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Was lernen Kinder wann? Welche Rolle spielen dabei Kindergarten, Schule und Elternhaus? Auf welcher Grundlage werden Entscheidungen über den Schuleintritt und die Wahl der weiterführenden Schule gefällt? Das sind die zentralen Fragen, die wir – die Forschungsgruppe BiKS an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg – beantworten wollen. BiKS steht für "Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter" und besteht aus einem Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Pädagogik, Psychologie und Soziologie. Am 1. März 2005 hat das BiKS-Projekt seine Arbeit offiziell aufgenommen. Unterstützt wird das Forschungsvorhaben von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

In den internationalen Schulleistungsstudien der vergangenen Jahre ist sichtbar geworden, dass die Leistungen mancher Schülerinnen und Schüler nicht so gut sind, wie wir es erwartet und gewünscht hätten. Doch um bessere Lernbedingungen schaffen zu können, fehlen uns wichtige Informationen. Die genauen Bedingungen, welche die Entwicklung von Sprache und Denken bei Kindern fördern, sind zu wenig erforscht. Auch zur Frage, wie Entscheidungen über den Besuch einer weiterführenden Schule gefällt werden, wissen wir noch zu wenig. Wir wollen deshalb mit unserer Studie zufällig ausgewählte Kindergarten- und Schulkinder über einen längeren Zeitraum in ihrer Entwicklung begleiten.
Die BiKS-Studie findet in Kindergärten und Schulen in den Bundesländern Bayern und Hessen statt. Die Erhebungen im Längsschnitt BiKS-3-10 haben im Herbst 2005 begonnen. Die Startstichprobe setzte sich zusammen aus rund 550 Kindern, die zum damaligen Zeitpunkt in 97 verschiedenen Kindergärten betreut wurden. An einzelnen Tagen – im Abstand von ca. einem halben Jahr – wurden Untersuchungen zur sprachlichen und kognitiven Entwicklung der ausgewählten Kinder im Kindergarten durchgeführt. Auch befragten wir die ausgewählten Eltern über ihre Kinder und die anstehenden schulischen Entscheidungen in einem persönlichen Interview. Die Erzieherinnen und Erzieher der an der Studie beteiligten Kinder wurden über die Situation im Kindergarten befragt. Die meisten der teilnehmen Kinder wurden im Schuljahr 2008/2009 fristgerecht eingeschult und sollen in den aufnehmenden Grundschulen bis in die vierte Klasse weiter untersucht werden. Damit hat eine neue Projektphase begonnen, in der die Grundschullehrerinnen und -lehrer miteinbezogen und ebenfalls befragt werden. In ausgewählten Klassen wurden zudem auch alle weiteren zur Teilnahme bereiten Kinder und Eltern in die Untersuchung aufgenommen. So konnte unsere Stichprobe auf ca. 1000 Kinder erweitert werden. Neben den fristgerecht eingeschulten Kindern werden auch die verhältnismäßig kleinen Gruppen der vorzeitig eingeschulten und zurückgestellten Kinder weiter begleitet.
Im Rahmen von Längsschnitt BiKS-8-14 werden seit Herbst 2005 Kinder in 155 Grundschulen in Bayern und Hessen untersucht. Die Kinder der 2.395 teilnehmenden Familien haben zu Beginn der BiKS-Studie die 3. Klassenstufe besucht. Die Mehrheit der am Längsschnitt BiKS-8-14 teilnehmenden Kinder ist im Sommer 2007 auf eine Schule des Sekundarbereichs übergewechselt. Diese Kinder und ihre Eltern sollen bis zum Ende der 9. Klasse begleitet werden. Neben der regelmäßigen Erfassung der Kompetenzen der Kinder werden die teilnehmenden Kinder, ihre Eltern sowie ihre Lehrerinnen und -lehrer per Fragebogen befragt. Im Fokus der Forschergruppe BiKS stehen dabei die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe von Kindern in Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien.
Eine Übersicht über die Publikationen der BiKS-Mitarbeiter finden Sie hier.