Konstruktion eines Dynamischen Tests sollen also diejenigen Interventionen durch experimentelle Bedingungsvariationen identifiziert werden, die in einer computerbasierten adaptiven Darbietung zur Verbesserung des Textverstehens/ der Lesekompetenz führen und zum anderen diejenigen, die den größten diagnostischen Nutzen aufweisen, d.h. zu einer angemessenen Leistungsdifferenzierung der Probanden im Bereich Lesen/ Textverstehen beitragen. Die Untersuchung ist als computergestützte experimentelle Studie angelegt, wobei die Art des Feedbacks bzw. der (meta-)kognitiven Lernhilfen systematisch variiert wird. Teilnehmer sind Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe (vorrangig 6. Klassen). Für die Zuordnung zu experimentellen Gruppen werden u.a. Vorwissen, Intelligenz sowie die Motivation der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.  Die Validität des neu entwickelten Dynamischen Tests im Bereich der Lesekompetenz wird anhand verschiedener Außenkriterien überprüft.
Die Studie ist Teil des von der DFG geförderten Schwerpunktprogramms „Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen“ (SPP 1293).   

DFG-ProjektMetakognitives Wissen und bereichsspezifisches Vorwissen bei Schülern der Sekundarstufe(Schneider/Artelt, AR 301/8-1)

Eine Längsschnittstudie zur Erfassung der Relation beider Wissenskomponenten im Entwicklungsverlauf

Mit dem Ziel, das Zusammenwirken von bereichsspezifischem Vorwissen bezogen auf die Inhaltsbereiche Deutsch, Englisch und Mathematik und allgemeinem metakognitiven Wissen im Entwicklungsverlauf zu untersuchen, wird eine Längsschnittstudie mit Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe geplant. An den beiden Standorten Bamberg und Würzburg werden jeweils ca. 300 Probanden (davon pro Standort etwa 100 von Gymnasien, Real- und Hauptschulen) zu Beginn des 5. Schuljahres rekrutiert. Zu diesem Zeitpunkt soll die Lernausgangslage in den Inhaltsbereichen Deutsch (Leseverständnis und -geschwindigkeit), Englisch (u.a. Hörverstehen und Leseverständnis) und Mathematik anhand von eigens konstruierten und curricular validen Testverfahren erhoben werden, wobei differentielle Lerneffekte in Abhängigkeit von der neuen Schulform zu diesem Zeitpunkt noch nicht erwartet werden. Zur Erfassung des allgemeinen metakogni­tiven Wissens (bezogen auf die Anforderungsbereiche Leseverständnis/Textverarbeitung und Mathematik) werden bestehende Instrumente für jüngere Altersbereiche ergänzt und pilotiert. Das wesentliche Ziel der längsschnittlichen Analyse besteht darin, nicht nur den relativen Einfluss interindividueller Unterschiede im bereichsspezifischen Vorwissen, der Intelligenz und im allgemeinen metakognitiven Wissen auf die schulischen Leistungen in den Bereichen Deutsch, Englisch und Mathematik zu erfassen, sondern auch die Relevanz intraindividueller Veränderungen im Vorwissen und im metakognitiven Wissen für den jeweiligen Leistungsfort­schritt in den untersuchten Fächern herauszuarbeiten. Es wird davon ausgegangen, dass Fortschritte sowohl in basalen fächerübergreifenden Kompetenzen als auch im Domänenwissen schulische Leistungsverbesserungen erklären können, wobei mit zunehmendem Alter der Schüler und zunehmender Erfahrung in den jeweiligen Domänen der relative Einfluss von Domänenwissen gegenüber den übergreifenden Kompetenzen zunehmen sollte.
Die Studie ist Teil des von der DFG geförderten Schwerpunktprogramms „Kompetenzmodelle zur Erfassung individueller Lernergebnisse und zur Bilanzierung von Bildungsprozessen“ (SPP 1293).  

DFG-Projekt „Entwicklung von Kompetenzen und Interesse beim Übergang in die Sekundarstufe“ (Artelt/Weinert/von Maurice, AR301/9-1)

In Bezug auf schulische Kompe­tenzen besteht das Ziel des Projektes darin, die Entwicklungen der Schulleistungen in den Bereichen Mathematik, Deutsch und Englisch nachzuzeichnen und in Abhängigkeit von schulischen Einflüssen sowie von Personenfaktoren zu beschreiben und -- soweit möglich -- zu erklären. Neben der Frage nach individuellen Ent­wicklungsstabilitäten einzelner Schulleistungen sowie der sich ggf. im Laufe der Zeit verän­dernden Dimensionalität bzw. Globalität von Schulleistungen unter Kontrolle von Intelligenz interessiert hierbei besonders, ob sich in Abhängigkeit von Förderbedingungen und Schul­formen differenzielle Lernkurven für mehr oder weniger leistungsstarke Schüler/-innen in einzelnen Kompetenzbereichen nachweisen lassen.
Ein zweiter Schwerpunkt des Projektes ist die Analyse von Differenzierungspro­zessen in den Schülerinteressen. In Abhängigkeit von den jeweiligen Kompetenzausprägungen bzw. den subjektiven Kompetenzeinschätzungen wird analysiert, ob sich der oft beobachtete Verlust im mittleren Interessenniveau auf interne Diffe­renzierungsprozesse zugunsten bestimmter Bereiche oder Fächer zurückführen lässt. Hierzu werden Interessen in BiKS-8-12 sowohl nach dem RIASEC-Modell als auch nach dem Fachinteressemodell erfasst. Unterschiede und Gemeinsamkeiten von generellen Interessensbereichen und spezifischen Fachinteressen können für diesen Altersbereich erstmalig untersucht werden. Der dritte Projektbereich ist die Analyse der für Kompetenz- und Interessenentwicklung förderlichen schulischen und unterrichtlichen Bedingungen sowie die Vereinbarkeit der Realisierung multipler Förderziele.

BMBF-Projekt „Kurz- und langfristige Effekte eines Trainings zur phonologischen Bewusstheit bei Kindergartenkindern deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache“ (Artelt, Teilprojekt Bamberg)

Vorschulische Trainings der phonologischen Bewusstheit erweisen sich für Muttersprachler sowohl für Sprachen mit sehr inkonsistenter Buchstaben-Laut-Zuordnung wie das Englische als auch für Sprachen, in denen eine fast perfekte Zuordnung von Buchstaben zu Lauten besteht wie im Finnischen als praktisch bedeutsam. Bezüglich der Wirkung von Trainings zur phonologischen Bewusstheit lassen sich in der Forschungsliteratur u.a. drei Forschungsfragen formulieren. Diese beziehen sich auf die langfristige Effektivität von phonologischer Förderung in der Zweitsprache, auf die Notwendigkeit von spezifischen Ausbildungen (und Supervisionsmaßnahmen) für die Erzieherinnen sowie auf die Rolle der Beschaffenheit eines schulischen Anfangsunterrichts im Bereich Lesen und Rechtschreiben, der die Effekte des frühen Sprachtrainings maximieren kann.

Das interdisziplinär angelegte neue Forschungsvorhaben, das in Kooperation mit Prof. Wolfgang Schneider (Würzburg) und Prof. Petra Stanat (Berlin) durchgeführt wird, widmet sich diesen Fragen mit einem Kontrollgruppendesign: Das Projekt wird durch die Berücksichtigung unterschiedlicher Migrantengruppen (türkischsprachige und russischsprachige Kinder) die Frage beantworten, ob positive Effekte des phonologischen Bewusstheitstrainings unabhängig von der Erstsprache und vom Kompetenzniveau verzeichnet werden können. Um die in der Praxis häufig gestellte Frage zu klären, ob die Erzieherinnen zusätzlich zu den Angaben im Trainingsmanual und der Illustration der Trainingsinhalte anhand einer speziellen DVD (Küspert & Schneider, 2007) eine besondere Schulung und Supervision benötigen, sollen in etwa der Hälfte der Trainings-Kindergärten solche Zusatzmaßnahmen für die Erzieherinnen durchgeführt und in ihren Wirkungen mit den üblichen Trainingsprozeduren im Kindergartenalltag verglichen werden. Über den Vergleich von unterschiedlichen Erstlese-Instruktionsformaten in Bayern und Berlin und die Beobachtung des Erstleseunterrichts in Schulklassen mit geförderten und nicht geförderten Kindern sollen schließlich Anhaltspunkte dafür gewonnen werden, welche Form der Erstlese- Instruktion die Nachhaltigkeit der frühen Trainingsmaßnahmen begünstigt.