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Kulturlandschaftliche Entwicklung der Gemarkung Fatschenbrunn in Mittelalter und Neuzeit

Projektleiter Archäologie: Dr. Patrick Cassitti

Das Projekt „Kulturlandschaftliche Entwicklung der Gemarkung Fatschenbrunn in Mittelalter und Neuzeit“ ist ein interdisziplinäres Vorhaben, das auf die Stärken des Bamberger Forschungsstandortes aufbauend vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, der Professur für Historische Geographie und der Professur für Volkskunde gemeinsam getragen wird. Ziel ist es, eine richtungweisende Modellstudie zu erstellen, die kulturelle, natürräumliche, landschaftliche und ökonomische Veränderungsprozesse in einer gut definierten Region vom Mittelalter bis ins 20 Jh. aufzeigt.

Panorama der Siedlungskammer Fatschenbrunn. Foto: P. Cassitti

Das Forschungsgebiet

Die Gemarkung Fatschenbrunn in der Gemeinde Oberaurach im nördlichen Steigerwald ist ein ideales Gebiet für die Erforschung der jüngeren Kulturlandschaftsentwicklung, da sie noch zahlreiche landschaftliche Relikte vergangener Jahrhunderte bewahrt. Dies zeigt sich insbesondere in der Flurstruktur, die heute noch weitgehend derjenigen des Urkatasters des frühen 19. Jh. entspricht und durch lange und schmale Flurstücke geprägt ist, sowie durch das Überleben zahlreicher alter Obstbäume, die einst über das ganze landwirtschaftlich genutzte Gebiet verteilt waren. Es handelt sich bei diesen Bäumen um Relikte des Stockfeldbaus, der Obst- mit Getreideanbau verband, und seit dem späten Mittelalter nachweisbar ist. In Fatschenbrunn befindet sich  das größte reliktisch erhaltene Zeugnis von Stockfeldbau der gesamten Region. Da die Gemarkung isoliert liegt und auf allen Seiten von Buchenwald umgeben ist dürften äußere Einflüsse im Verhältnis zu den Ortschaften in den Haupttälern geringer gewesen sein, was wiederum für historische und archäologische Studien von Vorteil ist.

Das Urkataster von Fatschenbrunn, 1. Hälfte 19. Jh.

Fragestellung

Zentrale Forschungsfragen können wie folgt formuliert werden.

  • Wann beginnt die menschliche Besiedlung in der Gemarkung Fatschenbrunn?
  • Welche Auswirkungen auf die Umwelt hatten die Rodung des Waldes im 14. Jh. und die Gründung des Dorfes?
  • Wie entwickelten sich die Lebensbedingungen in Fatschenbrunn im Mittelalter und der Neuzeit?
  • Wie hat sich die landwirtschaftliche Nutzung im Laufe der Jahrhunderte verändert und welche Auswirkungen hatte das auf die Landschaft und die sozialen Verhältnisse im Dorf?
  • Welche Nutzpflanzenarten lassen sich für die verschiedenen Jahrhunderte nachweisen?
  • Wie hat sich die historisch belegte Glasherstellung in der Glas- bzw. Drosselmühle im 17. Jhd. auf die Dorfstruktur bzw. die landwirtschaftliche Nutzung und Landschaft ausgewirkt?
  • Hatte die sehr holzintensive Glasherstellung Einfluss auf die Waldstruktur?
  • Lässt es sich nachweisen, ob die Neueröffnung der Glashütte in Neuschleichach Auswirkungen auf Fatschenbrunn hatte (Wechsel vieler Glasarbeiter von Fatschenbrunn nach Neuschleichach, Verringerung der nebenerwerblich tätigen Landwirte)?

Methodik

Um diese Fragen zu beantworten ist ein möglichst breiter methodischer Ansatz notwendig. Neben historisch-geographischen Forschungen sind archäologische Feldbegehungen, botanische Untersuchungen und Befragungen der Bewohner des Dorfes vorgesehen.

Feldbegehung 2013

Im März 2013 fand eine erste archäologische Feldbegehung mit Studierenden des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in Fatschenbrunn statt. Es wurden zwei Streifenfluren mit einer Gesamtfläche von ca. 1 Hektar begangen, und die Lesefunde einzeln mit einem Tachymeter eingemessen. Die fast 2.000 gesammelten Funde wurden anschließend in einer Access-Datenbank erfasst. 

Weitere Flurbegehungen sind im Oktober 2014 geplant.

Fedlbegehung März 2013. Foto: P. Cassitti