Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn
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der Otto-Friedrich-Universität Bamberg im Wintersemseter 2012/13
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Projektleiter Archäologie: Dr. Patrick Cassitti
Das Projekt „Kulturlandschaftliche Entwicklung der Gemarkung Fatschenbrunn in Mittelalter und Neuzeit“ ist ein interdisziplinäres Vorhaben, das auf die Stärken des Bamberger Forschungsstandortes aufbauend vom Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, der Professur für Historische Geographie und der Professur für Volkskunde gemeinsam getragen wird. Ziel ist es, eine richtungweisende Modellstudie zu erstellen, die kulturelle, natürräumliche, landschaftliche und ökonomische Veränderungsprozesse in einer gut definierten Region vom Mittelalter bis ins 20 Jh. aufzeigt.

Die Gemarkung Fatschenbrunn in der Gemeinde Oberaurach im nördlichen Steigerwald ist ein ideales Gebiet für die Erforschung der jüngeren Kulturlandschaftsentwicklung, da sie noch zahlreiche landschaftliche Relikte vergangener Jahrhunderte bewahrt. Dies zeigt sich insbesondere in der Flurstruktur, die heute noch weitgehend derjenigen des Urkatasters des frühen 19. Jh. entspricht und durch lange und schmale Flurstücke geprägt ist, sowie durch das Überleben zahlreicher alter Obstbäume, die einst über das ganze landwirtschaftlich genutzte Gebiet verteilt waren. Es handelt sich bei diesen Bäumen um Relikte des Stockfeldbaus, der Obst- mit Getreideanbau verband, und seit dem späten Mittelalter nachweisbar ist. In Fatschenbrunn befindet sich das größte reliktisch erhaltene Zeugnis von Stockfeldbau der gesamten Region. Da die Gemarkung isoliert liegt und auf allen Seiten von Buchenwald umgeben ist dürften äußere Einflüsse im Verhältnis zu den Ortschaften in den Haupttälern geringer gewesen sein, was wiederum für historische und archäologische Studien von Vorteil ist.

Zentrale Forschungsfragen können wie folgt formuliert werden.
Um diese Fragen zu beantworten ist ein möglichst breiter methodischer Ansatz notwendig. Neben historisch-geographischen Forschungen sind archäologische Feldbegehungen, botanische Untersuchungen und Befragungen der Bewohner des Dorfes vorgesehen.
Im März 2013 fand eine erste archäologische Feldbegehung mit Studierenden des Lehrstuhls für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in Fatschenbrunn statt. Es wurden zwei Streifenfluren mit einer Gesamtfläche von ca. 1 Hektar begangen, und die Lesefunde einzeln mit einem Tachymeter eingemessen. Die fast 2.000 gesammelten Funde wurden anschließend in einer Access-Datenbank erfasst.
Weitere Flurbegehungen sind im Oktober 2014 geplant.
