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Archäologisches Kolloquium


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Kolloquium für Examenskandidat(inn)en


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Rekonstruktion mittelalterlicher Lebenswelten

Rekonstruktion mittelalterlicher Lebenswelten – Tagung zum 60. Geburtstag von Ingolf Ericsson

 

Anlässlich des 60. Geburtstages von Prof. Dr. Ingolf Ericsson veranstaltete der Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit zusammen mit dem externer Link folgt Geschichtspark Bärnau-Tachov eine kleine Tagung zu Ehren des Jubilars. Thematisch wurden Rekonstruktion, Experiment und die Vermittlung an ein breites Publikum in den Mittelpunkt gestellt: ein in der Lehre noch immer vernachlässigter Bereich der Archäologie des Mittelalters, den Prof. Ericsson in den letzten Jahren tatkräftig unterstützt hatte.

So waren die zehn Referenten, überwiegend Bamberger Absolventen, der Einladung zu einem Vortrag auch gerne gefolgt. Unter Kollegen, Ehemaligen und Studierenden bestand großer Anklang, wie die bereits in den Morgenstunden gut gefüllte Aula zeigte.

Zur Eröffnung ließ Hans Losert die wesentlichen Stationen des Jubilars Revue passieren. Nach seinem Studium in Lund, der Tätigkeit im damaligen Sonderforschungsbereich 17 an der Universität Kiel, einer Beschäftigung am Landesdenkmalamt in Karlsruhe und der Stellung als Associate Professor an der Universität Aarhus folgte 1995 der Ruf nach Bamberg. Seine vielfältigen Tätigkeiten hier, insbesondere auf höherer Ebene in der universitären Selbstverwaltung, sollen an dieser Stelle nicht noch einmal aufgelistet werden. Die eigene Forschung, v.a. sei auf die jahrelangen Untersuchungen des Reichsklosters Lorsch verwiesen, ist durch diese Arbeiten „hinter den Kulissen“ zum Bedauern von Prof. Ericsson in den letzten Jahren immer weiter zurückgedrängt worden. Zu hoch waren die Belastungen durch die Einführung und beständige Umgestaltung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge, unvorhergesehene Raumnot des Lehrstuhls und den unermüdlichen Einsatz zur Verbesserung der Situation für die Bamberger Archäologien. Als besonderer Erfolg darf der deutliche Ausbau der Archäologien in Bamberg – entgegen dem bundesweiten Trend – gewertet werden.

Anschließend leitete Hauke Kenzler zum Thema der Tagung über. Der Bamberger Lehrstuhl ist seit der ersten Stunde mit dem neu geschaffenen Geschichtspark Bärnau-Tachov und seinem Wissenschaftlichen Leiter Stefan Wolters verbunden. Seit März 2010 entsteht nahe der tschechischen Grenze in einem erstaunlich rasanten Tempo ein archäologisches Freilichtmuseum erster Güte. Den Bamberger Studierenden bietet sich hier die Möglichkeit zur Mitarbeit, Verwirklichung eigener Vorschläge und Ideen in der Rekonstruktion und ein weiteres reiches Betätigungsfeld, das durch Übungen und Praktika in der Zukunft noch ausgebaut werden soll.

Die pdf Vorträge deckten ein breit gefächertes Spektrum ab. Die einleitenden Vorträge galten dem Handwerk. Gunnar Gransche und Katrin Kania stellten das Schmiedehandwerk bzw. die Textilherstellung vor. Beide Referenten haben sich über lange Zeit mit dieser Thematik beschäftigt und im Experiment bereits viele offene Fragen klären können. Im Anschluss befasste sich Thomas Liebert mit Rekonstruktionen frühmittelalterlicher Schiffslenden und Wassermühlen, die auf beeindruckende Befunde zurückgreifenden konnten.

Nach der Kaffeepause standen Gebäuderekonstruktionen im Mittelpunkt. Stefan Wolters erläuterte das Museumskonzept und das Fortschreiten der Arbeiten im Geschichtspark Bärnau-Tachov. Hendrik Rohland stellte neue Vorschläge zur Rekonstruktion westslawischer Grubenhäuser vor, während sich Thomas Platz mit frühmittelalterlichen Dachwerken befasste.

Nach dem Mittagessen präsentierten Hans-Peter Volpert und Silvia Codreanu-Windauer Rekonstruktionen bajuwarischer Häuser, die jeweils ganz verschiedene Ansätze verfolgten. Andrej Pleterski lieferte einen sprachhistorischen, volkskundlichen und archäologischen Beitrag zum Brot in der slawischen Küche. Ibrahim Karabed bildete mit seinen Betrachtungen zu den Darstellungen historischer Lebenswelten in Museen den Ausklang einer gelungenen Tagung.

Sichtlich bewegt bedankte sich Prof. Ericsson für die erfahrene Würdigung. Am Abend lud der Lehrstuhl zu einer Feier in seine neu bezogenen Räumlichkeiten in der Wilhelmspost ein, auf der neben dem leiblichen Wohl auch die fachliche Diskussion nicht zu kurz kam.

 

Hauke Kenzler

Grabungen

Der Lehrstuhl ist Ausführender und auch Beteiligter an einer Vielzahl von Ausgrabungen.

archäologische Grabungen

Die Ergebnisse dieser Grabungen, aber auch andere Fragestellungen und Grabungskampagnen münden schließlich in den wissenschaftlichen Arbeiten, die von Studenten und Mitgliedern des Lehrstuhles verfasst werden. Eine Liste aller am Lehrstuhl verfassten Arbeiten können Sie hier herunterladen. Diese Liste wird jedes Quartal aktualisiert.


Forschungsschwerpunkte

  • Archäologie und Baugeschichte im Kloster Lorsch
  • Ländliche Siedlungsarchäologie
  • Stadtkernarchäologie
  • Depotfunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit aus Gebäuden in Zentraleuropa (insb. Kempten/Allgäu)
  • Ethnizität / Slawische Archäologie
  • Bestattungen des Mittelalters und der Neuzeit
  • Befestigte Siedlungen des Mittelalters und der Neuzeit
  • Sachkultur
  • Neuzeitarchäologie
  • Geschichte, Theorie und Methodik der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit im internationalen Verbund

Kooperationsbeziehungen

Gemeinsames "Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte" mit der Professur für Ur- und frühgeschichtliche Archäologie (Prof. Dr. A. Schäfer), der Juniorprofessur für Bauforschung und Baugeschichte (Prof. Dr. St. Breitling), der Professur für Denkmalpflege (Prof. Dr. A. Hubel, der Professur für Restaurierungswissenschaft (Prof. Dr. Drewello), des Lehrstuhls für Kunstgeschichte I (Prof. Dr. St. Albrecht) und des Lehrstuhls für Kunstgeschichte II (Prof. Dr. W. Brassat).

Intensive, interdisziplinäre Zusammenarbeit im Fächerverbund des Zentrums für Mittelalterstudien.

Gemeinsam mit der TU Berlin ausgerichtetes Graduiertenkolleg "Kunstwissenschaft - Bauforschung - Denkmalpflege"

Im Archäologischen Kolloquium Zusammenarbeit der archäologischen Fächer an der Universität Bamberg.

Ständige Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, insbesondere mit der Außenstelle Schloß Seehof. Enge Zusammenarbeit mit Landesamt für Denkmalpflege Hessen, Staatliche Verwaltung der Schlösser und Gärten Hessen und Landesamt für Archäologie des Freistaates Sachsen.

Wissenschaftliche Tagungen

"Mittelalterliche Wüstungen im Steigerwald", Tagung in Verbindung mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg, Bamberg 3.2.2001. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Prof. Dr. Hans Becker.

"Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch III: Lorsch und die Region", Lorsch, 14.12.2001. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Markus Sanke, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und dem Museumszentrum Lorsch

"Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch IV: Archäologie - Bauforschung - Präsentation", Lorsch, 12.-13.12.2002. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Markus Sanke, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und dem Museumszentrum Lorsch

"5. Europatagung der Hochschullehrer für Archäologie des Mittelalters / 5th European Symposium for Teacher of Medieval Archaeology (ESTMA)", Bamberg, 10.-14.04.2002. Prof. Dr. Ingolf Ericsson in Verbindung mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg.

"Aufbruch ins zweite Jahrtausend" Ein interdisziplinäres Kolloquium des Zentrums für Mittelalterstudien der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, in Zusammenarbeit mit dem Haus der Bayerischen Geschichte (Augsburg), Bamberg, 25.-27.09.2002. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Prof. Dr. Rolf Bergmann/Prof. Dr. Achim Hubel/Prof. Dr. Bernd Schneidmüller.

"... und war begraben in großer Wirdigkait..." Archäologische Forschungen zum 'christlichen Grab' in Mittelalter und Neuzeit, Bamberg, 17.-18.07.2003. Dr. Markus Sanke, in Verbindung mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg.

"Jahrestagung des Mittel- und Ostdeutschen Verbandes für Altertumsforschung e.V.", u.a. mit Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Bamberg, 24.-28.03.2003. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Prof. Dr. Johannes Müller.

"Mittelalterliche Depotfunde aus Gebäuden in Zentraleuropa / Medieval Concealed Finds from Buildings in Central Europe", Bamberg, 24.-25.09.2003. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Rainer Atzbach, in Verbindung mit dem Zentrum für Mittelalterstudien der Universität Bamberg.

"Aktuelle Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch V", Herbst 2004. Prof. Dr. Ingolf Ericsson/Dr. Markus Sanke, in Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und dem Museumszentrum Lorsch.

"Archäologie in Deutschland (Berlin/Bonn 2002/2003)" Eine Ausstellung veranstaltet vom Verband der Landesarchäologen in Zusammenarbeit mi dem Museum für Ur- und Frühgeschichte Berlin. Prof. Dr. Ingolf Ericsson. Mitarbeit am Begleitband (Einleitung zum Hauptkapitel "Mittelaler und Neuzeit")

"Alltag im Mittelalter" (Arbeitstitel). eine Ausstellung zum Jubiläum 25 Jahre Archäologie de Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Bamberg. Historisches Museum bamberg, Mai bis Oktober 2006 (in Planung). Prof. Dr. Ingolf Ericsson / Dr. Hauke Kenzler

Veröffentlichungsreihen

Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Band 1: Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuezeit. Festschrift für Walter Sage, hrsg. von Ingolf Ericsson und Hans Losert (Bonn 2003). Band 2: Atzbach, Rainer: Leder und Pelz am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit. Die Funde aus dem Mühlberg-Ensemble in Kempten/Allgäu. (Bonn 2005, in Druckvorbereitung). Bamberger Beiträge zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Band 1: Neue Forschungen zum ehemaligen Reichskloster Lorsch (zugleich Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission 24), hrsg. von Ingolf Ericsson und Markus Sanke (Darmstadt 2004).