In der nordjordanischen Dekapolisstadt Gadara wurde im Rahmen der zwischen 1989 und 1999 erfolgten Ausgrabungen durch das Deutsche Archäologische Institut ein reicher Fundbestand hellenistischer und römischer Feinkeramik zutage gebracht. Der Wert dieser Funde liegt nicht nur in ihrer Aussagekraft für die Datierung der Baulichkeiten, der Gesamtbestand zeugt vielmehr auch vom Einzug hellenistisch-römischer Kultur in die transjordanischen „Griechenstädte“ des Orients. Qualitativ hochstehende Materialien und singuläre Preziosen zeugen zudem von der Prosperität und von den weitreichenden Wirtschaftsbeziehungen der Polis.
Aufgrund der Bedeutung der Gadarener Funde nicht nur für die Keramikforschung sondern auch für die Kultur- und Wirtschaftsgeschichte hellenistisch-römischer Städte im Vorderen Orient ist die Gesamtvorlage der keramischen Funde geplant. Das Projekt entstand im Rahmen einer Kooperation mit der
Orient-Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts.